Oberliga vor dem Start: Das Personalkarussell dreht sich schnell

Munteres Treiben auf dem Transfermarkt. In und um die Oberliga Baden-Württemberg wird auch noch kurz vor dem Saisonstart kräftig am Personalrad gedreht.

Mittendrin: Die TSG Balingen. Unser Klub musste Simun Birkic zum SSV Ulm 1846 ziehen lassen – unser Youngster machte von einer Ausstiegsklausel Gebrauch (wir berichteten).

Zwei seiner Ex-Teamkollegen sind bei neuen Vereinen untergekommen. Marko Pilic heuerte in dieser Woche beim künftigen TSG-Ligarivalen 1. CfR Pforzheim an. Und Amnay Moutassime kickt künftig in Italien: Der technisch beschlagene 22-Jährige unterschrieb am Südufer des Comer Sees beim Serie-C-Verein Calcio Lecco. Beiden wünschen wir viel Erfolg bei ihren Aufgaben.

Den Oberliga-Torschützenkönig der vorigen Saison zieht es derweil in die Verbandsliga: Der 1. Göppinger SV verpflichtete mit Cristian Giles Sanchez einen der treffsichersten Angreifer der vergangenen Jahre. Der abschlussstarke 33-jährige Spanier, einst für die Stuttgarter Kickers, in Reutlingen, Villingen und zuvor in seiner Heimat am Ball, kommt aktuell von Türkspor Neckarsulm.

Für die TSG rückt das Derby gegen den FC 08 Villingen in den Fokus. Letzte organisatorische Details besprachen die TSG-Verantwortlichen unter der Woche, man hofft auf eine ordentliche vierstellige Kulisse. Trainer Michael Schilling schwört das Team sportlich auf die hohe Auftakthürde ein. Wenn am Freitag um 19 Uhr der Anpfiff ertönt, wird die Bizerba Arena bestimmt gut gefüllt sein. Die Tageskasse – Tickets gibt es noch für alle Kategorien – und das Stadion öffnen um 17.30 Uhr.

Der Villinger Sportchef Marcel Yahyaijan hat die TSG bei ihrem Pokalspiel in Ehingen-Süd beobachtet. Er stellte nach dem Balinger 3:1-Sieg fest: „Die TSG hat das Spiel insgesamt dominiert und ist verdient weitergekommen.“

Balingen und Villingen vereinen gemeinsame Personalien – Martin Braun etwa coachte beide Vereine, immer wieder gab es Spielerwechsel von der TSG zum FC 08 und umgekehrt. Die jüngste Rochade: Mittelfeldspieler Christian Derflinger transferierte im Sommer aus der Doppelstadt an die Eyach. Dass es gleich am ersten Spieltag zum Wiedersehen mit seinem Ex-Klub kommt: eine besondere Situation.

Wer gilt als Titelfavorit? Viele nennen den SSV Reutlingen, der sich prominent verstärkt hat und obendrein viele Kicker im besten Fußballeralter aufbietet. Zudem spricht die Formkurve für den Ex-Zweitligisten, der in der zurückliegenden Rückrunde nur drei Spiele verlor.

Spannend wird zu beobachten sein, wie sich der Kampf um die Reutlinger Stadtmeisterschaft entwickelt, denn SSV-Nachbar Young Boys Reutlingen feierte mit dem Aufstieg in die Oberliga nicht nur den größten Erfolg der Vereinsgeschichte, sondern möchte dem großen Konkurrenten allzu gerne auf den Zahn fühlen.

Neben dem SSV Reutlingen werden Pforzheim (mit dem Ex-Balinger Pablo Gil als Trainer), Nöttingen, Essingen, der Bahlinger SC und Ravensburg hoch gehandelt. Villingen und Oberachern zählen zu jenen Vereinen, denen zumindest eine Spitzenplatzierung zugetraut wird.

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