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2:0 Sieg gegen Hoffenheim  (23.03.09)


Die TSG Balingen ist Tabellenzweiter in der Fußball-Oberliga! In einem gutklassigen Spitzenspiel bezwang der Neuling vor 1300 Zuschauern Hoffenheim 2 mit 2:0 (2:0). Beide Tore erzielte Turan Sahin. Mit dem 2:0-Erfolg gegen Hoffenheim schob sich die TSG Balingen an der Erstliga-Reserve vorbei auf den zweiten Tabellenplatz.

Diese schier sensationele Bestandsaufnahme nach dem 23. Spieltag machte Doppel-Torschütze Turan Sahin perfekt. Doch auch im Kollektiv überzeugte der Überraschungs-Aufsteiger, bei dem wiederum Sebastian Kellner einen Klasse-Tag erwischt hatte. Wohin der Ball auch flog – Keeper Kellner war schon dort. Die Ausfallliste von TSG-Trainer Karsten Maier wies beinahe Mannschaftsstärke auf: Auf insgesamt neun Akteure musste Balingen im Spitzenspiel verzichten. Nicht einmal Mittelfeldmotor Jörg Schreyeck konnte auflaufen. Den Hartheimer setzte eine Oberschenkelzerrung außer Gefecht. Aus der Not machte Maier eine Tugend: Der Balinger Coach brachte die Abteilung „Jugend forsch“ und bot mit Stikel, Üner, Kohle und Sahin gleich vier ausgewiesene Stürmer auf. Der Hallo-Wach-Effekt für die TSG setzte in der 19. Minute ein: Nach einem Willig-Foul an Gilles Ekoto-Ekoto gab’s Elfmeter für Hoffenheim. Christopher Hock führte aus, zielte durchaus platziert in die linke Ecke, doch Sebastian Kellner fischte sich den Ball im Stile eines Weltklasse-Torhüters. Diese Parade schien die Balinger förmlich zu beflügeln. Anders ist der unwiderstehliche Alleingang von Turan Sahin ganze drei Minuten später kaum zu erklären. Der TSG-Toptorjäger tankte sich mit etwas Glück durch die gesamte Hoffenheimer Hintermannschaft und schloss nervenstark zum umjubelten 1:0 ab (22.). Kurz danach hatte die Maier-Elf zwei brenzlige Situationen zu überstehen, als Dennis Ruiz-Maile knapp vorbeiköpfte (24.) und Matthias Kellers Schuss im letzten Moment geklärt wurde (27.). Ein weiter Ketis-Einwurf ging dem 2:0 voraus. Dominik Stikel legte das Leder mit viel Übersicht auf Turan Sahin ab und der traf von der Strafraumgrenze mit einem Flachschuss ins Tor (30.). Vor der Pause kam Hoffenheim, das drei Akteure aus dem Bundesligakader aufbot, noch dreimal (32., 43., 44.) gefährlich auf. In höchster Not klärte dabei Erik Raab, der den heranfliegenden Ball auf der Torlinie wegköpfte. Auch im zweiten Durchgang waren die Kraichgauer mehrfach drauf und dran, den Anschlusstreffer zu erzielen. Ruiz-Maile und Demir Januzi verfehlten mit ihren Kopfbällen um Haaresbreite das Balinger Gehäuse (47., 50.), auf der Gegenseite köpfte Andreas Kohle nach einer Sahin-Freistoßflanke vorbei (52.) und Sahin selbst, von Pfumm bedient, scheiterte nach einem Alleingang an Schlussmann Daniel Bernhardt (68.). Es ging nun hin und her, wobei Keller und Schön auf Hoffenheimer Seite (69., 73.) sowie Pflumm, nach Sahin-Zuspiel (74.), die besten Einschussmöglichkeiten besaßen. Mächtig Aufregung herrschte nach 76 Minuten. Vorausgegangen war ein Foulspiel am Balinger Youngster Tim Wissmann, daraufhin gab’s eine Rudelbildung, wobei Kevin Ketis einen Kopfstoß verpasst bekam und sich anschließend zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ. Schiri Simon Hirzel zeigte Ketis und dem Hoffenheimer Marcel Brandstetter jeweils die Rote Karte. Im Spiel „zehn gegen zehn“ drückte Hoffenheim mächtig, sah sich aber immer wieder den zumindest im Ansatz gefährlichen Balinger Kontern gegenüber. Eine weitere unschöne Aktion des Gegners: Marcel Klefenz rammte Tim Wissmann den Ellenbogen ins Gesicht (87.). Wissmann zog sich dabei einen Nasenbeinbruch und eine klaffende Wunde zu, die in der Balinger Kreisklinik genäht werden musste. Referee Hirzel ahndete das Foul allerdings nicht. Nach dieser turbulenten Schlussphase reckten die Balinger die Arme nach oben: Nach insgesamt 94 Minuten pfiff Hirzel ab. Möglicherweise war dies zugleich der Schlusspfiff für die Hoffenheimer Aufstiegsambitionen.


