



Die TSG Balingen meldet sich zurück. Nach dem gestrigen 3:1 (0:1)-Erfolg beim SVBöblingen ist der Verbandsligist Zweiter. Am Samstag steigt das Topduell gegen den FV Olympia Laupheim. Chance vertan, Chance genutzt: Nur eine Woche nach dem vermeintlichen Aus im Aufstiegsrennen zur Oberliga ist die TSG Balingen urplötzlich wieder dick im Geschäft. Mit dem gestrigen „Dreier“ verbesserten sich die Schützlinge von Karsten Maier auf den zweiten Tabellenplatz. Und weil Ditzingen & Co. in jüngster Zeit schwächeln, darf der Vorjahres-Vizemeister erneut nach ganz vorne schielen. Träumen erlaubt. Der Erfolg in Böblingen fiel den TSG-lern keinesfalls in den Schoß. Denn die Hausherren präsentierten sich insbesondere im ersten Durchgang sehr stark. „Ich bin sicher, dass wir uns ganz anders vorstellen werden als bei der 0:1-Niederlage in Dorfmerkingen", sagte SVB-Coach Ralf Schöck vor dem Anpfiff. Und er forderte: „Gegen Balingen müssen wir Stärke demonstrieren." Und genau das taten die Böblinger auch. TSG-Keeper Igor Idjakovic rettete schon in der dritten und fünften Minute. Zwei Zeigerumdrehungen später war aber auch er machtlos, als Mihal Berberoglu mit einem Kopfball zum 1:0 traf. In der Folge kamen die Balinger etwas besser ins Spiel und verzeichneten selbst erste Möglichkeiten. Aber Gino Palmiero (10., 16. und 41.) fand ebenso wenig die Lücke wie Jörg Schreyeck (44.). Nach der Pause drehte die TSG vollends auf. In der 56. Minute
schob Gerhard Rill nach einer Bezirgianidis-Palmiero-Kombination zum 1:1 ein. Ganze zwei Minuten darauf wurde Turan Sahin im Strafraum unfair gestoppt. Gino Palmiero verwandelte den Strafstoß sicher zum 1:2. Die Begegnung wurde zunehmend ruppiger, der Unparteiische verlor zusehends den Überblick. Nach einer Tätlichkeit an einem TSG-Akteur intervenierte Gäste-Coach Karsten Maier und wurde prompt auf die Tribüne geschickt. In Überzahl (George Berberoglu sah in der 77. Minute die Rote Karte) hatte die TSG mehrfach die Möglichkeit, das Duell vorzuentscheiden. Doch erst in der vierten Minute der Nachspielzeit traf erneut Gerhard Rill, der nach Todorovic-Vorarbeit und einem abgewehrten Nikolic-Schuss zum 1:3 abstaubte. Diesen Samstag (15.30 Uhr, Au-Stadion) ist nun Großkampftag an der Eyach: Der am Wochenende entthronte Spitzenreiter FV Olympia Laupheim, der spielfrei war, kreuzt bei der TSG auf. Bereits unter der Woche stehen weitere interessante Duelle an: Morgen treffen in
einem Nachholspiel Ditzingen und Bonlanden aufeinander. Am Mittwoch werden die ausstehenden Partien zwischen Laupheim und Kirchentellinsfurt sowie Schwieberdingen und Ludwigsburg angepfiffen.
TSG Balingen: Idjakovic; Willig, Raab, Cus, Taube, Schreyeck, Dilucia (26. Göbel), Rill, Bezirgianidis (64. Todorovic), Palmiero (68. Nikolic), Sahin.
Tore: 1:0 Berberoglu (7.), 1:1 Rill (56.), 1:2 Palmiero (58., Foulelfmeter), 1:3 Rill (90.+4).
Schiedsrichter: Kirchenbauer (Karlsbad).
Zuschauer: 200.
Nächstes Spiel: TSG – FV Olympia Laupheim (13. Mai, 15.30 Uhr).




