



Die TSG Balingen hat den dritten Platz in der Fußball-Oberliga verteidigt. Am Sonntag setzte sich der nun sechsmal in Folge unbesiegte Aufsteiger beim deutschen Ex-Meister VfR Mannheim mit 3:1 (1:1) durch. Für die Entscheidung im Rhein-Neckar-Stadion sorgten die Torschützen Martin Taube, Nico Willig und Turan Sahin.
TSG-Trainer Karsten Maier stellte jedoch die gute Mannschaftsleistung heraus: „Wir haben nach einer eher mäßigen ersten Halbzeit im Kollektiv überzeugt und sicherlich auch verdient gewonnen.“ Beim VfR Mannheim herrscht derweil Katzenjammer vor. Dabei wurde unter der Woche Klartext geredet: „In einer langen Mannschaftssitzung kam alles auf den Tisch. Damit hätte es aber auch gut sein müssen“, ließ ein enttäuschter Trainer und Ex-Profi Rafael Sanchez wissen. Die TSG Balingen trat – wie erwartet – nicht mit voller Kapelle an: Tobias Göbel und Dominik Stikel fielen verletzt aus. Lukas Foelsch und Marc Buchstor hingegen meldeten sich rechtzeitig fit und konnten – trotz Bänderriss – zunächst auf der Ersatzbank Platz nehmen. Beide Akteure kamen zur zweiten Halbzeit ins Spiel. Mannheim begann sehr schwungvoll, agierte äußerst aggressiv und hinterließ einen bemühten Eindruck. Trotzdem besaß die TSG die erste gute Chance, als Jörg Schreyeck einen Flankenball von Turan Sahin am VfR-Kasten vorbeisetzte (2. Minute). Die Kurpfälzer gingen dafür mit einem Traumtor in Führung: Benjamin Hien hämmerte den Ball aus 22 Metern mit Vollspann in die Maschen, das 1:0 (25.). Sebastian Kellner war ohne Chance. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Sahin flankte, Schreyeck verlängerte, Ketis brachte den Ball zurück in die Mitte und Martin Taube staubte zum 1:1 ab (35.). Kurz darauf um ein Haar die Balinger Führung, doch Sahin zielte nach einem beherzten Solo aus spitzem Winkel neben das Mannheimer Tor (39.).
In der Pause reagierte TSG-Trainer Karsten Maier auf die bis dahin ausbaufähige Darbietung seiner Elf und nahm einen Doppelwechsel vor: Foelsch und Buchstor nahmen die Positionen von Üner und Bauer ein. Die erste Gefahr für die Hausherren beschwor jedoch Felice Dilucia hervor, dessen Direktabnahme aus gut 20 Metern die VfR-Querlatte streifte (57.). Dann bediente Sahin den mitgelaufenen Buchstor, doch traf dieser das Leder nicht richtig, es blieb beim Versuch (68.). Der Kapitän sollte es schließlich richten: Einen zu kurz abgewehrten Ball nahm Nico Willig volley und das Spielgerät zischte wie an der Schnur gezogen in den Winkel, das 1:2 (65.). Für die endgültige Entscheidung sorgte Turan Sahin, der einen an Marc Buchstor verursachten Foulelfmeter etwas glücklich zum 1:3 in die Maschen setzte (79.). Raab (84.) und Pflumm (88.) hätten das Resultat beinahe noch in die Höhe geschraubt. So blieb's aber beim 1:3, das der TSG den dritten Rang sicherte. Freude also bei Balingen – Tristesse in Mannheim: Nach neun sieglosen Spielen in Serie steht der VfR sportlich am Abgrund. Rafael Sanchez sieht sich als Trainer, der die Scherben einer verfehlten Einkaufspolitik zusammenkehren soll – und beklagt das Verletzungspech. Der ehemalige Zweitligaspieler sagt: „Wir haben im Prinzip nur 12, 13 Oberliga-Spieler im Kader. Wenn dann noch einige davon ausfallen, kommst du auf sieben oder acht. Wie willst du so in dieser Liga ein Spiel gewinnen?“ Noch dreimal sind die Balinger vor der Winterpause im Oberliga-Einsatz: Diesen Sonntag (14 Uhr) spielt die TSG beim ASV Durlach, und am 13. Dezember (Samstag, 14 Uhr) gastiert der FC Astoria Walldorf im Au-Stadion. Das Nachholspiel gegen den Offenburger FV findet nun definitiv am 20. Dezember (14 Uhr) statt.
