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TSG stürzt den Tabellenführer!  (21.04.07)


Mit einem Kraftakt hat die TSG Balingen ihr Heimspiel gegen den Aufstiegsaspiranten Schwieberdingen hochverdient mit 1:0 gewonnen. Der Primus zeigte sich alles andere als oberligareif. „Trotz des guten Tabellenplatzes war der Gegner heute alles andere als stark“, ordnet TSG-Coach Karsten Maier die Leistung des Tabellenführers in die richtige Schublade ein. Schwieberdingen präsentierte sich völlig strukturlos und vor allem viel zu aggressiv im Balinger Au-Stadion. Laut den doch wenigen Zuschauern – 270 an der Zahl –, die trotz des Ausflugswetters den Weg ins Stadion gefunden hatten, wären nach 90 Minuten gewiss keine zehn Mann im hellblau-weißen Leibchen mehr auf dem Grün gestanden. So manche Schiedsrichterentscheidung ließ auch den größten Fußball-Experten verständnislos den Kopf schütteln. Auch Karsten Maier, der seinen Jungs einzig den Vorwurf macht, es nur einmal klingeln gelassen zu haben: „Der Sieg war einfach hochverdient“. In der ersten Hälfte gab es allerdings noch nicht viel zu sehen. „Das Spiel ist irgendwie lahm“, mäkelt ein gelangweilter Tribünengast. Viel interessanter war da schon der Spielstand im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion. Wenn allerdings etwas zustande kam, dann von Seiten der Maier-Truppe. Bernd Bauer vergab eine Kopfball-Gelegenheit (9.) und Martin Taube verdribbelte sich im Strafraum (16.) – nichts richtig Heißes. Einzig in der 39. Minute knisterte die Luft: Bauer und Tobias Göbel marschierten gen Strafraum, Göbel bediente Bauer, doch der schlug am Leder vorbei. In der Kabinenkonferenz schien der Balinger Coach die richtigen Worte gefunden zu haben, denn das Spiel seiner Jungs lief wie geschmiert. Ein traumhafter Schachzug gelang ihm mit der Einwechslung von Gerhard Rill zur Pause (für Felice Di Lucia), der unmittelbar nach Wiederanpfiff nur haarscharf an der Kiste vorbeizog. Und so ging es von nun an fort, vor allem Göbel überzeugte in den Kontern. In Minute 51 donnerte er die Kugel an die Unterkante der Querlatte, der Aacherner Referee Dietmar Geißler hatte allerdings bereits korrekt Abseits abgepfiffen. Die Ruppigkeit der strauchelnden Gäste nahm mit der Spielzeit zu, Balingen hingegen ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. „Meine Jungs haben aus den vergangenen Spielen gelernt“, betont Maier die Fairness seiner Truppe. In Minute 53 sah TSV-Defensivmann Björn Beck nach einer Notbremse an Göbel die rote Karte, der darauf folgende Freistoß zischte über die Mauer hinweg an den Pfosten. Die einzigen beiden wirklichen Torchancen Schwieberdingens – beide Male Freistöße aus mittlerer Distanz – entschärfte Keeper Igor Idjakovic bravourös, einen davon in der Nachspielzeit. Das erlösende 1:0 besorgte Martin Taube in der 62. Minute per Kopfball nach einer schönen Hereingabe von Turan Sahin. Nach der Partie verlieh Gianni Coveli, Übungsleiter des gebeutelten Spitzenreiters, seiner Enttäuschung Ausdruck und erschien nicht einmal zur Pressekonferenz. „Wenn die weiter so spielen, holen die auch nicht mehr viele Punkte“, prophezeit sein Balinger Pendant.
TSG Balingen: Idjakovic; Rudenko, Raab, Schelling, Taube, Todorovic, Schreyeck, Bauer (76. Cus), Göbel, Sahin (85. Mayer), Di Lucia (46. Rill).
Schiedsrichter: Geißler (Aachern).
Tor: 1:0 Taube (62.).
Besonderes Vorkommnis: Rote Karte gegen Björn Beck (53./ Schwieberdingen).
Zuschauer: 270.
Nächstes Spiel: FV Illertissen – TSG Balingen (Samstag, 28. April, 15.30 Uhr).



