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TSG schlägt sich achtbar, nur 1:3!  (20.05.06)


Der VfB Stuttgart in Balingen. Ein Fußballfest. An die 4000 Fans wollten den Bundesligisten sehen. Die Elf von Armin Veh tat sich bei ihrem 3:1 (2:1)-Erfolg gegen die TSG allerdings recht schwer. Ein Vier-Klassen-Unterschied war nicht zu erkennen.
Vielmehr demonstrierte der VfB Stuttgart, weshalb er die Bundesliga-Saison 2005/2006 nur als Neunter abschloss: Die Veh-Truppe verfügt nicht über die spielerischen Mittel, um selbst einen Fünftligisten im Schongang deutlich auf Distanz
zu halten. Andersrum ausgedrückt: Die TSG lieferte eine starke Vorstellung ab, gab sogar in der letzten halben Stunde, als viele einen konditionellen Einbruch des krassen Außenseiters befürchteten, den Ton an. Bezeichnend, dass Ersatzkeeper
Markus Bormann, der in der 70. Minute Igor Idjakovic abgelöst hatte, keinen einzigen Ball parieren musste. „Normalerweise müssen wir einen Punkt holen“, scherzte Idjakovic nach dem Abpfiff. So lange es wie aus Kübel schnüttete, war der VfB klar besser. Doch es regnete nur die erste Viertelstunde. Schon nach fünf Minuten fiel das 0:1, das Christian Tiffert nach herrlicher Cacau-Gentner-Vorarbeit locker erzielte. Idjakovic rettete anschließend erneut gegen Tiffert (7. Minute), dann zwang Balingens bärenstarker Gino Palmiero den VfB-Keeper Michael Langer zur ersten Glanztat (9.). Erneut Palmiero schickte nach 19 Minuten den schnellen Turan Sahin auf die Reise, den legte – im Übrigen stark rot-verdächtig – der VfB-Junior
Tobias Feisthammel. Logische Folge: Freistoß an der Straumgrenze. Palmiero schnappte sich das Leder, zog voll ab und der Ball zischte wie an der Schnur gezogen in den linken Torwinkel – das 1:1! Eine Augenweide, ein Traum von einem Tor. Die Stuttgarter antworteten prompt. Der agile Cacau, über dessen Zukunft am Wasen noch nicht entschieden wurde, brachte den VfB
wieder in Front (21.). Carevic verpassten den dritten Cannstatter Treffer nur knapp (34.). Vor der Pause drehte wieder der Verbandsligist auf: Palmiero auf Sahin, doch der kam einen Tick zu spät an die Kugel (38.). Dann Eckball Palmiero, Kopfball Tobias Göbel – Unterkante Latte! Fünf Zentimeter fehlten zum 2:2. Ein Hauch von Wembley. Die zweite Halbzeit. „Das Scheibenschießen beginnt jetzt“, frohlockte ein VfB-Fan aus Owingen. Pustekuchen. Seine Millionaros konnte er verteidigen wie er wollte – auf dem Platz vermochten sie nicht zu glänzen. Einzig der A-Jugendliche Dirk Prediger, fünf Minuten zuvor noch an Idjakovic gescheitert, traf zum 1:3 (62.). Kaum zu glauben aber wahr: Davor und danach besaß Balingen die weitaus besseren Tormöglichkeiten. Eine Auswahl: Bezirgianidis köpfte zweimal aus guter Position drüber (52., 67.). Und der eingewechselte
Gerhard Rill hatte ebenfalls das zweite TSG-Tor auf dem Schlappen: Erst verzog er aus vollem Lauf um Haaresbreite (76.), dann düpierte der Ex-Reutlinger nach Nikolic-Raab-Stafette die halbe VfB-Defensive, fand aber in Keeper Langer seinen Meister (78.). „Alle Balinger waren gut“, lobte anschließend VfB-Coach Armin Veh. Zur Leistung seiner Elf äußerte sich der Stuttgarter Trainer nicht. War wohl auch besser so.
TSG Balingen: Idjakovic (70. Bormann); Willig, Raab, Cus (50. Schelling), Taube, Schreyeck, Dilucia (50. Nikolic), Todorovic, Göbel (50. Bezirgianidis), Palmiero (70. Schippert), Sahin (66. Rill).
VfB Stuttgart:<sa4> Langer; Beck (71. Pelipetz), Babbel, Feisthammel, Gerber (71. Katins), Hinkel, Meißner (46. Prediger), Carevic, Gentner, Tiffert, Cacau.
Tore: 0:1 Tiffert (5.), 1:1 Palmiero (19.), 1:2 Cacau (21.), 1:3 Prediger (62.).
Schiedsrichter: Giuseppe Palilla (Spaichingen).
Zuschauer: 4000.



