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3:1 Erfolg in Kirchheim  (10.12.05)


Mit einem Sieg verabschiedet sich Fußball-Verbandsligist TSG Balingen in die Winterpause: Beim kriselnden VfL Kirchheim gewann der Vizemeister am Ende hoch verdient mit 3:1 (1:0). Die Trendwende ist vollzogen: Nach zuletzt drei bitteren
Niederlagen – 0:4 in Laupheim, 0:3 gegen Ditzingen, 0:1 gegen Ravensburg – hat die TSG Balingen den Schalter umgelegt. Beim abstiegsbedrohten VfL Kirchheim setzte sich das Team von Trainer Karsten Maier mit 3:1 durch. Auf dem Kirchheimer Kunstrasenplatz, der dem alten Geläuf in Balingen ähnelte, entwickelte sich von Beginn an ein flottes Duell zweier zuletzt gestrauchelter Mannschaften, die unbedingt punkten wollten. Spielerische Glanzpunkte blieben zwar Mangelware, dafür überzeugten die Teams im kämpferischen Bereich voll. Gleichwohl war sowohl Gastgeber Kirchheim als auch Balingen in manchen Phasen die Verunsicherung deutlich anzumerken. Die TSG agierte über 90 Minuten einen Tick aggressiver als die Teckstädter. Von Karsten Maier ideal auf den Gegner eingestellt, kamen die Gäste bereits nach drei Minuten zur ersten Chance: Nenad Nikolic scheiterte mit einem 20-Meter-Freistoß nur knapp. Nach 32 Minuten die nächste Möglichkeit für die sehr engagiert auftretenden TSG-ler, als Jörg Schreyeck nach Zuspiel von Michael Bezirgianidis aus spitzem Winkel verzog. Die Führung sollte schließlich Neuzugang Andreas Schippert vorbehalten sein. Nach einem langen Diagonalball von Turan Sahin drang der Ex-Rottweiler in den Strafraum ein und überlistete den jungen VfL-Keeper mit einem sehenswerten Heber zum 0:1 (41.). Nur 60 Sekunden später köpfte Nikolic an den Kirchheimer Torpfosten. Die Hausherren verzeichneten erst nach der Pause ihre erste echte Torchance, als Torjäger Cem Korkmaz (14 Saisontreffer) mit einem 16-Meter-Kracher in Igor Idjakovic seinen Meister fand (48.). In einer lebendigen Partie antwortete Balingen mit einem Schreyeck-Schuss (Torhüter hält) – und dem bis dato wohl kuriosesten Treffer der Saison: Spielführer Nico Willig flankte von der rechten Außenlinie Richtung Strafraum, der Ball wurde lang und länger und segelte zur Verwunderung der gesamten Kirchheimer Hintermannschaft ins Tor – 0:2 (52.). Der VfL antwortete prompt. Eine starke Kombination – unmittelbar nach dem Wiederanspiel – schloss der freigespielte Erhan Polat mit dem 1:2 ab (53.). Doch die TSG ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. Geschickt stellte Balingen die Räume zu, gewährte Kirchheim keine zwingende Möglichkeiten mehr. Auf der Gegenseite schlug dafür der Tabellenvierte ein drittes Mal zu: Nenad Nikolic ließ in der 74. Minute zwei Gegenspieler ins Leere laufen und schob am VfL-Schlussmann vorbei zum 1:3-Endstand ein.
TSG Balingen: Idjakovic; Willig, Raab, Goebel, Taube, Schreyeck (82. Schelling), Schippert (86. Foelsch), Di Lucia, Bezirgianidis, Nikolic, Sahin (75. Rill).
Tore: 0:1 Schippert (41.), 0:2 Willig (52.), 1:2 Polat (53.), 1:3 Nikolic (74.).
Schiedsrichter: Stellmach (Schwäbisch Hall).
Zuschauer: 200.
Nächstes Spiel: TSG Balingen – SV Fellbach (18. Februar, 15 Uhr).



