



Altbekannter Modus in der Hauptrunde des Sparkassen-Indoor-Cup 2009: Zu den acht gesetzten Teams der vier Vorrundengruppen gesellten sich die acht besten Mannschaften aus dem „kleinen Turnier“. So kamen in Gruppe eins die Goliaths vom FC 07 Albstadt und vom VfL Mühlheim, die Underdogs hießen TSV Straßberg und TSG Balingen 3. Straßberg konnte die guten Leistungen aus dem „kleinen Turnier“ überraschend bestätigen, nach einem 3:2 gegen Balingen 3, einem 2:0 gegen Albstadt und einem 2:2 gegen Mühlheim setzte sich der Bezirksligist an die Spitze. Albstadt zog als Gruppenzweiter ins Viertelfinale ein.
In der zweiten Gruppe waren der 1. FC Frickenhausen und der SV Nehren gesetzt und trafen auf den SC 04 Tuttlingen und die TSG Balingen 2. Frickenhausen behielt dabei eine weiße Weste und wies Balingen 2 (6:1), Tuttlingen (6:3) und Nehren (3:1) überaus deutlich in die Schranken. Die zweite TSG-Garde konnte sich mit einem 4:0 gegen Nehren und einem 3:3 gegen Tuttlingen für die Runde der letzten Acht qualifizieren. Für die dritte Gruppe erspielten sich im „kleinen“ Sparkassen-Indoor-Cup Jadran Balingen und der FC Winterlingen die Startberechtigung und stießen zu Vorjahresfinalist TSG Balingen und den Sportfreunden Isingen. Die Lokalmatadoren der TSG Balingen ließen Isingen (6:2), Jadran (4:0) und auch Winterlingen (4:1) keine Chance. Spannend wurde hingegen der Kampf um Rang zwei, hinter der TSG hatten alle anderen Teams je drei Zähler. Die Sportfreunde Isingen sicherten sich schließlich das Viertelfinal-Ticket mit einem Tor Vorsprung vor Winterlingen. In der vierten Gruppe warteten Titelverteidiger SC Pfullendorf 2 und der TSV Berg auf den Sieger des „kleinen Turniers“, den TSV Frommern, und Stetten/Haiger-loch. Vorjahres-Triumphator Pfullendorf 2 ließ auch im diesjährigen Wettbewerb von Beginn an keinen Zweifel an seiner Favoritenrolle und bezwang Landesligist Berg (4:1), Frommern (2:1) als auch Stetten/ Haigerloch (5:3) problemlos. Dahinter zog Frommern mit großem Zittern in die Runde der letzten acht ein.
So prallten im ersten Viertelfinale Straßberg und Balingen 2 aufeinander, im Bezirksliga-Duell behielt die TSG mit 4:2 die Oberhand. Mit Spannung wurde die Begegnung des FC 07 Albstadt mit dem 1. FC Frickenhausen erwartet, am Ende zog der Landesligist nach couragierter Leistung mit 2:3 den Kürzeren. Zum Lokalderby baten die Oberliga-Kicker der TSG Balingen den Bezirksliga-Herbstmeister TSV Frommern, die Balinger siegten erwartungsgemäß 4:0. Titelverteidiger SC Pfullendorf 2 forderte im letzten Viertelfinale die Sportfreunde Isingen, die Entscheidung fiel erst eine Minute vor Abpfiff zu Gunsten der Regionalliga-Reserve (3:2). Klassentiefste Mannschaft im Halbfinale war schließlich die zweite Balinger Truppe um Coach Stefan Ermantraut, der Bezirksligist duellierte sich dort mit Pfullendorf 2. Nach zwischenzeitlicher 3:0-Führung der Ermantraut-Jungs, ging es mit 3:3 ins Neunmeterschießen. Vom Punkt gewann Balingen 2 mit 6:4. Das zweite Semifinale spielten Frickenhausen und Balingen aus, in einer der besten Turnierpartien gewann der 1. FCK knapp mit 1:0. Das Spiel um Platz drei wurde somit zur Neuauflage des letztjährigen Finales, die TSG gewann gegen Pfullendorf 2 mit 2:1. Im Endspiel brachte Matthias Mautz die TSG-Reserve mit 1:0 in Führung. Vincenzo Parinello egalisierte diese Mitte des Spiels. Dominique Rodrigues und Markus Lude trafen für den 1. FCK zum verdienten 1:3-Endstand.





