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TSG belohnt sich in Unterzahl  (02.11.08)


Die TSG Balingen hamstert weiterhin in Eichhörnchenmanier Punkte. Der Oberliga-Aufsteiger gewann auch bei der Spvgg Au mit 2:0 (0:0). Turan Sahin und Marc Buchstor erzielten die beiden Treffer. Dicke Backen – und wenig dahinter: Vor dem Spiel scheute es die Spvgg Au nicht, den Mund voll zu nehmen.

„Wir haben uns nach einem schwachem Start in der Oberliga gefangen, sind aber erst richtig in der Liga angekommen, wenn wir die TSG Balingen schlagen“, meinte der Auer Defensivspieler Krisztian Müller. Der 31-jährige Ungar, der bis 2006 beim SSV Ulm 1846 spielte, legte nach: „Nach dem 1:5 im letzten Saisonspiel der vorigen Runde haben wir mit den Balingern noch eine Rechnung zu begleichen.“ Ungewohnte Schützenhilfe in Sachen Motivation leistete der TSG ausgerechnet der Auer Trainer Markus Pleuler. „An solchen Mannschaften können wir uns hochziehen“, behauptete der Ex-Profi vor dem Anpfiff und wollte gar wissen, dass „uns Balingen ausgesprochen gut liegt.“ Speziell in der ersten Halbzeit war davon wenig zu sehen. Denn die TSG gab im Illertisser Stadtteil klar den Ton an und hätte mit einem satten Polster in die Pause gehen müssen. „In der Kabine gab’s nur ein Thema: Die Chancenverwertung“, ließ Karsten Maier hinterher wissen. Der Balinger Coach musste mitansehen, wie nach einem Strafraum-Foul an Turan Sahin die Pfeife des Schiris stumm blieb (2. Minute), wie Tobias Göbels Fallrückzieher am Tor vorbei strich (5.) und Dominik Stikels Direktabnahme geblockt wurde (6.) und schließlich Manuel Pflumm bei einem 20-Meter-Freistoß die Torlatte zum Beben brachte (9.). Allein schon in diesen Anfangsminuten hätten die Gäste den Sack fast schon zumachen können. Dabei trafen die Maier-Schützlinge auf einen Kontrahenten, der sehr rustikal einstieg, was vom Unparteiischen aber nicht konsequent genug geahndet wurde. Schwerstarbeit hatte Balingens Physio Hagen Gräter zu verrichten, der allein in der ersten Viertelstunde - nach teils üblen Foulspielen gegen Stikel, Willig, Sahin, Pflumm und Foelsch - einer der gefragtesten Männer auf dem Platz war. Richtig nervig waren Markus Pleulers Kommentare am Spielfeldrand. Der Auer Trainer beschimpfte ohne Unterlass seinen Balinger Kollegen und versuchte auf das Schiri-Gespann Einfluss zu nehmen. Eine Folge der ruppigen Auer Gangart war die Verletzung von Dominik Stikel, der mit einem Außenbandabriss früh vom Platz musste. Als weitere Konsequenz durften sich die meist ungeschoren davon gekommenen Platzherren auch sporadisch in Szene setzen. Doch TSG-Torhüter Sebastian Kellner hielt seinen Kasten bei Vorstößen von Krisztian Müller (21.) und Milton Tembo (26.) sauber. Auf der Gegenseite verschmähten Lukas Foelsch (28.), Turan Sahin (29.), Tobias Göbel (31.), wieder Sahin (33.) und Bernd Bauer, dessen Kopfball auf der Torlinie weggeköpft wurde (39.), beste Einschussmöglichkeiten. Nach der Pause knickte die TSG leistungsmäßig ein und fand lange Zeit nicht mehr den Faden. Chancen sprangen dennoch heraus: Pflumm (48.), Foelsch (55./höchst strittige Abseitsentscheidung), Sahin (60.) und Willig (62.) hatten aber ihr Visier meist zu ungenau eingestellt. Au hätte nun ebenfalls in Führung gehen können. Kellner klärte gegen Wolfgang Erhard gleich doppelt (70., 80.), Müller zielte drüber (72.) und Manuel Andorfer fand ebenfalls in Kellner seinen Meister (82.). Schreyeck (73.) und Bauer (76.) brachten wiederum das Auer Gehäuse in Gefahr, ehe Balingens Spielführer Nico Willig nach wiederholtem Foulspiel vom Platz flog (77.). Auch in Unterzahl war die TSG aber nicht mehr aufzuhalten. In einem starken Finish machte der Aufsteiger den Sieg perfekt. Klasse herausgespielt war das 0:1, das Turan Sahin nach Raab-Göbel-Vorarbeit erzielte. Der 24-Jährige umkurvte erst einen Gegenspieler, dann den Auer Keeper und schob locker, lässig ein (84.). Damit nicht genug: Göbel verlängerte wenig später einen Kellner-Abschlag in den Lauf des soeben eingewechselten Marc Buchstor, jener narrte ebenfalls den Auer Schlussmann und traf aus spitzem Winkel zum 0:2 (88.).