Vorbericht Kirchheim - TSG  (09.12.05)


Ein Duell der Frustrierten: Fußball-Verbandsliga-Kellerkind VfL Kirchheim empfängt am Samstag (Anpfiff um 14 Uhr) den zuletzt doch arg gebeutelten Aufstiegsanwärter TSG Balingen. Exakt die Hälfte der Balinger Punkte (32) hat bislang der VfL Kirchheim (16) in der laufenden Saison eingespielt. Viel zu wenig für ein Team, das noch vor zwei Jahren württembergischer Pokalsieger war und zuvor lange Jahre in der Regional- und Oberliga kickte. Das jüngste 1:3 beim FV Olympia Laupheim bedeutete Kirchheims
vierte Niederlage in Folge. Dennoch gibt es (noch) keine Kritik an Trainer Michael Rentschler. VfL-Abteilungsleiter Winfried Scholz sagt: „Ich denke, ein anderer Trainer bringt uns auch nicht weiter." Als VfL-Achillesferse haben Beobachter das Abwehrverhalten ausgemacht. Die junge Mannschaft produziert zu viele Fehler, lädt den Gegner quasi zum Toreschießen ein.
Doch Defensivstratege Michael Rentschler, der einst für Ditzingen in der Regionalliga spielte, läuft bislang selbst nicht auf – obwohl Scholz dazu geraten hatte. „Es fehlt in der Abwehr jemand, der eindeutige Kommandos gibt", plädiert auch Innenverteidiger Christopher Eisenhardt für ein Rentschler-Comeback. Abteilungsleiter Scholz geht noch weiter: „Ich denke, der VfL hat auch ein Torwartproblem." Deshalb wird spekuliert, dass Patrick Gühring nach nur einem halben Jahr von der TSG Balingen unter die Teck zurück kehrt. „Das ist noch nicht beschlossene Sache“, entgegnet TSG-Coach Karsten Maier. Kirchheim wie Balingen beklagen ähnliche Probleme: Sperren, verletzte Spieler, zum ungünstigsten Zeitpunkt starke Gegner. Der VfL muss derzeit auf Mario Grimm, Guido Fuchs und Marko Lovric verzichten – allesamt potenzielle Stammspieler. Und dennoch heimste die Rumpftruppe bei ihrer Niederlage in Laupheim Lob ein: Kirchheim habe gut gespielt, deutlich besser, als es der Tabellenstand hätte vermuten lassen, fand Laupheims Übungsleiter Harry Brobeil. Michael Rentschler hingegen trösten diese Worte nicht: „Es kotzt mich an, Erklärungen zu finden, die es gar nicht gibt", wetterte er nach der neuerlichen Pleite, die schon nach 13 Minuten - beim 0:3-Rückstand – fest stand. Mit Balingen empfängt Kirchheim einen Leidensgenossen, der zwar nicht gegen den Abstieg, aber derzeit ziemlich vergeblich um den Aufstieg kämpft. TSG-Trainer Karsten Maier, dessen Team das Hinspiel mit 3:2 gewann, fordert: „Jetzt muss die Trendwende her!“ Seine Mannschaft benötige dringend ein Erfolgserlebnis – immerhin habe man es nach wie vor selbst in der Hand, aktiv im Titelrennen mitzumischen. Dabei kommt die TSG personell auf dem Zahnfleisch daher. Zwar kehrten Martin Taube und Nenad Nikolic nach ihren Rotsperren gegen Ravensburg (0:1) zurück, doch fehlte ihnen wie auch manch' anderem die Bindung zum Spiel – kein Wunder angesichts einer zwangsläufig ständig veränderten Formation. „Wir haben die Seuche“, sagt Maier und verweist auf die Sperren, Verletzungen und Krankheiten, die seine Balltreter in der Endphase der Vorrunde heim suchten. Zudem beklagt der Coach, just in dieser Phase „die falschen, weil stärksten Gegner“ erwischt zu haben. Die Balinger sind in der Woche vor dem letzten Punktspiel in diesem Jahr praktisch auf dem Stand der Saisonvorbereitung. So gesehen können die Kreisstädter das „Frust-Duell“ unter der Teck getrost als Testspiel einstufen: Gelingt ein Sieg, wäre es ein Fingerzeig für die restliche Rückrunde. Geht Balingen erneut leer aus, bleibt die Hoffnung auf die Rückkehr der verletzten Spieler im neuen Jahr.



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