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2:1 Erfolg in Crailsheim  (16.11.08)


Die TSG Balingen rasiert einen Favoriten nach dem anderen. Der Oberliga-Aufsteiger punktete beim TSV Crailsheim dank der Treffer von Marc Buchstor und Levent Üner dreifach. Der 2:1-Erfolg war hochverdient. Verkehrte Welt in Crailsheim: Nicht der finanzstarke Regionalliga-Anwärter, sondern der Low-Budget-Klub vom Albrand gab im schmucken Schönebürgstadion den Takt vor.

Entsprechend gereizt war die Stimmung nach dem Spiel. Als Crailsheims Trainer Uwe Igler zu erklären versuchte, weshalb er seinen besten Torschützen Joseph Fameyeh bis zur 60. Minute auf der Bank schmoren ließ, erntete er nur Buhrufe und Spott. Ausgerechnet Igler, der Ex-Profi des FC Schalke 04, der Stuttgarter Kickers und von 1860 München, wurde humorlos als „Amateur“ bezeichnet. Zu diesem Zeitpunkt tanzten die Balinger noch immer so ausgelassen auf dem Spielfeld wie kleine Kinder bei einer Geburtstagsparty. Ausgerechnet der Jüngste im Team machte diese Fete möglich: Der Noch-A-Jugendliche Fabian Maier (18) leistete in der Schlussminute die Vorarbeit zum Siegtor – frei nach dem Motto: Keine Feier ohne Maier. Dessen Fast-Namenskollege Karsten Maier – weder verwandt noch verschwägert mit dem eigenen Schützling – musste sein Team nach einigen verletzungsbedingten Ausfällen (Stikel, Göbel, Foelsch) umstellen. Im Gegensatz zum 1:1 gegen die Kickers vor einer Woche rutschten Kevin Ketis und Marc Buchstor in die Startelf. Doch wie schon vor acht Tagen zählten zwei Balinger Treffer nicht: Bei Martin Taubes (22. Minute) und Jörg Schreyecks (35.) vermeintlichen Torerfolgen hatte der Linienrichter zweimal die Fahne oben: Abseits. Weil zudem Bernd Bauer nur das Außennetz traf (28.) und Turan Sahin am Crailsheimer Keeper Thomas Weiß hängen blieb (42.), stand's zur Pause 0:0. Im zweiten Durchgang prüfte Marc Buchstor den TSV-Torhüter mit einem Kopfball (46.), dann parierte Weiß einen Sahin-Freistoß aus gut 20 Metern klasse (52.). Ein weiter Befreiungsschlag von Nico Willig landete über einige Umwege schließlich bei Marc Buchstor, der sich in unnachahmlicher Art gegen seinen Gegenspieler behauptete und den Ball am Schlussmann vorbei ins lange, rechte Eck schob – das 0:1 (59.). BuchsTOR machte seinem Namen wieder einmal alle Ehre . . . Crailsheim versuchte nun alles, forcierte das Spiel über die Außenbahnen, kam aber erst in der 67. Minute zu seiner ersten Torchance im gesamten Spiel. Der zweite Ball aufs Balinger Tor war allerdings schon ein Volltreffer: Der eingewechselte Andreas Klein köpfte am zu zögerlich agierenden TSG-Keeper Sebastian Kellner vorbei zum 1:1 ein (70.). Kurzzeitig schienen die Gäste geschockt zu sein. Die Hausherren drängten aufs zweite Tor, hatten aber bis auf einem abgeblockten Torschuss im Anschluss an eine ziemlich unübersichtliche Situation (86.) und einen Versuch aus spitzem Winkel durch Markus Bauer (89.), den Kellner entschärfte, keine nennenswerte Chancen. Auf der Gegenseite vergaben Sahin (71., 80., 82.) und Pflumm (73.), ehe die große Stunde von Fabian Maier schlug. Das Nachwuchstalent bereitete in der zehnten Oberligaminute seiner Karriere den Siegtreffer für den Aufsteiger vor. Maier setzte sich auf der rechten Seite stark durch, spielte mit viel Übersicht in die Mitte zu Levent Üner, und der traf sicher zum 1:2 (90.). Der Rest ist bekannt: Balingen feierte, Crailsheim versank im Tal der Tränen. Diesen Samstag (14.30 Uhr) empfängt die Maier-Elf zum letzten Vorrunden-Heimspiel den deutschen Amateurmeister von 1984: Der siebenmalige DFB-Pokalteilnehmer Offenburger FV stieg im Sommer ebenso wie die TSG als Verbandsligameister (Südbaden) in die Oberliga auf und stellt sich nun im Au-Stadion vor. Es schließen sich die beiden aufeinander folgenden Auswärtsspiele beim VfR Mannheim (30. November, 14.30 Uhr) und beim ASV Durlach (7. Dezember, 14 Uhr/erstes Rückrundenspiel) an. Nach der Hausaufgabe gegen den FC Astoria Walldorf (13. Dezember, 14 Uhr) verabschiedet sich die TSG in die bis Ende Februar dauernde Winterpause.



