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TSG Balingen

BITTERE PLEITE AUF DER OSTALB: DORFMERKINGEN SIEGT 2:1

 

Von unserem Medienpartner Zollern-Alb-Kurier:

 

Endstation Ostalb

WFV-Pokal Der Balinger Traum vom Finale ist geplatzt. Auf der rauen Ostalb scheiterte der Oberligist gestern an den klassentieferen Sportfreunden Dorfmerkingen. Von Marcus Arndt

Die Fußballer von Trainer Ralf Volkwein haben den finalen Schritt nicht gemacht, scheiterten am Landesligisten SF Dorfmerkingen. Die Enttäuschung nach dem 1:2 (1:2) auf der Ostalb war natürlich groß.

„Wir haben das Spiel in den ersten 20 Minuten verloren“, analysierte der TSG-Coach wenige Minuten nach dem Abpfiff treffend, während sein Konterpart Helmut Dietterle jubelte: „Ein Riesenerfolg für den Fußball auf der Ostalb. Wir haben spielerisch und kämpferisch voll überzeugt. Riesenkompliment an meine Mannschaft.“ Die hatte bereits nach 60 Sekunden die erste kritische Situation zu überstehen. Schnell und direkt hatte sich der Oberligist über die linke Seite durchkombiniert, doch Kaan Akkaya scheiterte an Dorfmerkingens Keeper Christian Zech, welcher glänzend parierte. In der Folge blieben die Balinger allerdings blass, während der Landesligist immer stärker wurde. In der sechsten Minute tauchte Daniel Nietzer frei vor TSG-Keeper Julian Hauser auf, der den Ball noch mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenkte. Ein erster Warnschuss. „Darauf haben wir nicht reagiert“, ärgerte sich Volkwein und der Tabellenführer der Landesliga Staffel 2 stellte weiter die kämpferisch und spielerisch klar bessere Mannschaft. Die ging schließlich nicht unverdient in Führung. Die Zuordnung in der Balinger Innenverteidigung stimmte einmal mehr nicht und Niklas Weißenberger veredelte die Großchance aus zehn Metern flach und platziert, unhaltbar für Hauser.

Von einem Klassenunterschied war weiterhin nichts zu sehen. Im Gegenteil: Dorfmerkingen machte mächtig Druck, erhöhte auf 2:0. Exzellent bediente Philipp Schiele per Kopf Nietzer. Der nahm Fahrt auf und jagte die Kugel aus spitzem Winkel ins lange Eck (23. Minute). „Schade, dass wir die 2:0-Führung nicht in die Pause gebracht haben“, monierte Dietterle, nachdem Patrick Lauble in der 42. Minute der Anschlusstreffer gelungen war. Jörg Schreyeck hatte präzise gepasst, der TSG-Torjäger souverän genetzt.

Nach dem Seitenwechsel hatte Lauble den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte jedoch an Zech, der im Eins-gegen-Eins lange stehen blieb und unorthodox mit der Schulter parierte (49.). Balingen drängte auf den Ausgleich, versuchte seine individuelle Klasse auszuspielen. Ohne Erfolg. Die Sportfreunde waren unglaublich präsent in den Zweikämpfen, machten die Räume geschickt eng und ließen nur wenig zu. Pech für die Kreisstädter, dass SF-Torhüter Zech einen fulminanten Schuss von Akkaya aus 20 Metern noch aus dem Winkel holte. Volkwein packte in der Schlussphase die Brechstange aus, brachte Fabian Fecker. Vergebens. Dorfmerkingen spielte die Uhr ganz clever runter, verteidigte mit hoher Effizienz und setzte immer wieder offensiv Nadelstiche. Das reichte am Ende zu „einem verdienten Erfolg der Sportfreunde“, wie es Volkwein formulierte, „wir haben die Partie nie in den Griff bekommen, obwohl wir wussten, wie Dorfmerkingen spielt.“

TSG Balingen: Hauser; Eisele (55. Müller), Konz, Schreyeck, Lauble, Mosca (65. Vogler), Kaan Akkaya (84. Fecker), Schuon, Pettenkofer, Schmitz, Kurth (79. Foelsch).

Tore: 1:0 Weißenberger (11.), 2:0 Nietzer (23.), 2:1 Lauble (42.).

Schiedsrichter: Marco Zauner (Bühlerzell).

Zuschauer: 1050.

 

Schwarzwälder Bote:

http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.fussball-tsg-traum-geplatzt.82b5e52b-abf1-463c-b28c-a1b40d970933.html

 

Vorbericht:

Bei den Sportfreunden Dorfmerkingen, einst langjähriger und vor allen Dingen hartnäckiger Widersacher in der Verbandsliga, geht es für die TSG Balingen am Montag, 1. Mai, 15 Uhr um den erstmaligen Einzug ins württembergische Pokalfinale. Fans können im Teambus mitreisen: Abfahrt ist um 10.15 Uhr an der Bizerba-Arena. Zudem empfehlen wir, private Fahrgemeinschaften zu bilden.

Eines hat Dorfmerkingen den Balingern in jedem Fall voraus: Die Sportfreunde, die vom früheren Stuttgarter VfB-Profi Helmut Dietterle trainiert werden, haben den „Pott“ schon einmal gewonnen (1998). Damit zog der damalige Oberligist in den DFB-Pokal ein, unterlag dort aber in Runde eins den Stuttgarter Kickers (0:3).

Obwohl Dorfmerkingen nur knapp 1000 Einwohner zählt, sind die Sportfreunde seit annähernd drei Jahrzehnten eine feste Größe im württembergischen Amateurfußball. Immer wieder brachte der Klub große Fußballer heraus oder engagierte zuvor höherklassig aktive Kicker. Kein Wunder also, dass die Dietterle-Elf auch ihren Kollegen in der Landesliga die lange Nase zeigt und dicht vor der sehnlichst erwarteten Rückkehr in die Verbandsliga steht. Ein Pokaltriumph gegen die favorisierte TSG Balingen würde dieses Ziel sicherlich beflügeln.

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