Zudem beteiligt sich die Maier-Elf als Titelverteidiger natürlich am eigenen Sparkassen-Indoor-Cup (26. bis 28. Dezember) sowie im neuen Jahr an den Hallenturnieren in Empfingen (17. Januar) und Albstadt (18. Januar).




Die TSG Balingen gilt gegen den Deutschen Meister von 1949 als Favorit: Der Neuling tritt am Sonntag (14.30 Uhr) als Tabellendritter zum Oberliga-Auswärtsspiel beim -drittletzten VfR Mannheim an.
Im altehrwürdigen Mannheimer Rhein-Neckar-Stadion möchte die TSG Balingen in ihrem ersten von zwei aufeinanderfolgenden Sonntags-Auswärtsspielen etwas reißen: „Wir spielen auf Sieg“, verspricht Trainer Karsten Maier, dem allerdings nicht verborgen geblieben ist, dass beim traditionsreichen VfR Mannheim nach dem 0:8-Debakel in Großaspach Tacheles geredet wurde: „Die Mannheimer werden sicherlich alles daran setzen, um die Kehrtwende zu erzwingen.“ Im Gegensatz zur Maier-Elf hätte der VfR am zurückliegenden Wochenende lieber nicht gespielt – die Klatsche in Großaspach kann getrost als vorläufiger Tiefpunkt einer bis dato verkorksten Saison bezeichnet werden. Balingen wiederum wollte seine Partie gegen den Offenburger FV unbedingt austragen, wurde vom Schiedsrichter allerdings zurückgepfiffen. Nun fiebern Kapitän Nico Willig & Co. eben dem sonntäglichen Auftritt in der zweitgrößten baden-württembergischen Stadt entgegen. Und in „Mannem“ (310 000 Einwohner) gilt der Aufsteiger sogar als Favorit – zumindest was die Tabelle angeht. Die TSG ist mit 29 Punkten ziemlich unerwartet Dritter, der VfR mit 13 Zählern ebenso überraschend nur Drittletzter. In der Sommerpause vollzogen die Kurpfälzer – wieder einmal – den ganz großen Schnitt: 18 Spieler verließen den Klub, 17 Akteure wurden neu „eingekauft“. Sowohl bei den Zu- als auch bei den Abgängen mangelt es an klangvollen Namen nicht. Selbst in Dänemark wurden die als „Rasenspieler“ bezeichneten VfR-Kicker fündig: Stacy Kodani wurde von BK Skjold Kopenhagen unter Vertrag genommen. Mit Sascha Ropic (zuletzt VfR Wormatia Worms) ist auch der derzeit zweiterfolgreichste Mannheimer Torschütze (vier Treffer) erst seit dieser Runde dabei. Hingegen schnürt Arijan Berisha, der Dreh- und Angelpunkt in der Elf von Coach Rafael Sanchez, immerhin seit Januar seine Kickstiefel für den einstigen Deutschen Meister, der vor zwölf Jahren noch einmal deutscher Amateur-Vizemeister wurde. Berisha passt ins Bild des Multi-Kulti-Vereins aus dem Mannheimer Stadtteil Neuostheim: Vor seinem VfR-Engagement spielte der 30-Jährige, der sechs Saisontreffer zu Buche stehen hat, bei Partizani Tirana (Albanien). Nicht ins Bild des erfolgsverwöhnten VfR passt die augenblickliche sportliche Bilanz: Erst drei Siege (gegen Au, Durlach und Offenburg) haben die Sanchez-Schützlinge eingefahren. Allerdings blieb das Team vor dem Großaspacher Debakel dreimal hintereinander ungeschlagen. Die TSG kann am Sonntag (Busabfahrt: 9.30 Uhr am Au-Stadion) im Rhein-Neckar-Stadion einmal mehr nicht in Bestbesetzung auflaufen. Tobias Göbel, Dominik Stikel und Marc Buchstor dürften ebenso ausfallen wie Lukas Foelsch, für den Einsatz nach derzeitigem Stand zu früh käme. Laut Auskunft des Mannheimer Trainers ist die Austragung der Partie zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht gefährdet.