Bilder vom Hoffenheim-Spiel (www.foto-kara.de)  (25.03.09)













Vorbericht TSG - TSG Hoffenheim II  (19.03.09)


Es sind im Prinzip genau diese Spiele, die die Popularität des Fußballsports erklären: Der Vergleich zwischen Groß und Klein, zwischen David und Goliath, zwischen bescheidenen Schwaben, die mit spitzer Feder kalkulieren und zwischen dem Perspektivteam des Bundesliga-Herbstmeisters, dessen Auftrag es ist, sich den Meistertitel in der Oberliga unter den Nagel zu reißen.

Die TSG spielt am Samstag (15 Uhr) gegen 1899 Hoffenheim 2. Balingen gilt als krasser Außenseiter, auch wenn man das Kräftemessen als Tabellendritter angeht und Hoffenheim nur einen Platz besser postiert ist. Aus dem gut bestückten Hoffenheimer Team ragen in der Defensive Aytac Sulu und Philipp Klingmann heraus, Routinier Matthias Keller, einst beim 1. FC Kaiserslautern, ist der Leithammel im Mittelfeld, in dem auch das Hoffenheimer Mega-Talent Andreas Schön (19) zu finden ist. Ganz prominent ist die Offensive besetzt: Gilles Ekoto-Ekoto, Dennis Ruiz-Maile und der in der Winterpause eigentlich für die Bundesligatruppe verpflichtete Kai Herdling (zuletzt SV Waldhof) sollen ihren Gegnern Angst und Schrecken einjagen. Herausragend: Die Torbilanz des Tabellenzweiten. 44 Mal haben Ekoto-Ekoto & Co. getroffen, ganze acht (!) Gegentreffer kassierte das Team – im Schnitt also schlug's nur alle 225 Minuten im 1899-Kasten ein. Die Balinger Mannschaft – oder zumindest das, was nach sieben verletzungsbedingten Ausfällen davon übrig geblieben ist – gilt zwar als klarer Underdog, gibt sich aber angriffslustig: „Wir haben schon Gegner von diesem Kaliber bezwungen“, sagt Karsten Maier keck. Das Pikante an der Sache: Weil Hoffenheim noch mit einem Nachholspiel im Rückstand ist, könnte die TSG mit einem Sieg sogar am Titelanwärter vorbeiziehen. Derzeit hat Balingen 39 Zähler auf dem Konto, Hoffenheim 41. Fest steht: Der Knüller im Au-Stadion überstrahlt den 23. Spieltag. Selbst der Tabellenführer aus Großaspach, der vorige Woche beim Topspiel in Hoffenheim vor 1100 Zuschauern ein 1:1 erreichte, dürfte auf den Ausgang des Duelles im Au-Stadion gespannt sein – schließlich erhofft sich der Branchenführer insgeheim Schützenhilfe von der TSG. Die Aspacher spielen erst am Sonntag (gegen Villingen).

In enger Kooperation mit dem Top Ten (ehemals Treffpunkt) offeriert die TSG allen Frauen sowie Schülerinnen und Schülern freien Eintritt. An alle weiblichen Spielbesucherinnen (ab 18 Jahre) schenkt die TSG gratis Sekt aus.



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