Der Weg des Vorjahressieger SC Pfullendorf zur Titelverteidigung führt unter anderem über den TSV Berg. Das ergab die Auslosung des Sparkassen-Indoor-Cups, an dem sich erneut 42 Teams beteiligen. 42 Mannschaften – mehr geht nicht: „Wir müssen am ersten Turniertag um halb fünf beginnen“, weiß der Organisator des Balinger Hallenfußball-Turniers, Martin Kath. Im Vorfeld der 15. Auflage des Sparkassen-Indoor-Cups musste sogar ein paar Vereinen abgesagt werden: „Wir hätten ansonsten den Zeitplan gesprengt“, teilte der Funktionär bei der Gruppenauslosung mit. Das Turnier der TSG Balingen geht diesmal am 30. Dezember sowie am 2. und 3. Januar über die Bühne. Gespielt wird natürlich in der Sparkassen-Arena, die im Vorjahr nahezu rappelvoll war. Kath: „Wir hatten zuletzt 3500 Zuschauer – und rechnen auch diesmal mit einer ähnlich guten Resonanz.“ Der Modus ist seit Jahren unverändert: In der Vor- und Zwischenrunde kämpfen 34 Kreis- und Bezirksligisten um die acht freien Hauptturnier-Plätze. Zudem ermitteln diese Teams auch einen „kleinen Turniersieger“. Zu den acht Qualifikanten des Vorturniers gesellen sich am Finaltag acht „gesetzte“, weil höherklassige Mannschaften. Unter diesen befindet sich der SC Pfullendorf 2, der zuletzt den Cup (vor der TSG Balingen) gewann. Martin Kath wies bei der Auslosung bereits daraufhin, dass es zwei markante Regeländerungen für Fußballspiele in der Halle gibt: Zum einen sei das Tragen von Schienbeinschonern künftig Pflicht, zum anderen würden Grätschen von der Seite oder von hinten, selbst wenn sie zur Balleroberung führten, mit einem Freistoß für den Gegner geahndet.
Flankierend zum Sparkassen-Indoor-Cup veranstaltet die TSG Balingen zwei Jugendturniere. Dabei wird jedesmal um den Sport-Paul-Cup gespielt. Am 30. Dezember treten die E-Junioren (U 11) gegen das Leder, am 4. Januar sind die F-Junioren (U 9) an der Reihe. Beide Wettbewerbe gehen auf die Initiative des Balinger Jugendkoordinators Nico Willig zurück. Die Teilnehmerfelder rekrutieren sich aus Mannschaften aus der Region. Erstmals vorgestellt wurde von der TSG auch deren Idee eines Fußball- und Familien-Wochenendes im nächsten Sommer. Demnach ist geplant, dass es am 23. Juli ein Regionalturnier mit vier Teams geben wird. Dessen Sieger qualifiziert sich für ein weiteres Blitzturnier am Folgetag, für das neben der gastgebenden TSG Balingen auch schon die Stuttgarter Kickers zugesagt haben. Das Wochenende wird von einem Familientag am 25. Juli abgerundet.




Vorrunde
Gruppe 1: TSV Straßberg, SG Vöhringen, FC 07 Albstadt 2, FV Meßstetten; Gruppe 2: TSV Frommern, SC 04 Tuttlingen, Türkspor Winterlingen, TSV Nusplingen; Gruppe 3: TSG Balingen 3, TSV Boll, Pamukkalespor Haigerloch, SG Roßwangen/Endingen; Gruppe 4: FC Onstmettingen, TSG Balingen 2, FC Steinhofen, TSV Straßberg 2; Gruppe 5: TSV Geislingen, SV Dotternhausen, TSV Laufen, SV Heselwangen, SV Erzingen; Gruppe 6: SV Stetten/Haigerloch, FC Pfeffingen, SV Heiligenzimmern, TSG Margrethausen; Gruppe 7: FC Winterlingen, SV Hirrlingen, Jadran Balingen, FC Killertal; Gruppe 8: FC Holzhausen, FC Schmiden, FC Hechingen, FC Pfeffingen 2, ASV Engstlatt.
Zwischenrunde
Die beiden Ersten aus jeder Vorrundengruppe spielen in vier Vierergruppen acht Teilnehmer fürs Hauptturnier sowie einen „kleinen Turniersieger“ aus.
Hauptrunde
Gruppe I: FC 07 Albstadt, VfL Mühlheim; Gruppe II: 1. FC Frickenhausen, SV Nehren; Gruppe III: TSG Balingen, SF Isingen; Gruppe IV: SC Pfullendorf 2, TSV Berg – sowie jeweils zwei Qualifikanten aus der Zwischenrunde.
