



Balingen hat auch das zweite Verbandsliga-Spiel nach der Winterpause verloren. Beim SV Bonlanden unterlag die Mannschaft von TSG-Trainer Karsten Maier unglücklich mit 0:1 (0:1). Trotz der Niederlage war im Vergleich zur Heimschlappe gegen Fellbach eine deutliche Leistungssteigerung auszumachen. Von der ersten bis zur letzten Minute rackerte die Maier-Elf, erspielte sich zahlreiche Chancen, brachte aber den Ball nicht im Gehäuse unter. Fortuna hatte sich an diesem Samstag eindeutig den Gastgebern zugewandt, die eigentlich nur eine einzige Großchance hatten und das goldene Tor aus einer klaren Abseitsposition erzielten. "Wir haben in der ersten Halbzeit richtig gut Fußball gespielt", lobte Maier seine Jungs, die mit ihrer 4:3:3-Aufstellung den Gegner auf dem engen Kunstrasenplatz regelrecht in dessen Hälfte einschnürten. Die erste gute Möglichkeit hatte in der siebten Minute nach einer guten Kombination Felice Dilucia auf dem Fuß, der frei vor SV-Keeper Jürgen Thomma auftauchte, aber verzog. Kläglich scheiterte in der 22. Minute der frühere Bonlander Michael Bezirgiannidis. Thomma war bereits geschlagen, auf der Torlinie lag nur noch Verteidiger Thomas Edelmann. Der TSG-Stürmer hätte bloß den Ball ins Netz zu schubsen brauchen, doch Bezirgiannidis hielt voll drauf und schoss Edelmann ab. "Das war eine tausendprozentige Chance", ärgerte sich Maier über den Blackout seines Torjägers, der zwei Minuten später erneut die Möglichkeit zum 1:0 hatte, aber ein Luftloch schlug. In dieser Szene verletzte sich ohne Fremdeinwirkung der Bonlander Schlussmann so schwer, dass er ausgewechselt werden musste. Für ihn stellte sich Christoph Leibl zwischen die Pfosten, der einige gute Szenen hatte. Nach einer halben Stunde kreuzte Andreas Schippert alleine vor ihm auf, doch setzte er den Ball drüber. Kurz zuvor hatte TSG-Keeper Igor Idjakovic mit einer klasse Parade einen Volleyschuss entschärft und damit die einzige nennenswerte Torchance der Hausherren zunichte gemacht. Der Siegtreffer fiel in der 42. Minute nach einem Eckball, den die Balinger Abwehr klären konnte. Alle Spieler eilten aus dem Strafraum heraus und ließen Bernd Eckhardt mutterseelenallein im Fünf-Meter stehen. Plötzlich landete die Kugel vor dessen Füßen und er schob aus klarer Abseitsposition ein. Trotz der Enttäuschung über den ausgebliebenen Abseitspfiff kämpften die Balinger entschlossen weiter. Immer wieder suchten sie den Erfolg über lange Bälle in den Bonlander Strafraum. Aber die Abwehr erwies sich als sattelfest, SV-Coach Klaus Kämmerer konnte auf seine hervorragend organisierte Mannschaft stolz sein. Die Balinger machten zu wenig aus ihren vielen Standardsituationen und schließlich verpuffte auch das Powerplay in den letzten fünf Spielminuten wirkungslos, sodass Maier zur bitteren Erkenntnis kam: "Wer keine Tore schießt, kann auch nicht gewinnen." Mit dieser Niederlage hat sich die TSG endgültig aus dem Kreis der Aufstiegsanwärter verabschiedet. Zwar steht sie mit 35 Punkten noch auf dem fünften Tabellenplatz, die davor liegenden Teams haben aber bereits drei bis sechs Zähler mehr auf dem Konto und dürfen noch einige Nachholspiele absolvieren.
TSG Balingen: Idjakovic; Willig, Goebel, Cus (88. Schelling), Taube, Schreyeck, Todorovic, Dilucia, Bezirgiannidis (63. Palmiero), Schippert (58. Rill), Göbel.
Tor: 1:0 Eckhardt (42.).
Schiedsrichter: Raab, Mössingen.
Zuschauer: 180.
