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Spielberichte und News

TSG Balingen

Regionalliga: Der erste Auswärtszähler – 1:1

Im zweiten Regionalliga-Auswärtsspiel in der Vereinsgeschichte verbuchte die TSG Balingen ihren ersten Punkt. Beim SC Hessen Dreieich spielte der Aufsteiger 1:1.

Punkt gewonnen – oder zwei verloren? Unterm Strich eher Letzteres, da die TSG Balingen insbesondere bis zum Dreieicher Ausgleich die bessere Mannschaft stellte. In der 24. Minute hatte Kapitän Manuel Pflumm mit seinem zweiten Saisontor – einem fulminanten Freistoßtreffer aus 20 Metern – seine Farben in Führung gebracht. Der SC Hessen Dreieich egalisierte durch Neuzugang Uwe Hesse, der erst in der Vorwoche verpflichtet worden war, nach 63 Minuten – 1:1. Direkt im Anschluss hatten die Balinger Glück, als ein Kopfball an die Latte klatschte.

In der Schlussphase drängten beide Teams auf den Sieg – vergeblich. So waren beide Trainer – Ralf Volkwein von der TSG und Ex-Profi Rudi Bommer vom SC Hessen – mit dem Remis mehr oder minder zufrieden, wenngleich Volkwein feststellte: „Wir hätten uns belohnen sollen. Schon beim 0:0 gegen Hoffenheim haben wir zwei Zähler liegen gelassen.“

Weiter geht es für die Balinger diesen Samstag (14 Uhr, Bizerba-Arena) mit dem Heimspiel gegen den FSV Frankfurt.

 

Vorbericht:

Südlich von Frankfurt, 250 Kilometer und gut drei Pkw-Fahrstunden von Balingen entfernt liegt Dreieich. Wie die TSG ist auch der SC Hessen Dreieich zu dieser Saison erstmals in die Fußball-Regionalliga aufgestiegen, erst 2015 war der Sportclub in die fünftklassige Hessenliga eingezogen. Anders als der Großteil der Konkurrenz leisten sich auch die Dreieicher nach dem Viertliga-Aufstieg kein Vollprofitum, trainieren vier Mal die Woche, wie die TSG auch.

Man ist geneigt, die TSG mit dem SC zu vergleichen. Doch der Vergleich hinkt, weiß auch Ralf Volkwein. „Unsere Rahmenbedingungen sind mit keinem anderen Verein in der Regionalliga Südwest zu vergleichen, auch nicht mit Dreieich.“ Was Balingens Trainer meint, verrät der Blick in die Führungsebene der Hessen: „Charly“ Körbel, über 600 Bundesliga-Spiele für Eintracht Frankfurt, fungiert als Vizepräsident; auf der Trainerbank: kein Geringerer als Rudi Bommer, 417 Erstliga-Partien, die meisten für die Eintracht. Bommer betreut das Team mit „Co“ Ralf Weber, vormals Eintracht-Scout. In Webers Vita stehen über 200 Einsätze für Frankfurt.

Das Eintracht-Triumvirat fädelte 2017 die Kooperation mit dem benachbarten Bundesliga-Klub ein. Die Eintracht zog die Option, auf ihre U23 zu verzichten. Deshalb „parken“ die Frankfurter in Dreiech jene Talente, die nicht direkt den Sprung in den Bundesliga-Kader schaffen. Gerüchten zufolge soll in Dreieich – auch unter Eintracht-Rigide – eine deutsch-chinesische Fußballakademie entstehen, inklusiver einer entsprechenden Schule, die ein ansässigen Unternehmen bauen will. Schon 2017 war dieses, zuletzt dementierte Vorhaben Thema gewesen – auch hier würde der SC Hessen beteiligt.

Wacker Burghausen führte Bommer 2002 in die 2. Bundesliga, Duisburg fünf Jahre später in die Erstklassigkeit. Mit Dreieich hat der Ex-Nationalspieler eine besondere Erfolgsgeschichte geschrieben: Schon in der Vorsaison, die erste in der Hessenliga und die erste unter Bommer, feierte der SC die Oberliga-Meisterschaft. Anders als die TSG indes verzichteten die Hessen auf den Aufstieg, da die finanziellen und infrastrukturellen Mittel nicht ausgereicht hätten, so Bommer. Die Kommune wurde tätig, steuerte Geld für die Stadionerweiterung bei, die noch nicht abgeschlossen ist. Künftig soll der 2014 errichtete Sportpark, geführt von einer Betriebs- und Marketing GmbH, 3000 Zuschauern Platz bieten. Ein Jahr später konnte die Bommer-Elf die Titelfeier wiederholen – und zog nun auch die Aufstiegsoption.

Der SC Hessen ist finanziell von Hans Nolte abhängig, der mit seinen Investitionen für den rasanten Aufstieg des Klubs sorgte. Nolte ist Gründer der Firma Hahn Air mit Sitz in Dreieich. Den Klub gibt es nur, weil Nolte ihn 2013 gründete und Geld hineinpumpte. Darin liegt wohl der Hauptunterschied zur TSG, ein essentieller.

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