Zeitplan
Mittwoch, 30. Dezember: 16.30 – 23 Uhr; Samstag, 2. Januar: 9.30 – 20; Sonntag, 3. Januar: 9.30 – 19 Uhr.




Die Talentförderung in der DDR war besser, als die Ausbildung der Sportler im vereinten Deutschland. Das behauptet Dirk Schuster, ehemaliger Nationalspieler und jetzt Trainer der Stuttgarter Kickers. Tradition verpflichtet: Seit der Etablierung des Sparkassen-Indoor-Cups vor nunmehr 15 Jahren ist die Gruppenauslosung dieses Hallenfußball-Turnieres öffentlich. Und wie in jedem Jahr engagierte die TSG Balingen eine prominente Glücksfee: Vorgestern Abend war Dirk Schuster im Pavillon der Sparkassen-Arena zu Gast. In ihren Begrüßungsworten brachten der Balinger Fußball-Abteilungsleiter Uwe Haußmann und Markus Schmid, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Zollernalb, ihre Vorfreude auf die Veranstaltung zum Ausdruck. „Die zündende Idee dazu hatte der frühere Marketingleiter der Sparkasse, Bodo-Lothar Fritschen“, erinnerte Haußmann an die Anfänge des Indoor-Cups, der sich in der Folgezeit als Volltreffer herausstellen sollte. „Ich sage es immer wieder, und ich sage es gerne“, führte Schmid aus, „diese Veranstaltung lebt und belebt unsere Unternehmsphilosophie: Aus der Region, für die Region.“ Noch ehe Dirk Schuster in die Lostöpfe greifen sollte, stand der ehemalige Nationalspieler (vier Länderspiele für die DDR, drei für die BRD) Rede und Antwort. Der 41-Jährige berichtete von seiner Karriere („Ich würde es wieder genauso machen“), sprach über die Stuttgarter Kickers („Wir wollen uns in dieser Saison konsolidieren und nächstes Jahr oben angreifen“) und natürlich über den Hallenfußball. „Ich habe immer gerne in der Halle gespielt, auch bei den Traditionsturnieren der Bundesligateams, die es leider mittlerweile nicht mehr gibt.“ Schuster begrüßt die intensivierte Nachwuchsförderung, die maßgeblich vom DFB-Sportdirektor Matthias Sammer angestoßen wurde. Sammer, einst Schusters Teamkollege in der Junioren-Nationalmannschaft der DDR, habe den Hebel an der richtigen Stelle angesetzt, weiß der Kickers-Coach. Viele Instrumente der Talentsichtung und -förderung erinnerten ihn an die Konzepte in der DDR. „Ich behaupte nach wie vor, dass dort sehr weitblickend gearbeitet wurde“, teilte Schuster mit – und ergänzte: „Das aktuelle Ausbildungsniveau im DFB hatten wir schon vor mehr als 20 Jahren erreicht. Allerdings gab es auch viel Schatten, wo Licht ist.“ Aus dem Schatten des VfB Stuttgart herauszutreten, plant Dirk Schuster mit den Stuttgarter Kickers nicht. „Wir verfolgen den VfB nur über die Medien, da gibt es wenige Berührungspunkte“, sagt der Ex-Profi, der in der Nationalmannschaft ausgerechnet von Markus Babbel („Ihm wünsche ich viel Erfolg“) verdrängt wurde. „Er war jünger und besser; das musste ich akzeptieren.“ Wohin der Weg des Trainers Dirk Schuster führt, weiß der gebürtige Chemnitzer (damals Karl-Marx-Stadt) nicht. „Ich habe einen Vertrag bei den Kickers bis 2011 – und den werde ich erfüllen“, berichtet der eloquente Regionalliga-Coach, der selbstredend irgendwann in der Bundesliga landen will: „Schließlich sollte man sich stets hohe Ziele setzen.“ Ein Thema in diesen Tagen ist der Wettskandal – auch bei den Stuttgarter Kickers. „Klar reden wir darüber“, teilt Dirk Schuster mit. Er selbst wisse von keinerlei Berührungen zur Wettmafia, lediglich die Anschuldigungen gegen den Stuttgarter Ligakonkurrenten SSV Ulm 1846 habe er – über die Medien – registriert. Wetten übers Internet dürften dem 41-Jährigen ohnehin nicht liegen: „Am Computer kennt sich schon meine Tochter viel besser aus als ich.“

