



Die TSG Balingen bastelt an einer Serie. Das gestrige 2:2 (1:0) beim TSV Schwieberdingen war bereits das vierte Spiel in Folge ohne Niederlage. Allerdings vergeigte das Team einen 2:0-Vorsprung. „Die kommen mit Sicherheit noch ganz nach vorne", urteilte Schwieberdings Coach Gianni Coveli nach der gestrigen Verbandsliga-Partie über die TSG. Und er ergänzte: „Die Balinger sind erneut ein Topfavorit, auch wenn sie etwas in den Startlöchern stecken geblieben sind." TSG-Übungsleiter Karsten Maier reiste mit voller Kapelle an: Alle Akteure waren einsatzbereit – und Kapitän Nico Willig bestritt sein erstes
Spiel in dieser Saison von Beginn an. Die Begegnung stand von Beginn an auf Messers Schneide, beide Kontrahenten schenkten sich nichts. In einem abwechslungsreichen, äußerst munteren und sehr intensiven Schlagabtausch verzeichnete die TSG im ersten Durchgang ein Chancenplus. Nach einer Göbel-Flanke verpasste Dilucia (7. Minute), Schreyeck zielte aus 18 Metern drüber (29.), Göbel blieb nach starkem Dilucia-Zuspiel am prächtig reagierenden TSV-Keeper Andreas Kummer hängen (42.). Schwieberdingen kam zweimal gefährlich auf: Einem Abseitstreffer versagte Schiri Raichle die Anerkennung (18.) und bei einem platzierten Kopfball war Keeper Igor Idjakovic zur Stelle (28.). Sekunden vor dem Pausenpfiff das 0:1: Neuzugang Alexander Neagos erkämpfte sich mit starkem Einsatz den Ball an der Mittellinie, marschierte Richtung Grundlinie, legte quer und der mitgelaufene Tobias Göbel hatte keine Mühe, aus kurzer Entfernung einzuschieben (45.). Im zweiten Abschnitt schien sich
früh eine Vorentscheidung abzuzeichnen. Nach einer Schreyeck-Flanke köpfte Tobias Göbel zum 0:2 ein (51.). Nur drei Minuten später zwang Schreyeck mit einem 35 Meter-Knaller Schwieberdingens Schlussmann zur Glanzparade. Die TSG hielt das Zepter in der Hand. Eine strittige Szene leitete die Wende ein. TSG-Torhüter Igor Idjakovic prallte in der 64. Minute mit einem Gegenspieler zusammen – Referee Raichle pfiff zur Verwunderung von TSG-Spielleiter Bernd Jetter Elfmeter: „Keine fragwürdige, sondern eine falsche Entscheidung“, wetterte der Funktionär. Tobias Büttner ließ sich die Chance nicht entgehen – und schon stand's nur noch 1:2. Der nächste Aufreger: Einen Neagos-Treffer nach Göbel-Vorarbeit – das vermeintliche 1:3 also – gab Raichle nicht (70.). Eine Viertelstunde vor Schluss der Ausgleich. Eine Flanke gelangte zum am langen Pfosten lauernden Marco Grüttner und der traf zum 2:2 (75.). Die TSG hätte fast noch einmal vorgelegt, aber Kummer kratzte einen Dilucia-Kracher von der Linie (80.). „Wir haben stark gespielt – ärgerlich ist nur, dass es nicht zum Sieg gereicht hat. Und das lag sicherlich
nicht nur an uns“, spielte Jetter auf die unglückliche Spielleitung an.
TSG Balingen: Idjakovic; Willig, Raab, Schelling, Taube, Schreyeck, Rudenko (69. Sahin), Todorovic (90. Cus), Göbel, Dilucia, Neagos (76. Nikolic).
Tore: 0:1, 0:2 Göbel (45., 51.), 1:2 Büttner (64., FE), 2:2 Grüttner (75.).
Besonderheiten: Gelb-rote Karten für Schreyeck (74.) und Göbel (90.).
