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TSG Balingen

Zentrumsunterlegenheit sorgt für Packung gegen Villingen

Eine alte Binsenweisheit des Fußballs besagt, man müsse das Zentrum dominieren, um erfolgreichen Fußball zu spielen. Aufgrund mangelnder Zentrumspräsenz der TSG-U14 entwickelte sich das Testspiel gegen den FC 08 Villingen innerhalb der letzten 20 Minuten, von einer ausgeglichenen Partie in einen hohen Sieg für die Villinger.

Nach dem hochverdienten, sowie spielerisch überzeugenden 7:1-Auswärtssieg in Vöhringen am Mittwochabend, ging es für das Team von Trainer Niklas Bühler am Samstag nach Löffingen in den Schwarzwald. Dort traf man auf die U14-Junioren des FC 08 Villingen. Aufgrund der hohen Urlauberanzahl, stand mit Felix Schimanski ein 2006er-Jahrgang im Tor. Unterstützt wurden die 2004er außerdem von den U13-Spielern Sebastian Zieker, Fabian Zirkel und Eliah Mammato.

Wie schon gegen Vöhringen gestalteten sich die ersten Minuten der Begegnung als vorsichtiges Abtasten der beiden Teams. Balingen schob sich den Ball in zurückgezogenen Räumen hin und her – man beschnupperte sich gegenseitig. Villingen hielt sich in einem Mittelfeldpressing zurück, und lauerte auf leichtsinnige Ballverluste der Rot-Schwarzen. Diese luden ihren Kontrahenten in der Folge auch immer wieder zu Torchancen ein, indem man den Spielaufbau äußert zögerlich und undiszipliniert ausführte. Die Phase, in der man gegen Vöhringen die Zügel anziehen konnte, gestaltete sich diesmal exakt konträr. Vermeidbare Fehlpässe spielten Villingen in die Karten, weshalb das 0:1 nach einer Viertelstunde äußerst schmeichelhaft für die Balinger war. Ab Minute 15 verbesserten sich die Eyachstädter jedoch. Besonders über die linke Seite konnte das Spiel zunehmend nach vorne getragen werden. Andreas Schmidtke war trotz schwerer Knochen vom U15-Test in Erlaheim sofort eine Bereicherung für das Angriffsspiel. Er stabilisierte auch seinen Nebenmann Luca Rumpp. Dieser erwischte heute jedoch nicht einen solchen Sahnetag wie noch am Mittwoch, als er zum Man of the Match ernannt wurde. Vertikalpässe auf Sturmtank Tim Fritz sorgten schließlich für mehr Torgefahr, der Torjäger vom Dienst konnte jedoch einige gute Möglichkeiten nicht verwerten und wartet damit weiterhin auf seinen ersten Treffer für die Balinger U14. Zur Pause stand es also 0:1. Man hatte die ungeordnete Anfangsphase überstanden, sich nun Ballbesitz in gefährlicheren Räumen erarbeitet, und war zu guten Torchancen gekommen. Insbesondere Pressing und Gegenpressing wussten zu überzeugen. Angeführt von den starken zentralen Mittelfeldspielern Candeniz Vancinel und Benny Loulendo lief man immer wieder energisch an und konnte Villingen zu unkontrollierten Aktionen zwingen. Zudem waren die Jungs stets präsent in den Zweikämpfen und Gegenpressingmomenten. Das Team hatte sich im Zentrum stabilisiert und konnte die Begegnung in Folge dessen bis zur Halbzeit ausgeglichen gestalten. In der Pause erfolgte eine zuvor ausgemachte Umstellung. Candeniz, der aufgrund von zahlreichen Mannschaft- und Individualtrainingseinheiten vor Überbelastung geschützt werden sollte, verließ das Feld. Für ihn rückte Luca Pätzold ins zentrale Mittelfeld. Luca kassierte unmittelbar nach Wiederbeginn einen schmerzhaften Pferdekuss und konnte daraufhin nicht mehr seine gewohnten Stärken in puncto Passspiel und Laufstärke auf den Platz bringen. Auch Benny Loulendo war die enorme Belastung der zahlreichen Vorbereitungseinheiten immer mehr anzumerken. Die Beine wurden schwerer, Pressing und Umschaltmomente gingen nicht mehr so leicht von der Hand. Ein vermehrter Fokus auf Vertikalpässe der Innenverteidiger Luca Rumpp und Andreas Schmidtke sorgte dafür, dass diese nachlassende Zentrumspräsenz vorerst nicht ins Gewicht fiel. Erneut vergab Tim Fritz eine hochkarätige Torchance, die er sich zuvor ganz stark erarbeitet hatte. Seinen enormer Einsatz hätte einen Treffer verdient gehabt. Die mit enormem Laufeinsatz in Verbindung stehende Präsenz bei zweiten Bällen, nahm immer mehr ab, da unser zentrales Mittelfeld zunehmend ermüdete. Auch an anderen Stellen fehlte nun die Frische, auch auf Außen kam man zunehmend immer einen Schritt zu spät. In der 48. Minute erzielte Villingen das 2:0, woraufhin sich Fabian Zirkel und Ben-Jamal Jaber bei einer guten Möglichkeit nicht gut absprachen und die Chance somit zunichte machen. Diese vergebene Gelegenheit, sowie ein ärgerlicher Elfmeterpfiff Sekunden später, zerstörten alle Hoffnungen darauf, das Spiel nochmal eng zu gestalten. Das 0:3 gab dem Team dann den Rest. Es war immer härter, die weiten Wege zu bestreiten, immer wieder war man eine Sekunde zu spät im Zweikampf. Auch hinten schlichen sich im Zweikampfverhalten nun ungewohnte Schludrigkeiten ein. Aufgrund der mangelnden Zentrumspräsenz lief nun ein Angriff nach dem anderen auf die Balinger Viererkette hinzu. Der Versuch einer Umstellung vom 4-4-2 auf ein 4-2-3-1 musste nach wenigen Minuten wieder rückgängig gemacht werden, da Luca Pätzold – nach wie vor angeschlagen – den Platz nun verlassen musste. In den letzten 10 Minuten fielen demzufolge noch drei weitere Tore für die Villinger, deren Sieg zwar verdient, jedoch deutlich zu hoch ausfiel.