Vorbericht TSV Crailsheim - TSG  (12.11.08)


Der TSG Balingen gehen die Spieler aus. Im Auswärtsspiel beim TSV Crailsheim (Samstag, 14.30 Uhr) stehen Tobias Göbel und Lukas Foelsch nicht zur Verfügung. Der Oberliga-Neuling ist krasser Außenseiter. Nach Dominik Stikel hat es mit Foelsch und Göbel zwei weitere Balinger erwischt: Gegen die Kickers (1:1) zogen sich die Offensivspieler Bänderverletzungen zu.

Zumindest bei Tobias Göbel gab's eine kleine Entwarnung: „Es ist kein Riss, sondern lediglich eine starke Innenbanddehnung im linken Knie“, berichtet der TSG-Angreifer, der von einer zweiwöchigen Zwangspause ausgeht. Lukas Foelsch hat sich derweil einen Innenbandriss im Sprunggelenk zugezogen, zudem ist ein Außenband angerissen. In den Kader zurück kehrt der Defensiv-Hüne Kevin Ketis, der seine Rotsperre abgesessen hat. Inwieweit Karsten Maier sein Team umbauen wird – oder notgedrungen muss – will der Trainer nicht verraten. Nur soviel: „Es gibt verschiedene Möglichkeiten – auch solche, die auf den ersten Blick nicht populär klingen.“ Ganz offenbar war Maier mit der Leistung seiner Elf gegen die Kickers nicht zufrieden; „wobei Ausnahmen die Regel bestätigen“, wie der Coach sagt. „Dass wir mehr können, wissen wir. Nur müssen wir das auch zeigen.“ Besonders gravierend dürfte sich der Ausfall der „Kreativabteilung“, namentlich Lukas Foelsch, auswirken. Weit und breit ist keiner in Sicht, der diese Lücke adäquat schließen könnte. Gegner Crailsheim lieferte in dieser Saison schon manche Schlagzeile. Zunächst ging der TSV mit dem früheren Nationalspieler Wolfram Wuttke in die Runde, doch wurde dem 299-maligen Bundesligakicker (u.a. Schalke, Gladbach, HSV, Kaiserslautern) nach acht Spieltagen der Trainerstuhl vor die Tür gesetzt. Zum Nachfolger bestellte der Klub quasi umgehend Uwe Igler, mit dem schon vor der aktuellen Spielzeit eine Kontaktaufnahme stattgefunden haben soll. Igler, zuvor mit dem FC Donzdorf in die Verbandsliga aufgestiegen, gab dem Crailsheimer Sponsor Hermann Opferkuch in dessen Wahlheimat in Basel die Zusage. Das Engagement des Ex-Kickers-Profis ist vorerst bis zum Rundenende befristet. Dennoch erhofft sich der 44-Jährige, in Ruhe arbeiten zu können: „Ich erwarte viel von der Mannschaft und von mir selbst auch. Und natürlich vom Umfeld, damit ich den Rücken für das Sportliche frei habe.“ Sorgen um eine gute Platzierung macht sich Uwe Igler nicht: „Wenn wir den guten Fußball hinbekommen, für den mein Co-Trainer Tobias Flitsch und ich stehen, dann kommt der Rest von selbst.“ Seit Jahren schon versucht Crailsheim in die Regionalliga aufzusteigen. Entsprechend hochkarätig bestückt ist der Spielerkader. Als herausragender Akteur gilt der Ghanaer Joseph Fameyeh (30), der seit acht Jahren das Crailsheimer Trikot trägt und seither in jeder Runde zu den besten Oberliga-Torschützen zählt. Als Sturmpartner könnte der Nigerianer Charles Udiefi (23) auflaufen, aber auch Ex-Junioren-Nationalspieler Bastian Heidenfelder (22), der bereits für 1860 München und den 1. FC Nürnberg am Ball war. Stützen im Mittelfeld sind Oskar Schmiedel und Eberhard Ilg, die auf eine gemeinsame Vergangenheit beim VfB Stuttgart zurückblicken können. Mit Thomas Weiß steht ein regionalligaerfahrener Keeper zwischen den Pfosten, der schon zum Aufgebot der deutschen U 20-Nationalelf gehörte.



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