Regionalliga: Die TSG fährt auf den Bieberer Berg

Im Fernduell um den „Strohhalm viertletzter Tabellenplatz“ gastiert die TSG diesen Samstag (14 Uhr) bei Kickers Offenbach. Zum Auswärtsspiel auf dem Bieberer Berg machen sich für Balinger Verhältnisse erstaunlich viele Fans auf.

 

Der Fanbus ist ausgebucht, mehrere Gruppen reisen noch anderweitig an, unter anderem die Kassierer und viele Vereinsverantwortliche: Stimmungsmäßig dürften die erwarteten 100 TSG-Anhänger in Offenbach zwar wenig ausrichten können angesichts von durchschnittlich 6500 Zuschauern pro Kickers-Heimspiel. Ein wenig wollen sie aber doch auf sich aufmerksam machen – wohlwissend: es könnte das vorerst letzte Mal sein, dass die Balinger beim DFB-Pokalsieger von 1970, deutschen Vizemeister von 1950 und 1959 und einstigen Europapokalteilnehmer aufschlagen.

Unvergessen bleibt das allererste Mal: Die TSG lag im Herbst 2018 auf dem Bieberer Berg zurück, als Kapitän Manuel Pflumm in der 83. Minute mit seinem Elfmeterkracher die Offenbacher schockte – Endstand war 1:1; ein schier sensationelles Resultat gleich beim Balinger Debüt auf dem „Bersch“. Balinger Funktionäre wurden mit Bierduschen auf der Tribüne konfrontiert, die OFC-ler waren außer sich.

Sechs der bislang zwölf Duelle mit der TSG konnte Offenbach für sich entscheiden, die TSG triumphierte ein einziges Mal: Mit 1:0 im Corona-Dezember 2020. Fünf Partien endeten unentschieden. 26:11 Tore stehen aus OFC-Sicht zu Buche.

In der „ewigen Tabelle“ der Regionalliga Südwest ist Offenbach mit klarem Vorsprung Erster – wobei das nicht der Anspruch des Dauer-Aufstiegsaspiranten ist.

Als momentaner Tabellen-14. taumelt der OFC mehr durch die Saison, als dass er wirklich überzeugt. Der Neun-Punkte-Vorsprung auf den FC Bayern Alzenau gibt wenigstens Gewissheit, dass es mit dem Teufel zugehen müsste, würde der Traditionsklub in den Abstiegssog geraten. Das freilich wäre der Fall, würde neben Ulm ein zweiter Südwest-Klub aus der 3. Liga purzeln – das Gegenteil erhofft sich die TSG. Sie setzt auf einen Höhenflug der „Spatzen“ und darauf, dass man irgendwie Alzenau abfangen kann.

Zukunftsmusik! Die Gegenwart heißt Offenbach und damit unstrittig das Maß aller Dinge was in der Regionalliga Südwest die Tradition, Fantreue und Stimmung anbelangt.

Der Spieltag

Balingen- und Offenbach-Tabellennachbar Alzenau kickt am Samstag übrigens bei Barockstadt Fulda, Spitzenreiter SGV Freiberg muss in Homburg antreten – eine hohe Hürde für den Primus. Verfolger Großaspach ist gegen Kellerkind Schott Mainz, zumal daheim, haushoher Favorit. Zwei langjährige Zweitligisten begegnen sich im Duell zwischen den Stuttgarter Kickers und dem FSV Frankfurt.

Nicht im Einsatz ist am Wochenende unsere in der Landesliga spielfreie U 23, die erst wieder am Samstag, 18. April (15.30 Uhr) beim VfL Nagold aufläuft. Am selben Tag, aber eineinhalb Stunden eher, tritt die TSG in ihrem vorerst drittletzten Regionalliga-Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 an.