Zusammenfassend bleibt somit zu sagen, dass die Zentrumsphalanx in der zweiten Hälfte den Hauptgrund dafür darstellte, dass man letztlich mit einem deutlichen 0:6 die Heimreise antreten musste. Den Spielern ist hierbei jedoch kaum ein Vorwurf zu machen. Luca Pätzold konnte verletzungsbedingt nicht seine Topleistung abrufen, während Benny Loulendo nach vielen starken Einsätzen zuletzt, verständlicherweise müde war. Dass es sich beim Verteidigen des Zentrums nicht um ein grundsätzliches Problem handelt, zeigte die erste Halbzeit. Das Angriffsspiel gestaltete sich jedoch teils zu eindimensional. Während das Ballgewinnspiel auch heute wieder sehr ansehnlich war, konnte man mit Ball nicht häufig genug in die gefährlichen zentralen Räume kombinieren. Dies wird sicherlich einen Trainingsschwerpunkt der kommenden Woche darstellen.

Rückschläge gehören zu jeder Entwicklung dazu, bereits am Mittwochmittag haben die U14-Jungs die Möglichkeit, es gegen den SV Zimmern o.R. besser zu machen.

 

Aufstellung 1. Halbzeit

Felix Schimanski – Niklas Czech, Andreas Schmidtke (C), Luca Rumpp, Lucas Hajdu – Sebastian Zieker, Candeniz Vancinel, Benjamin Loulendo, Luca Pätzold – Tim Fritz, Ben-Jamal Jaber

Aufstellung 2. Halbzeit

Duha Dogan – Eliah Mammato, Andreas Schmidtke (C), Luca Rumpp, Emir Akgül – Niklas Czech, Luca Pätzold, Benjamin Loulendo, Fabian Zirkel – Tim Fritz, Ben-Jamal Jaber

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