Vorbericht TSG - TSV Schwieberdingen  (20.04.07)


Der Spitzenreiter kommt. Fußball-Verbandsligist TSG Balingen empfängt am Samstag (15.30 Uhr) den TSV Schwieberdingen. Trainer Karsten Maier möchte den Primus „etwas ärgern“. Mit den eigenen Ambitionen ist's in dieser Runde nicht mehr weit her: Die TSG Balingen hinkt elf Punkte hinter dem Topduo mit Schwieberdingen und Kirchheim (jeweils 47 Zähler) zurück. Die Balinger (36) können die Differenz am morgigen Samstag also höchstens auf acht Punkte verringern. Dennoch möchte Trainer Karsten Maier die Saison nicht einfach auslaufen lassen. Der dritte Rang soll es schon sein am Ende eines Spieljahres, in dem insbesondere in der Hinrunde leichtfertig Boden verschenkt wurde. Und zudem möchten die Kreisstädter das „Zünglein an der Waage“ spielen. Denn außer dem TSV Schwieberdingen kreuzt auch noch dessen im Moment einziger Verfolger VfL Kirchheim an der Eyach auf – und zwar exakt in zwei Wochen (5. Mai, 15.30 Uhr). Dazwischen liegt das Auswärtsspiel beim FV Illertissen (28. April, 15.30 Uhr).
Die morgige Hausaufgabe gegen Schwieberdingen dürfte eine der schwierigsten in der gesamten Saison sein. Denn der Tabellenführer verfügt über einen „erstklassig bestückten Kader“, wie es Karsten Maier formuliert. Tobias Büttner, einst beim VfB Stuttgart, Nicola Mazzola, Oliver Dense und natürlich Toptorjäger Marco Grüttner sind die Korsettstangen im Team des Branchenführers, dessen Trainer Gianni Coveli morgen auch wieder den zuletzt gesperrten Dima Schurichin einsetzen darf.
Zuletzt behauptete sich der Spitzenreiter nach anfänglichen Schwierigkeiten mit 3:1 gegen Dorfmerkingen. „Es war das erwartete Geduldspiel“, räumt Gianni Coveli ein. Und er fügt an: „Dorfmerkingen hat sich hier teuer verkauft, immer wieder auf seine Chance gelauert und auch nach vorne gespielt.“ Erst in der Schlussphasae besiegte der TSV den tapferen Tabellenletzten dann doch noch. Nach einem Foul – Marc Kern wurde im Strafraum umgerissen – verwandelte TSV-Kapitän Tobias Büttner den fälligen Elfmeter zum 2:1. In der Schlussminute schloss Mazzola einen Konter zum 3:1-Endstand ab. Im Hinspiel gab's ein 2:2, wobei die TSG schon mit 2:0 vorne lag und erst in doppelter Unterzahl – nach gelb-roten Karten gegen Göbel und Schreyeck – noch den Ausgleich kassierte. Mit Schwieberdingen reist die Torfabrik der Liga an: Schon 57 mal ließen es die TSV-ler in Gegners Kasten klingeln, wobei sich Grüttner, derzeit Erster der Torjägerliste mit 19 Treffern und Büttner (13 Tore) besonders hervortun. TSG-Coach Karsten Maier muss sein Team gegenüber der 1:4-Schlappe in Ludwigsburg notgedrungen umbauen, weil Spielführer Nico Willig (Urteil steht noch aus) nach seiner Roten Karte auf Eis liegt. Doch vor personellen Rochaden schreckt der Balinger Trainer ohnehin nicht zurück. Mit Igor Idjakovic (für Manuel Raisch) und Gerhard Rill (für Tobias Göbel) brachte Maier bereits am zurückliegenden Wochenende zwei neue Kräfte. Nun eröffnet sich mindestens einem weiteren Akteur die Chance, sich in die Stammelf zu spielen.



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