Zuschauer: 400.
Schiedsrichter: Tobias Raichel (Maichingen).
Nächstes Spiel: TSG Balingen – FV Illertissen (21. Oktober, 15.30 Uhr).




Beim Spitzenreiter TSV Schwieberdingen schlägt am Sonntag (Anpfiff 15 Uhr) die TSG Balingen auf. Die Gastgeber führen die Tabelle der Verbandsliga mit drei Punkten Vorsprung an. Kann die TSG Balingen beim Tabellenführer aus einer geordneten Defensive heraus die entscheidenden Nadelstiche setzen? „Wir spielen auf Sieg“, lässt jedenfalls Trainer Karsten Maier keinen Zweifel daran, dass er und sein Team gewillt sind, den Schwieberdingern das Leben so schwer wie möglich zu machen. Personell kann der TSG-Coach praktisch aus dem Vollen schöpfen. Wenn auch schon die Tabellensituation – am Sonntag spielt der Erste
(16 Punkte) gegen den Zehnten (9) – eindeutig gegen die Maier-Schützlinge spricht, so könnten sich die Kreisstädter wenigstens auf die Statistik stützen: Von den bislang vier Vergleichen mit Schwieberdingen ging noch kein einziger verloren. In der vorigen Runde (2:0 und 2:1) siegte die TSG gleich zweimal, in der Saison 2004/2005 gab's ein 2:1 und ein 0:0. Besonders die Auswärtsspiele hatten es in sich: In beiden Begegnungen standen beim Schlusspfiff nur noch acht Balinger Feldspieler auf dem Platz. Der TSV Schwieberdingen gilt mittlerweile als Titelfavorit Nummer eins – ein Prädikat, das sich das Team um Spielertrainer Gianni Coveli nicht erst mit dem starken Saisonstart erworb. Schon in der Vorbereitung hinterließ man mit Siegen gegen höherklassige Gegner markante Duftmarken. Höhere Ambitionen schieben die Schwieberdinger erst gar nicht beiseite. „Wir sind vom Potenzial bestimmt nicht schlechter geworden", sagt TSV-Manager Erich Wild mit Blick auf die Veränderungen gegenüber der Vorsaison, die Schwieberdingen mit nur einem Zähler Rückstand auf die TSG als Dritter abschloss. Qualität kaufte der Klub speziell mit den Ex-Ludwigsburgern Marc Kern und Tobias Büttner ein. „Mit unseren Neuen bin ich sehr zufrieden", sagt Gianni Coveli – und ergänzt: „Sie passen sportlich und menschlich zu uns." Nach dem zuletzt knapp verpassten Oberliga-Aufstieg unternimmt Schwieberdingen nun einen neuen Anlauf: „Wir wollen unter die ersten Fünf kommen. Wer Meister werden will, muss uns erst einmal schlagen", gibt sich Coveli selbstbewusst. Wie ernst es den TSV-Verantwortlichen mit ihrem Ansinnen ist, beweisen die intensiven und gezielten Transfertätigkeiten während der Sommerpause – und die Tatsache, dass noch am letzten Tag der Wechselfrist mit dem 22-jährigen Mittelfeldspieler Nikolaos Vassiliou einen weiterer Oberligaspieler von den SV Stuttgarter Kickers II losgeeist werden konnte. Angreifer Dima Schurichin dürfte hingegen gegen die TSG ausfallen: Der Stürmer zog sich vor drei Wochen einen dreifachen Bänderriss in der Schulter zu. Coveli sagt: „Ich rechne nicht so schnell mit ihm." Schwieberdingen startete nahezu makellos in die Runde. Fünf Saisonsiegen (4:3 in Bissingen, jeweils 3:1 gegen Donzdorf und Au/Iller, 2:1 in Laupheim sowie 2:0 in Dorfmerkingen) stehen erst eine Niederlage (1:4 in Ditzingen) und ein Remis (1:1 gegen Hildrizhausen) gegenüber.