Vorbericht Spvgg Au - TSG  (01.11.08)


Der 2:1-Erfolg beim FC Nöttingen und das vorherige 0:0 bei der SG Sonnenhof Großaspach ließen den Respekt wachsen: „Balingen hat sich im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gesteigert“, behauptet der Auer Trainer Markus Pleuler, dessen Team den Mitaufsteiger am Samstag (Beginn 14.30 Uhr) empfängt.


Während die TSG zuletzt voll punktete, rutschte die Spvgg Au auf heimischem Gelände aus: Gegen den wieder erstarkten VfL Kirchheim setzte es eine 0:1-Niederlage. Bezeichnend für die Auer, die in 13 Spielen entweder keinen Treffer kassiert oder ein Tor erzielt haben, fiel die Entscheidung in der Nachspielzeit. Neuzugang Fabio Raach (kam vom SSV Reutlingen) fälschte kurz vor dem Abpfiff einen Ball unhaltbar ab. „Die Spvgg Au hinkt hinter den eigenen Erwartungen zurück“, weiß der Balinger Übungsleiter Karsten Maier, der - wie viele andere auch - die Illertäler deutlich weiter vorne in der Tabelle erwartet hätte. Denn nach dem Aufstieg angelten sich die Bayern nicht weniger als zehn Neuzugänge. Gleichwohl musste die Sportvereinigung auch einige Lücken schließen; etwa die von Bastian Heidecker, der im Sommer zum Neu-Regionalligisten 1. FC Heidenheim wechselte.
Die Leistung vom Sieg in Nöttingen wolle man in Au bestätigen, fährt Karsten Maier fort und legt die Messlatte damit hoch: „Wenn möglich, streben wir drei Punkte an. Auf jeden Fall wollen wir etwas Zählbares mitnehmen.“ Bei aller Zuversicht: Unterschätzen dürften die Kreisstädter ihren morgigen Gastgeber nicht. Zumal Au vor der Kirchheim-Pleite zweimal in Folge siegreich geblieben war. Die beiden „Dreier“ verschafften dem Neuling etwas Luft im Tabellenkeller. Im Moment rangiert Au auf Tabellenplatz 13. Das Aufgebot des Balinger Mitaufsteigers ist nicht von pappe. Markus Pleuler, vor neun Jahren noch für Ulm in der Bundesliga aktiv, steht ein ehrgeiziger und junger Kader zur Verfügung (Durchschnittsalter 23 Jahre). „Der Schritt von der Verbandsliga in die Oberliga ist allerdings groß und war nicht leicht“, sagt der Coach nund fügt an: „Aber allmählich ist die Mannschaft in der neuen Spielklasse angekommen.“
Die meisten Sorgen bereitet Pleuler, der bereits seit vier Jahren das Traineramt in Au inne hat, die schlechte Offensive: In elf Spielen erzielte Au erst sieben Tore. Auffallend: Jeder der drei Saisonsiege wurde durch ein 1:0 eingefahren. Der einfache Grund für die Sturmmisere: Alle etatmäßigen Stürmer waren lange Zeit verletzt – die Angriffsarbeit bei den Auern übernahmen also oftmals die anderen Mannschaftsteile. Gegen Balingen allerdings stehen Pleuler sämtliche Kicker seines Aufgebots zur Verfügung. In der vorigen Saison standen sich beide Teams noch in der Verbandsliga gegenüber. Damals gab's in der Hinrunde ein hart umkämpftes 0:0, wobei Au die Mehrzahl an Tormöglichkeiten besaß, dafür Balingen kurz vor Spielende beinahe durch Erik Raab in Führung gegangen wäre. Das Duell in der Rückrunde – zugleich das letzte Saisonspiel – entschied die TSG überraschend deutlich mit 5:1 für sich. Allerdings stand mit Balingen bereits vor dem Anpfiff der Meister und mit Au der „Vize“ fest.



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