Oberliga: Die Lage vor dem dritten Spieltag

Drei Vereine starteten mit der Maximalausbeute in die Saison – einer davon ist am Freitag (19 Uhr, Bizerba Arena) bei der TSG Balingen zu Gast: Der SSV Reutlingen kreuzt zum Fluchtlicht-Derby auf.

Einen Salto nullo möchte die TSG unter allen Umständen verhindern: Gegen den SSV sollen im dritten Saisonspiel die ersten Zähler her.
Grund zum Optimismus besteht. War der Auftritt beim 1:3 vor Wochenfrist gegen Villingen doch sehr ausbaufähig, so steigerte sich das Team – wenn auch mit demselben Resultat bezwungen – zuletzt in Essingen, nutzte seine Möglichkeiten aber nicht.
Speziell zu Beginn des ersten Durchganges agierte die TSG ordentlich, ließ Ball und Gegner laufen und hätte mehr als nur einmal die Führung verdient gehabt. Das Tor indes fiel auf der Gegenseite – und war ein Beispiel dafür, dass es die Balinger dem Gegner in entscheidenden Phasen zu einfach machen.
Pfosten, Latte, ein strittiges Abseits – am Ende konnte die TSG auf der Ostalb so nicht mehr egalisieren und verlor, aufgrund fehlender Cleverness und Kaltschnäuzigkeit und, ja, auch mit Pech, ein weiteres Mal. Zumal man vergeblich noch einen Strafstoß und eine gelb-rote Karte für den Gegner reklamierte.
Nun also Reutlingen. Die Kicker von der Kreuzeiche sind schwungvoll gestartet, übersprangen auch die Hürde in Villingen (2:1) und haben gemeinsam mit der TSG Backnang und dem seit Jahren konstant und unaufgeregt agierenden SV Oberachern sechs Punkte auf dem Konto.
Mit Keeper Marcel Binanzer und Jonas Vogler standen zuletzt nur noch zwei Ex-Balinger in der Reutlinger Startelf, die recht prominent bestückt ist. Die Mischung aus Tempo, Toren und Temperament scheint zu passen. Nicht wenige glauben, dass der SSV bis zum Saisonende weit vorne mitmischen kann. Und zahlreiche Reutlinger werden ihrer Mannschaft in Balingen den Rücken stärken.
Vorne dabei sein wollen auch Ravensburg, Bahlingen und Pforzheim, die aber – wie unsere TSG – nach zwei Spieltagen weiter auf den ersten Sieg warten müssen. Spektakulär trumpfte Aufsteiger FC Holzhausen beim Karlsruher SC auf: Nach 0:3-Rückstand kam man zu einem 5:4-Sieg.
Enttäuschend war der Zuschauerzuspruch am Wochenende: Die meisten Spiele sahen nicht mehr als 300 Fans, positive Ausreißer waren Villingen, Ravensburg und Bahlingen mit Zahlen zwischen 600 und knapp 1000 Besuchern. Die Hoffnung aller Kassierer und Vereinsfunktionäre: Mit dem Abflachen der Hitzewelle könnte das Interesse wieder steigen.
Auch unsere U 23 musste Lehrgeld bezahlen: Chancen im Überfluss, aber kein einziges Tor – so hieß es am Schluss 3:0 für Mitaufsteiger TSV Ehningen. Am Sonntag (15 Uhr) folgt das Nachbarschaftsduell mit dem FC Rottenburg. Die Bischofsstädter sind ebenfalls gebeutelt: Am ersten Spieltag verlor man gegen den TSV Oberensingen überraschend deutlich mit 0:5.