Regionalliga: Balinger Belastungstest am Bornheimer Hang
Beim FSV Frankfurt spielt die TSG Balingen am kommenden Samstag (14 Uhr, PSD Bank Arena). Der frühere Zweitligist, derzeit Dritter in der Regionalliga Südwest, schielt noch auf die 3. Liga.
Was kommt denn da fürn wüster Krach aus Frankfurt, Darmstadt, Offenbach? … Erbarmen, zu spät, die Hesse komme! – das trällerten die „Rodgau Monotones“ schon 1984. Man hört’s, liest’s und ahnt: An Selbstbewusstsein und Feierwut fehlt’s in Frankfurter Landen nicht. Ganz speziell nicht beim FSV, bei welchem die TSG selbstredend als Außenseiter aufläuft.
Am Bornheimer Hang (das Stadion fasst 12.500 Zuschauer) erwartet die Balinger ein spielstarker, auf und neben dem Platz stets von großen Emotionen und ehrgeizigen Zielen getragener Gastgeber. Nach zwei Niederlagen zum Auftakt in die Restrückrunde ist bei der TSG die defensive Stabilität gefragt – zumal die bisweilen schillernden Hessen den jüngsten Balinger 0:10 Toren ihrerseits 9:2 Treffer nach der Winterpause entgegensetzen.
Die Balinger Ausgangslage im Kampf gegen den Abstieg schien lange unverändert, zumal die Konkurrenten im Keller in schöner Regelmäßigkeit ebenso patzten. Unter der Woche war damit Schluss. Der FC Bayern Alzenau bezwang den Bahlinger SC, der sich danach von Trainer Stefan Reisinger trennte, mit 2:0 und enteilte der TSG um drei Zähler. Kurios: Weil Alzenau kein taugliches Flutlicht hat, musste in Aschaffenburg gespielt werden.
Dunkel ist‘s auch beim SSV Ulm 1846 in der 3. Liga, der – wieder einmal – verlor. Diesmal mit 1:3 gegen Hoffenheim. Immerhin putzte Saarbrücken den SV Wehen-Wiesbaden (2:0). Was das mit der TSG zu tun hat? Nun: Damit sind’s aktuell vier Absteiger aus der Regional- in die Oberliga. Nur wenn die Ulmer und die Saarbrücker den Klassenerhalt packen, sind es lediglich drei. Auf ihr „Spatzen“, flattert endlich nach oben! Wir pochen auf die Planungssicherheit, die Calvin Ford, der Ur-Ur-Enkel von Autopionier Henry Ford, bei seinem Einstieg vor nicht einmal zwei Jahren „aus emotionalen Gründen“ heraus in Aussicht stellte.
An der Regionalliga-Tabellenspitze gab’s derweil Bewegung – wenn auch nur in eine Richtung: Der SGV Freiberg setzte sich gegen Trier durch (1:0) und damit weiter von der Konkurrenz ab. Die Elf liegt jetzt vier Punkte vor Großaspach, Dritter ist der samstägliche Balinger Gastgeber FSV Frankfurt.
Die Freiberger teilten zudem mit, dass sie – egal, ob Aufstieg oder nicht – in Ermangelung einer tauglichen Spielstätte ab der kommenden Saison im Frankenstadion in Heilbronn (dort finden 17.300 Fans Platz) ihre Heimspiele austragen. Nicht gut zu sprechen ist man auf die eigene Kommune: Die Ambitionen würden zu wenig gewürdigt, wenn es um die Ertüchtigung der Infrastruktur geht, poltert die SGV-Szene.
Nun zieht der Verein die Reißleine: Die erste Mannschaft spielt ab Sommer in der rund 25 Kilometer entfernten Kätchenstadt. Ob hinter der Rochade noch deutlich mehr steckt? Kein Geheimnis ist, dass Deutschlands reichster Mann Heilbronner ist. Und der wiederum zielt darauf ab, mit Investitionen in Milliardenhöhe seine Heimatstadt zum Wissensstandort zu machen. Fußball könnte Mittel zum Zweck sein. Könnte. Wissen tut man’s nicht.
Landesliga: Es geht wieder los!
Zum ersten Mal nach der Winterpause spielt unsere U 23 wieder um Punkte. Am Sonntag empfängt man im Ausweichdomizil den SV Nehren. Gekickt wird in Frommern – zu beachten ist der späte Anpfiff des Landesliga-Spitzenspieles: 18 Uhr.
Die erste von insgesamt bis dato nur zwei Saisonniederlagen handelten sich die TSG-Youngster in der Hinrunde Nehren ein: Die nun gastierenden Steinlachtäler entschieden das erste Duell mit 2:1 für sich. Auch die jüngste Statistik sieht Nehren vorn: Vier ihrer zurückliegenden fünf Spiele hat die Elf gewonnen – unsere U 23 schaffte im selben Zeitraum nur zwei Siege.
Kein Zweifel: Es handelt sich um ein wegweisendes Topduell. Die TSG (40 Punkte aus 18 Spielen) könnte sich mit einem „Dreier“ vom SVN (37/17) leicht absetzen. Im Falle einer Niederlage würde man vom Gegner eingeholt.