Bei der drittbesten Rückrundenmannschaft tritt der Fußball-Verbandsligist TSG Balingen am Sonntag an: Ab 15 Uhr gastiert der Tabellenvierte übermorgen beim zuletzt starken SV Böblingen. Selbst Spitzenreiter FV Olympia Laupheim konnte den SV Böblingen auf seinem Weg in Richtung Klassenerhalt zuletzt nicht stoppen. Nach dem 2:1-Sieg beim haushohen Favoriten hat die Mannschaft von Ralf Schöck, übermorgen Gastgeber der TSG Balingen, gute Karten in Sachen Nichtabstieg. „Wenn es nach mir geht, dann sollten wir in dieser Saison überhaupt kein Spiel mehr verlieren", sagte Trainer Schöck nach dem Coup beim Tabellenführer leicht schmunzelnd – wusste aber bereits da: „Das wäre natürlich vermessen.“ Vorgestern Abend folgte prompt ein kleiner Rückschlag für die Böblinger, die das Nachholspiel bei den mitbedrohten SF Dorfmerkingen mit 0:1 verloren. Mit einem Sieg hätte der SVB die Abstiegsplätze bereits aus weiter Ferne betrachten können, so aber steckt das Team wieder mitten im Schlamassel. „Bereitschaft und Siegeswillen haben gefehlt", schob Rolf Schöck hinterher Frust. „Der Gegner hat uns den
Schneid abgekauft." Für Dorfmerkingen war's nach einer bislang trostlosen Rückrunde die wohl letzte Chance, Böblingen hat allerdings einen Matchball vergeben. Wobei der Kräfteverschleiß nicht zu übersehen war: Einige Spieler, beim 2:1 in
Laupheim noch in Galaform, waren am Mittwoch Totalausfälle. Zu allem Überfluss handelte sich der eingewechselte Ramus Dashi kurz vor Schluss die Rote Karte wegen groben Foulspiels ein. Bis auf den Rotsünder dürften gegen Balingen aber alle
Böblinger an Bord sein. Die TSG wiederum geriet zuletzt ebenfalls ins Stolpern: Nur 1:1 gegen Illertissen – zu wenig, um weiterhim im Konzert der Großen um die erste Geige buhlen zu dürfen. Das weiß auch Trainer Karsten Maier: „Wir müssen unsere drei letzten Saisonspiele gewinnen und dann zusammenzählen.“ Zur Verdeutlichung: Das Tabellenbild sieht zwar verlockend aus, trügt aber wegen der noch ausstehenden Nachholpartien. Olympia Laupheim (55 Punkte aus 28 Spielen), Ditzingen, Bonlanden (beide 54 aus 27) und eben die TSG Balingen (ebenfalls 54, aber bereits 29 Spiele) machen gemeinsam mit Schwieberdingen (erst 52 Zähler, dafür auch nur 27 Spiele) die ersten beiden Plätze unter sich aus. Die schlechtesten Karten hält die Maier-Elf in der Hand – nicht nur der mageren Tordifferenz wegen. Aber Ditzingens 1:3-Pleite unter der Woche in Au bewies einmal mehr, dass in dieser Liga alles möglich ist. Kaum vorstellbar, aber eben auch nicht ausgeschlossen, dass etwa Bonlanden nun beim Absteiger Wangen patzt, oder/und Schwieberdingen gegen Fellbach Federn lässt sowie Ditzingen in Illertissen leer ausgeht.
Ziemlich sicher Platz eins los sein dürfte der FV Olympia Laupheim, der am Wochenende spielfrei ist. Bis auf wenige Wackelkandidaten kann die TSG am Sonntag mit voller Kapelle aufspielen. Das Hinspiel entschieden die Balinger nach zwei
Dilucia-Toren und einem Treffer von Erik Raab mit 3:0 für sich. Doch das Böblingen der Vorrunde ist nicht mit jenem der Rückrunde zu vergleichen. Ein interessantes Kräftemessen kündigt sich also an.

