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Spielberichte und News

TSG Balingen

LBS Cup-Gewinner 2017

Die Balinger U14 setzt eine Woche vor Saisonbeginn ein Ausrufezeichen. Beim LBS Cup des VfL Sindelfingen erreicht man den Turniersieg. Mehrere Spiele konnten sehr dominant gestaltet, sowie verdient gewonnen werden.

Nachdem in der vergangenen Woche zwei Testspiele abgesagt werden mussten, fieberte das Team noch ausgiebiger dem Turnier am Sindelfinger Glaspalast entgegen. Von der ersten Minute im Eröffnungsspiel gegen die SGM Renningen an, besaßen die TSG-Jungs über weite Strecken der Partie den Ball und konnten immer wieder sehenswerte Kombinationen anregen. Speziell das zentrale Mittelfeld um Candeniz Vancinel und Samuel Schneider wusste zu überzeugen, die Großchance, mit der man das hochverdiente 1:0 erzielen wollte, konnte man jedoch lange nicht herauskombinieren. Da regelmäßige Pässe in die Spitze und hinter die gegnerische Abwehrkette fehlten, wurde es häufig mit Distanzschüssen versucht. Die erste hundertprozentige Torchance, konnte schließlich Ben-Jamal Jaber eine Minute vor Schluss verwerten. Nach einem Gewurschtel um den gegnerischen Fünf-Meter-Raum stand der Goalgetter mal wieder goldrichtig. Der wichtige Auftaktsieg war geschafft. Im zweiten Spiel gegen den TSV Grafenau gelang eine deutliche Leistungssteigerung. Im ungewohnten 3-1-4-2-System fand sich das Team sofort zurecht und konnte phasenweise wahren Zauberfußball spielen. Kapitän Phillip Max brachte den Favoriten in der siebten Minute per Kopfball in Führung. Die Art und Weise, wie Phillip in den Ball hineinsprang war derart beeindruckend, dass es schon fast überraschend gewesen wäre, hätte sein Abschluss nicht den Weg ins Tor gefunden. Tim Fritz und Ben-Jamal Jaber stellten den 3:0-Endstand her. Man hatte Grafenau dauerhaft um den eigenen Sechzehner eingeschnürt, sowie durch trickreiche Kombinationen zahlreiche Chancen herausgespielt. Der TSV war mit dem 0:3 noch sehr gut bedient. Nach den beiden Siegen zum Auftakt wartete nun der VfL Sindelfingen zum Duell um den Gruppensieg. Die 2004er taten sich gegen den robusten Gegner sehr schwer und waren physisch deutlich unterlegen. Sindelfingen war von Beginn an das bessere Team gewesen und konnte durch einen toll herausgespielten Treffer die drei Punkte einfahren. Zwar versuchte das Team von Niklas Bühler mutig aufzutreten – trotz gegnerischem Angriffspressing wurde stets die spielerische Spieleröffnung versucht – dennoch war der Sieg für den VfL hochverdient. Die Balinger U14 hatte sich allerdings nicht versteckt, sondern hatte versucht mitzuspielen. Daher konnte man erhobenen Hauptes in die Viertelfinalbegegnung gegen den TuS Stuttgart gehen. Tim Fritz konnte die Rot-Schwarzen durch zwei frühe Tore komfortabel in Führung bringen, jedoch fehlte daraufhin zunehmend die Laufbereitschaft in der Defensive. In der offensiven 3-1-4-2-Formation vernachlässigte das Team die defensive Absicherung, und lief somit mehrmals in gefährliche gegnerische Konterangriffe. Obwohl man über die volle Spielzeit von 17 Minuten das bessere Team gewesen war, strahlte man nicht die gewohnte Dominanz aus, da erstmals die notwendige Galligkeit in den Zweikämpfen vermisst wurde. Demzufolge switchte Trainer Bühler zum Halbfinale wieder auf das kompaktere 4-4-2. Es sollte ein wahrer Sturmlauf folgen, in welchem der FC Union Heilbronn lediglich zum Nebendarsteller diente. Ein phänomenales Umschaltspiel auf Basis einer klasse Defensivordnung bedeutete das deutliche 3:0-Endergebnis für die Eyachstädter. Erneut trafen die Torjäger vom Dienst – Tim Fritz und Ben-Jamal Jaber – je einmal. Zwischenzeitlich hatte Armen Dzaferi per Lupfer das 2:0 erzielen können. Armen steigerte sich von Spiel zu Spiel und war zweifellos einer der stärksten Balinger am heutigen Tage. Es folgte eine 45-minütige Pause, in der das Team erstmals die vergangenen Spiele wirklich Revue passieren lassen konnte. Aufgrund des eng-getackteten Turnierplans war man zuvor kaum zum Durchschnaufen gekommen. Der 2004er-Jahrgang war bis ins Endspiel gestürmt. Das