Spielberichte und News

TSG Balingen

SO WAS HAT MAN LANGE NICHT GESEHEN: 10:1!

Von unserem Medienpartner Zollern-Alb-Kurier:

TSG demontiert Schlusslicht

Oberliga Das war Powerplay von Beginn an: Mit 10:1 (5:1) haben die Fußballer der TSG Balingen am Samstag den Tabellenletzten Spvgg Neckarelz besiegt. Tatsächlich hätten die Kreisstädter die Oberliga-Partie noch höher gewinnen können. Von Marcel Schlegel

Das hatte was von Trainingsspiel: Der 10:1-Sieg der TSG gegen Neckarelz war auch in dieser Höhe verdient. Die Balinger hätten bereits nach zehn Minuten klar führen können, weil die Gäste defensiv völlig von der Rolle waren.

Symptomatisch war schon das 1:0 in der vierten Minute, als Neckarelz-Keeper Denis Deter sich ohne Not einen Fehlpass zu Patrick Lauble leistete. Der legte auf Lukas Foelsch quer, welcher den Ball ins Lattenkreuz zimmerte. Balingens Kaan Akkaya traf in der Folge nur die Latte (6. Minute) und Lauble köpfte das Leder auf das Netz des Tores (7.). In der achten Minute sorgte Lauble für die Vorentscheidung: Von Marc Pettenkofer steil geschickt, umkurvte er Deter und schob das Leder zum 2:0 ein. Ein Neckarelzer kratzte den Ball dann gerade noch vor Akkaya von der Linie (22.).

In der Rückwärtsbewegung präsentierten sich die Gastgeber erschreckend schwach, im Offensivspiel setzten sie derweil vereinzelt Nadelstiche. Etwa in der 26. Minute, als Simon Fertig seinen Teamkollegen Abedin Krasniqi hinter der Balinger Viererkette an-spielte. Der umkurvte Keeper Marcel Binanzer und legte den Ball zum 2:1 ab. Die Antwort folgte: Nick Johann foulte Lauble, Akkaya verwandelte den Elfmeter zum 3:1 (26.). Weiter ging es nur in eine Richtung: Deter rettete gegen Pettenkofer (30.), Foelsch und Schreyeck ließen das Leder am Strafraum von links nach rechts laufen, setzten Lauble in Szene 4:1 (34.). Lauble staubte einen Akkaya-Querpass zum 5:1 ab (36.), dann war Pause.

Nach dem Seitenwechsel zimmerte Pettenkofer die Kugel trocken zum 6:1 in die Maschen (47.). Erneut „Pette“ traf zum 7:1 (53.), ehe Hannes Scherer mit einem Fernschuss das 8:1 (58.) markierte. Nach einem Akkaya-Freistoß legte Scherer per Kopf seinen zweiten Treffer und das 9:1 (60.) nach. Pettenkofer brachte das Leder scharf zur Strafraummitte, Neckarelz’ Enes Uslu fälschte dieses zum Eigentor und 10:1 ab (65.). Die letzten zehn Minuten absolvierten die Hausherren dann sogar noch in Unterzahl; Olcay Akkaya hatte sich am Knie verletzt und Trainer Ralf Volkwein keinen Wechsel mehr zur Verfügung.

TSG Balingen: Binanzer; Eisele, Konz, Schreyeck (46. Scherer), Lauble (58. Mosca), Kaan Akkaya, Schuon, Adrian Müller (58. Pflumm), Pettenkofer, Foelsch (62. Olcay Akkaya), Schmitz.

Tore: 1:0 Foelsch (4.), 2:0 Lauble (8.), 2:1 Krasniqi (26.), 3:1 K. Akkaya (27./ Foulelfmeter), 4:1, 5:1 Lauble (34., 36.), 6:1, 7:1 Pettenkofer (47., 53.), 8:1, 9:1 Scherer (58., 60.), 10:1 Uslu (65./ Eigentor).

Schiedsrichter: Lars Erbst (Gerlingen).

Zuschauer: 450.

 

Historisch:

Höchster

Heimsieg

Oberliga Die TSG Balingen feierte den höchsten Sieg seit der Saison 2008/09: beim 10:1 über Schlusslicht Neckarelz.

Balingen. Wie treffend fasste Marc Ritschel am Samstag die 1:10-Niederlage seiner Truppe bei der TSG Balingen zusammen. „Es war das Duell einer Schüler- gegen eine Er-wachsenentruppe“, erklärte der aktuelle Coach des Oberliga-Tabellenletzten Spvgg Neckarelz. Ganz bewusst spielte Ritschel dabei auf das Alter und die Unerfahrenheit seines Teams an, das nach dem Regionalliga-Abstieg und den finanziellen Problemen (wir berichteten) ein komplett neues Gesicht erhielt: eben ein deutlich verjüngtes und oberligaunerfahrenes. „Meine Mannschaft hat sich heute zahlreiche eklatante Fehler erlaubt. Sie hat dafür von der TSG Balingen eine Lehrstunde erhalten“, fasste Ritschel die Niederlage prägnant zusammen, der von einem „kollektiven Versagen“ seiner Truppe und einem auch in dieser Höhe völlig verdienten Balinger Sieg sprach.

