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Kampfsieg in Au!  (04.09.05)


In Unterzahl verteidigte die TSG Balingen die Tabellenführung in der Fußball-Verbandsliga. Bei der Spvgg Au gab's einen 2:1-(1:0-)Sieg - schon das vierte Erfolgserlebnis in Folge. 50 Minuten lang musste Balingen zu zehnt auskommen - Mittelfeldspieler Vitali Heinrich hatte die gelb-rote Karte gesehen - zudem hielt Torhüter Igor Idjakovic trotz einer klaffenden Platzwunde bis zum Schlusspfiff durch. Am Ende stand ein 2:1-Sieg bei der Spvgg Au - und die Erkenntnis, dass die TSG auch in dieser Runde nur schwer zu bezwingen sein wird. In einem packenden Verbandsliga-Duell schenkten sich beide Teams von Beginn an nichts. Balingen startete schwungvoll und gab insbesondere in der ersten halben Stunde den Ton an. Eine Schrecksekunde gab's für die mitgereisten Fans nach 20 Minuten: Idjakovic parierte einen Freistoß und wurde dann von einem Auer Angreifer unfair attackiert. Am Boden liegend traf den Balinger Keeper ein Kickschuh am Kopf - unschöne Erinnerung daran ist eine mehrere Zentimeter lange Platzwunde. TSG-Physiotherapeut Erich Arnold leistete die Erstversorgung. Nach der Partie erlebten Spielleiter Rolf Niggel und Idjakovic die Auswirkungen der Gesundheitsreform: Erst in der Klinik in Laupheim, dem dritten Krankenhaus (nach Illertissen und Weißenhorn), das die beiden aufsuchten, erklärte sich ein Arzt bereit, die Wunde zu nähen. Zurück zum Spiel. Im ersten Angriff nach der Kung-Fu-Attacke glückte den Gästen das 0:1: Nach einem Freistoß von Nenad Nikolic stieg Michael Bezirgianidis am höchsten und köpfte schulbuchmäßig ein - bereits das dritte Saisontor des Ex-Bonlandeners. Au verstärkte seine Offensivbemühungen - und hatte Pech: Ein 16-Meterknaller klatschte in der 38. Minute an die Unterkante der Balinger Querlatte. Umstritten war zwei Minuten später der Platzverweis für Heinrich. Der TSG-Mittelfeldspieler wurde von Schiri Raichle wegen einer angeblichen "Schwalbe" frühzeitig zum Duschen geschickt. Die Hausherren erspielten sich nun eine klare Feldüberlegenheit, vergaben aber ihre Tormöglichkeiten teils kläglich. Bei einem Konter schlug dafür erneut die Elf von Trainer Karsten Maier zu: Jörg Schreyeck spielte das Leder aus der eigenen Hälfte auf Nikolic - und der lief von der Mittellinie aus mutterseelenallein auf Spvgg-Schlussmann Princz zu. Nikolic' Flachschuss zischte am Keeper vorbei via Innenpfosten zum 0:2 ins Tor (55.). Fast im direkten Gegenzug gelang Au durch Ex-Profi Markus Pleuler das 1:2 (57.). Die TSG verzeichnete durch Bezirgianidis' Lattenschuss nur noch eine gute Möglichkeit (72.), während die Illertäler in ihrem Bemühen um den durchaus verdienten Ausgleich an Idjakovic oder an den eigenen Nerven scheiterten.
TSG Balingen: Idjakovic; Willig, Ewert, Schelling, Taube, Schreyeck, Di Lucia (65. Todorovic), Heinrich, Bezirgianidis (82. Schippert), Nikolic, Sahin (60. Raab).
Tore: 0:1 Bezirgianidis (21.), 0:2 Nikolic (55.), 1:2 Pleuler (57.).
Schiedsrichter: Raichle, Bad Waldsee.
Besonderheiten: Gelb-rote Karte für Heinrich (40./Balingen).
Zuschauer: 300.
Nächstes Spiel: TSG Balingen - TB Kirchentellinsfurt (Samstag, 10. September, 15.30 Uhr, Au-Stadion). 


Vorbericht Spvgg Au - TSG

Die TSG Balingen peilt den vierten Saisonsieg an. Am Samstag (Beginn 15.30 Uhr) gastiert der Spitzenreiter der Fußball-Verbandsliga bei der nur schwer einzuschätzenden Spvgg Au. Ohne den verletzten Gerhard Rill, der mit einem Innenbandeinriss am Knie wohl vier Wochen lang ausfällt, aber mit einer großen Portion Zuversicht im Gepäck fährt die TSG Balingen zum aktuellen Tabellenzehnten ins Illertal. „Wir haben sehr gut trainiert und möchten natürlich in Au punkten“,
verrät Trainer Karsten Maier die Marschroute fürs morgige Auswärtsspiel. Seine Einschätzung: Mit einer ähnlich konzentrierten Leistung wie zuletzt gegen Bonlanden (1:0) müsste Balingen beim bayrischen Klub etwas Zählbares holen. Die Illertaler spielen in dieser Runde bislang die Rolle der launischen Diva. Die beiden Derbys beim FV Illertissen (0:2) und bei Olympia Laupheim (0:1) gingen verloren, ebenso das WFV-Pokalspiel gegen Oberligist Ulm (0:4) – doch zu Hause ist die Sportvereinigung noch ohne Niederlage: Am ersten Spieltag gab's ein respektables 1:1 gegen Oberliga-Absteiger Spvgg Ludwigsburg, im zweiten Heimspiel wurde der SV Böblingen mit 4:1 weggefegt. Die Leistungsschwankungen könnten im Neuaufbau des Teams begründet sein. Denn Au verzeichnete in der Sommerpause einen gewaltigen Umbruch. Der Ex-Oberligist trennte sich von 14 Spielern und engagierte elf neue Kräfte – darunter Roberto Bonsignore, Francis Kwayep (beide FV Olympia Laupheim), Joachim Dewein, Hüseyin Irmak (beide Bundesliga-Junioren SSV Ulm 1846), Markus Pleuler, Antonio Saccotelli (beide SSV Ulm 1846) und Florian Steck (Heidenheimer SB). Pleuler bildet mit seinem früheren Profi-Kollegen Frank Kinkel und dem bisherigen Assistenzcoach Heiko Lepadusch ein Trainer-Dreigestirn – ein Novum in dieser Klasse. In der zurückliegenden Runde geriet die Spvgg Au mehrfach in die Schlagzeilen – zum einen wegen des unerwarteten Abstiegskampfes, in den die als Geheimfavorit gestartete Mannschaft verstrickt war; zum anderen wegen einer schweren Führungskrise. Eine Vereins-Opposition monierte öffentlich die Allein-Herrschaft der Familie Oßwald – worauf hin sich nach Neuwahlen eine völlig neue Abteilungscrew formierte.
Mittlerweile scheint Ruhe eingekehrt zu sein. Ehrenpräsident Heinrich Oßwald, nach dem das Auer Stadion benannt ist, unterstützt den Klub weiterhin, sein Sohn Walter leitet nach wie vor den Spielbetrieb.



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