Vorbericht TSG - VFB Stuttgart  (19.05.06)


Ein Kracher zur rechten Zeit. Der VfB Stuttgart spielt am Samstag (Beginn 18 Uhr, Au-Stadion) bei der TSG Balingen. Zwischen 3000 und 4000 Zuschauer werden erwartet. Karten gibt es noch. Neun Jahre lang lag das Au-Stadion bundesligatechnisch brach. In der Zwischenzeit kreuzten zwar zwei türkische Erstliga-Klubs zu Freundschaftsspielen auf. Doch ein Vertreter aus der deutschen Beletage ließ sich seit 1997 nicht mehr blicken. Seinerzeit war's ebenfalls der VfB Stuttgart, der sich die Ehre gab und die 4000 Fans mit technischen Kabinettstückchen und einem am Ende standesgemäßen 8:1-Erfolg verwöhnte. Morgen kommen die Stuttgarter wieder. Schon eine geraume Zeit lang hatten die TSG-Verantwortlichen versucht, den VfB zu engagieren. Doch erst dieses Frühjahr gab Stuttgarts Geschäftsführer Jochen Schneider grünes Licht. „Wir freuen uns riesig auf dieses außergewöhnliche Kräftemessen“, sagt Balingens Trainer Karsten Maier, der vor neun Jahren einziger TSG-Torschütze war. Der Zeitpunkt sei „ideal“, findet der Coach der Kreisstädter, die just an diesem Wochenende spielfrei sind und erst nächsten Samstag (27. Mai, 15.30 Uhr) ihr letztes Verbandsliga-Punktspiel bei den TSF Ditzingen bestreiten. Obwohl – oder vielleicht gerade weil – die TSG-ler noch gute Karten im Aufstiegsrennen besitzen, stört der Freundschaftsspiel-Knüller die Vorbereitung aufs Saisonfinale in keinster Weise. Maier: „Die besondere Chance, gegen den VfB Stuttgart spielen zu dürfen, müssen wir
natürlich wahrnehmen.“ Angst vor Verletzungen hat der Übungsleiter des Vorjahres-Vizemeisters nicht. „Die Stuttgarter – und im Übrigen auch meine Mannschaft – werden den Ball laufen lassen und nicht auf die Beine des Gegenspielers schielen“, glaubt Balingens Kommandogeber, der mit einem Auge auf die Resultate der Ligakonkurrenten am zweitletzten Spieltag der Verbandsliga achten wird. Der VfB Stuttgart – so hat es Jochen Schneider zugesichert – wird alle Akteure zum Einsatz bringen, die nicht verletzt sind oder bei der nahenden Weltmeisterschaft für ihre Länderteams spielen. Neben den beiden deutschen Nationalspielern Timo Hildebrand und Thomas Hitzlsperger haben die Stuttgarter vier weitere WM-Fahrer in ihren Reihen: Der Schweizer Auswahltrainer Köbi Kuhn berief mit Ludovic Magnin und dem in der abgelaufenen Rückrunde an den 1. FC Köln ausgeliehenen Marco Streller gleich zwei VfB-ler in seinen 23-Mann-Kader. Als einziger Bundesligalegionär gehört VfB-Defensivspieler Fernando Meira zum Aufgebot Portugals. Danijel Ljuboja wurde derweil in den Kader von Serbien-Montenegro berufen. Verletzungsbedingt nicht im Au-Stadion dabei sein kann Youngster Mario Gomez, der sich bei der Stuttgarter 2:3-Auswärtspleite gegen Schalke 04 einen doppelten Bänderriss im Sprunggelenk zuzog. Dafür werden Tomasson, Groenkjaer, Cacau, Gentner, Babbel & Co. in Balingen auflaufen. Weil die VfB-Amateure morgen gegen die TSG Hoffenheim antreten, wird Profi-Trainer Armin Veh auch nicht auf Ergänzungen aus der zweiten Mannschaft zurückgreifen können. Den Fußballfans in der Region kann dies nur recht sein.



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