Ralf Volkwein, dessen Kicker sich mit dem Kantersieg auf Rang zehn im Klassement verbesserten (14 Punkte), war vor allem froh darüber, dass sich seine Fußballer endlich auch einmal vor heimischer Kulisse von ihrer Sahneseite präsentierten. „Wir hatten etwas gutzumachen“, meinte der TSG-Trainer, der seine Elf „glasklar überlegen“ sah.

Und ja, das war sie zweifellos das zeigt schon allein der Blick auf das Ergebnis. 10:1 noch nie, seit der Kreisstadt-Klub zur Saison 2008/09 in die Oberliga aufgestiegen ist, hat die TSG eine Partie höher gewonnen. „Wir wissen das Ergebnis richtig einzuordnen“, sagte der Balinger Kommandogeber, wohl wissend, dass Neckarelz das wohl schwächste Team der Liga stellen dürfte. Nur drei Zähler hat die Spvgg nach elf Spielen auf dem Konto. Dennoch müsse man erst einmal zehn Buden machen, so Volkwein weiter, der feststellte, dass seinen Jungs die frühe Führung in die Karten spielte und dem das Folgende daher gefiel: „Meine Mannschaft ist bis zum Schluss konzentriert geblieben.“

 

Vorbericht aus dem Stadionheft:

Willkommen, Spvgg Neckarelz!
Recht herzlich in der BIZERBA ARENA willkommen heißen wir die Spielvereinigung Neckarelz, ihre Verantwortlichen, Spieler, Trainer und natürlich Fans. Dem Unparteiischengespann um Lars Erbst (SR-Gruppe Leonberg), Sven Sattler und David Modro wünschen wir ein leichtes Amt. Und Ihnen, liebe Zuschauer, 90 spannende und sportlich-faire Fußballminuten!

DFB-Pokal, Regionalliga, Pflichtspiele gegen den FC Bayern München, die Offenbacher Kickers oder Hessen Kassel: Die Spvgg Neckarelz verzeichnete in den zurückliegenden Jahren einen kometenhaften Aufstieg. Mit einem großen Makel: Die enormen Bemühungen des umtriebigen Präsidenten Dr. Thomas Ulmer wurden zu wenig honoriert. In der Regionalliga-Abstiegssaison 2015/2016 zählte man durchschnittlich ganze 400 Zuschauer im heimischen Elzstadion. Da dem Verein zudem Ärger mit der Staatsanwaltschaft ins Haus stand, wurde frühzeitig auf einen Zulassungsantrag für die laufende Regionalligasaison verzichtet.

Die Folge: Ein kompletter Neubeginn. Neue Spieler, neuer Trainer. Der Erfolg blieb zunächst aus, man trennte sich von Coach Danny Winkler, der wiederum zuvor Peter Hogen abgelöst hatte, engagierte stattdessen vor kurzem Marc Ritschler, und, siehe da: Die Formkurve zeigt endlich nach oben. Nach der jüngsten 0:2-Niederlage gegen den Aufstiegskandidaten 1. CfR Pforzheim stellte der neue Übungsleiter zufrieden fest: „Den Unterschied von 13 Tabellenplätzen hat man nicht gesehen.“ Und weiter: „Auf dieser Leistung lässt sich aufbauen, die Jungs haben bis zum Umfallen gekämpft. Wir steigen nicht ab!“

Es steht außer Frage, dass das Duell in Balingen ein Schlüsselspiel ist: für beide Mannschaften. Neckarelz strebt mit Macht den zweiten Saisonsieg an (zuvor wurde bereits der Karlsruher SC bezwungen), aber auch die TSG muss alles daran setzen, um die drei Punkte zu behalten. Bei einer Niederlage würde man das Mittelfeld aus den Augen verlieren. Spannung pur also!

Nicht nur Neckarelz, auch Balingen konnte zuletzt überzeugen. Beim 1:1 in Ravensburg zeigte die TSG eine reife Vorstellung, trotzte auch dem Nackenschlag des vergebenen Elfmeters und kam nach dem Rückstand wieder zurück. Nun also die große Chance, diesen Zähler zu vergolden. Denn bei allem Respekt vor dem Kontrahenten, der sensationellen Erfolgsgeschichte der Neckarelzer und der Ankündigung, die Flinte noch lange nicht ins Korn zu werfen: Gegen den Tabellenletzten muss die TSG die Favoritenrolle einfach annehmen.

Und immer dran denken: Wir sind die TSG, wir geben niemals auf!

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