war in dieser Art und Weise sicherlich nicht zu erwarten gewesen. Gegen den VfL Nagold wollte man diesen besonderen Tag nun mit dem Turniersieg krönen. Doch die Beine waren nun schwer, keine Frage. Es folgte das Finale – wie so oft ein Abnutzungskampf sondersgleichen. No discussion – die TSG U14 hat schon deutlich besser gespielt. Wie man sich jedoch in den Zweikämpfen aufrieb, sich gegenseitig unterstützte – selbst Edeltechniker Grätschen ausführten – beeindruckend. Nagold schien noch einen Tick mehr Benzin im Tank zu haben, doch die wirklich hundertprozentige Torchance konnte der VfL nicht herausarbeiten. Torspieler Nico Heizmann legte bei einem schnellen Gegenstoß einen gegnerischen Angreifer – doch der Schiedsrichter ließ Gnade vor Recht walten. Die Verlängerung war Showtime für Samuel Schneider: Er hatte zuvor fast jedes Spiel komplett durchgespielt, doch ging er noch einmal die ganz langen Wege um für Entlastung zu sorgen. Nach der Partie feierten ihn seine Mitspieler für diese Aufopferung im Sinne der Mannschaft. Auch Luca Fürst überragte links Hinten und war eines der Gesichter dieses Endspiels. Wie bereits vorweggenommen – eine Großchance auf beiden Seiten blieb aus, es ging ins Elfmeterschießen. Co-Kapitän Luca Fürst verlor die Platzwahl – der Gegner hatte den Vorteil, vorlegen zu dürfen. Der erste Schütze des Gegners setzte den Ball links am Tor vorbei – erster Jubel auf Seiten der Balinger. Eine Vorahnung – oder der Glauben an die Stärke der eigenen Elfmeterschützen? Luca Pätzold jedenfalls blieb ganz cool – Torspieler nach links verladen, rechts oben – 1:0. Wieder der VfL an der Reihe: Nico Heizmann bleibt lange stehen – drüber! Großer Vorteil für die TSGler. Kämpfer Samuel Schneider legte sich den Ball zurecht – alle wussten es, keine Zweifel – 2:0. Nagold verkürzte zum 1:2. Es folgte Candeniz Vancinel, unser vielleicht sicherster Elfmeterschütze. Allerdings hatte er zuletzt in Weiler verschossen. Kurz und knapp: Er schweißte die Kugel direkt neben den linken Pfosten. Der gegnerische Torspieler war zwar in der richtigen Ecke gewesen, aber hatte keine Chance. Beinahe Anflüge von Ekstase bei allen Balingern. Zwar konnte Nico Heizmann den vierten Nagolder Elfmeter nicht parieren, doch Tim Fritz hatte nun die Entscheidung auf dem Fuß. Tim läuft an, trifft den Pfosten, der Ball prallt von dort zurück an den Rücken des gegnerischen Torspielers und überquert die Torlinie – nicht! In letzter Sekunde konnte der Torspieler den Ball noch vor dem Überqueren der Linie stoppen. Welch ein Drama! Die Hoffnungen nun auf Nico – wenn er noch einen hält, gewinnen wir! Doch der VfL bleibt erneut cool – 3:3, jetzt also alles oder nichts. Kapitän Phillip Max nimmt sich standesgemäß den Ball. Schon so oft hat er diese entscheidende und nervenaufreibende Rolle übernommen. Doch kann er auch heute dem Druck standhalten? Phillip legt sich den Ball auf den Punkt, es ist mucksmäuschenstill auf dem Sportgelände am Glaspalast. Er nimmt ein paar Schritte Anlauf, dann der entscheidende Moment: Rechts oben, 4:3, Turniersieg! Der Jubel verständlicherweise grenzenlos, sowohl bei der Siegerehrung, als auch später in der Kabine. Der Underdog aus Balingen – mit einem reinen 2004er-Team angereist – bezwingt alle Gegner und holt sich den Sieg beim LBS Cup 2017. Die kleinen Jungs, heute ganz groß.

Noch gegen Sindelfingen war man körperlich unterlegen gewesen, doch hatte sich zunehmend reingebissen. Durch einen überragenden Halbfinalsieg war man ins Finale eingezogen und hatte sich dort den Sieg erkämpft. Eine Woche vor Saisonbeginn gibt die Mannschaft ein erstaunlich gutes Bild ab. Taktisch flexibel, laufstark, kämpferisch und mental einwandfrei aufgestellt. Die U14 lässt erahnen, dass es in dieser Saison hoch hinausgehen kann. Doch schon am ersten Spieltag wartet mit der SGM Winterlingen ein Team, welches es nicht zu unterschätzen gilt, und das erst am Samstag, seinerseits einen Turniersieg einfahren konnte. Das Team wird dem Gegner nicht den Gefallen tun, ihn zu unterschätzen.

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