WFV-Pokal-Achtelfinale: „Spatzen“ lassen’s vor dem Kracher knallen

Im Dreierpack wechselten Simun Birkic, Halim Eroglu und Murat Isik im Sommer von der TSG Balingen zum Drittliga-Absteiger SSV Ulm 1846. Am Mittwoch kehren nur zwei davon zurück.

Murat Isik wird, zumindest nicht in seiner angedachten Funktion als Sportdirektor, übermorgen nicht in Balingen sein – als Zuschauer vielleicht, zumal er zwei seiner Ex-Klubs im direkten Vergleich sähe. Nach dem sieglosen Start wurde der Funktionär am zurückliegenden Wochenende zum „Ex“ (wir berichteten): Die „Spatzen“ trennten sich von unserem einstigen Coach und zudem von Trainer Daniel Jungwirth.

Bis auf Weiteres trägt Timo Wenzel als Ulmer Interimstrainer die Verantwortung. Für ihn ist die TSG keine Unbekannte: Als früherer Homburger Trainer und zu gemeinsamen Regionalliga-Zeiten durfte sich der gebürtige Burlafinger (Neu-Ulm) bereits mit Balingen befassen. Wenzel (u.a. VfB Stuttgart, 1. FC Kaiserslautern, FC Augsburg) war Profi und dürfte so oder so eine wichtige Rolle im neu angeworfenen Ulmer Trainerkarussell besetzen.

Die Ulmer sind Rekordsieger im WFV-Pokal, der seit kurzem als Volksbanken-Raiffeisenbanken-WFV-Pokal firmiert. Der frühere Erstligist gewann den „Pott“ zwölf Mal, zuletzt in ununterbrochener Folge von 2018 bis 2021.

Nicht nur mit Blick auf die Historie stehen die „Spatzen“ mächtig unter Druck: Aufsichtsratschef Philipp Utz spricht von einer „sehr prekären Situation, in der schnell wieder Ergebnisse hermüssen.“ Erst hinter vorgehaltener Hand, mittlerweile öffentlich, wird ein finanzieller Engpass kolportiert – was angesichts von drei ausgestandenen Insolvenzen, die es bis in die Fangesänge geschafft haben, mehr oder minder überrascht.

Von insgesamt 15 Punktspielduellen zwischen der SSV Ulm 1846 und TSG Balingen konnte Ulm acht gewinnen, Balingen setzte sich sechs Mal durch, einmal trennte man sich unentschieden. Im Pokal hatte die TSG zwei Mal die Nase vorn, musste sich den Ulmern aber auch schon ebenso oft und sehr deutlich, jeweils mit 0:3, im Endspiel geschlagen geben.

Mal auf der einen, mal auf der anderen Seite kickte in mancher dieser Partien Simon Klostermann, der 2022 von der TSG an die Donau wechselte und später zurückkehrte. Auch Cedric Guarino streifte sich beide Farben über: Er kam 2017 zur TSG und ging 2021 nach Ulm. Mittlerweile kickt er beim TV Unterboihingen.