Nächstes Spiel: TSG Balingen - SpVgg. Au/Iller (4. März, 15 Uhr, Au-Stadion Balingen).




Wiedergutmachung haben sich die Kicker der TSG Balingen aufs Banner geschrieben. In Bonlanden will sich die Maier-Elf für ihre peinliche 0:2-Niederlage gegen Fellbach rehabilitieren. Gründlich schief ist für die Balinger der erste Auftritt nach der Winterpause gegangen. "Wir waren gut vorbereitet und in einer guten Verfassung", beteuert Trainer Karsten Maier, "aber was wir geboten haben ist nicht vereinbar mit unserem Anspruch." Nur vier Spieler hätten Normalform erreicht, personelle Konsequenzen schließt der Coach nicht aus. Auf jeden Fall werde Ivan Todorovic in der Anfangsformation stehen. Der Mittelfeldspieler habe sich nach seiner Einwechslung sehr bemüht und Akzente gesetzt. Fraglich ist hingegen der Einsatz von Nenad Nikolic, der einen unglücklichen Part gespielt und sich überdies verletzt hat. Möglichst schnell soll die Heimschlappe abgehakt und der Blick nach vorne gerichtet werden: "Wir müssen zurück zu den Grundlagen gehen und Fußball mit Herz, Leidenschaft und Willen spielen", fordert Maier. Vor allem müsse die Mannschaft größere Laufbereitschaft zeigen und bei Angriffen des Gegners den Rückwärtsgang einlegen: "Wenn alle laufen", so Maier, "können wir zu Null spielen." Vor dem Gegner, der mit nur fünf Punkten Rückstand auf die TSG auf Rang sieben der Verbandsliga-Tabelle liegt, hat Maier großen Respekt. Beim Hinspiel habe der Absteiger einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Nur eine einzige Chance habe seine Mannschaft gehabt und diese zum goldenen Tor genutzt. Mit seinem Treffer schoss Bernd Schelling die TSG Balingen Ende August an die Tabellenspitze, von der sie mittlerweile wieder fünf Punkte entfernt ist. "Die Tabelle interessiert mich im Moment überhaupt nicht", sagt Maier, "wir müssen versuchen gut in die Runde zu kommen." In der Elf von Trainer Klaus Kämmerer stehen einige Akteure mit Bundesliga- und Regionalliga-Erfahrung. Jahrelang war Abwehrchef Frank Posch als Kapitän bei den Amateuren des VfB Stuttgart tätig, gelegentlich half er bei den Profis aus. Sehr stark besetzt ist das Mittelfeld mit dem Ex-Ulmer Marco Mangold und dem Linksfuß Bernd Eckhardt, der vor allem in Standardsituationen brandgefährlich ist. Er kommt ebenso von den Stuttgarter Kickers wie Panagiotis Deligiannidis, der das Fußballspielen in der Jugend des VfB Stuttgart gelernt hat und sehr aggressiv zu Werke geht. Trotz dieser exzellenten Offensivkräfte ist das Aushängeschild der Bonlandener seine Viererkette, die bislang erst 16 Treffer zugelassen hat. "Wenn wir spielerisch und kämpferisch alles abrufen, werden wir auch Erfolg haben", verströmt Maier Optimismus, "vor allem will ich eine Entwicklung sehen." Was gegen Fellbach schief gelaufen ist, hat der Coach gemeinsam mit der Mannschaft unter der Woche aufgearbeitet. Er ist sich sicher, dass seine Jungs am morgigen Samstag (Beginn 15 Uhr, Sportplatz Humboldtstraße) versuchen werden den verspielten Kredit zurückzubekommen. Für Bonlanden ist die Partie der erste Auftritt nach der Winterpause. Das Spiel beim Tabellenzweiten Olympia Laupheim musste am vergangenen Samstag wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt werden. Sollten die Kreisstädter erneut den Kürzeren ziehen, brauchen sie keinen Gedanken mehr an einen möglichen Aufstieg verschwenden. Dass für Maier nur der Erfolg zählt, macht er unmissverständlich klar: "Ich will, dass die Mannschaft hinten gut steht und mutig nach vorne spielt. Wir brauchen dringend die drei Punkte."

