



Die Mini-Siegesserie der TSG Balingen ist gerissen. Gegen die Spvgg Ludwigsburg kam der Fußball-Verbandsligist über ein alles in allem gerechtes 1:1 (1:1)-Unentschieden nicht hinaus. Balingens Trainer Karsten Maier vertraute gegen den ehemaligen Regionalligisten derselben Formation, die zuletzt in Dorfmerkingen (8:1) und gegen Fellbach (2:0) die Oberhand behalten hatte. Die Vorzeichen für ein interessantes Duell standen nicht nur aus diesem Grund gut: Auch Ludwigsburg (jeweils 3:1 gegen Dorfmerkingen und in Hildrizhausen) reiste mit der Empfehlung von zwei aufeinanderfolgenden Siegen an. Zudem wurden beide Vereine im Vorfeld der Saison zu den Titelfavoriten gezählt. Den insgesamt doch hohen Erwartungen wurde das Spiel selten
nicht gerecht. Denn nach einem fulminanten Beginn prägte viel Leerlauf das Geschehen, das sich hauptsächlich im Mittelfeld abspielte. Die Startphase hatte es wenigstens in sich. Nach drei Minuten jagte Ümit Genc nach einem Abwehrfehler der Kreisstädter den Ball aus 16 Metern in die Maschen. TSG-Keeper Igor Idjakovic konnte das Leder zwar touchieren, hatte aber gegen den strammen Schuss keine wirkliche Abwehrchance. Die Hausherren antworteten ebenso prompt wie spektakulär. Einen missglückten, weil zu kurzen Rückpass konnte Tobias Göbel ersprinten, umspielte anschließend den Ludwigsburger Torhüter und
schob zum 1:1 ein. Beinahe wäre nur weitere 60 Sekunden später sogar das 2:1 gefallen, als nach einem Getümmel im Ludwigsburger Strafraum das Leder gegen den Pfosten klatschte. Bis zum Seitenwechsel ereignete sich nicht mehr sonderlich viel. Positiv ausgedrückt: Die beiden Kontrahenten neutralisierten sich weitestgehend. Und auch im zweiten Durchgang blieben gute Torchancen absolute Mangelware. Jörg Schreyeck versuchte es nach 60 Minuten aus 18 Metern, zielte aber knapp drüber. Das war's auch schon in punkto echter Einschuss-Möglichkeiten. Die spielerisch auf verhaltenem Niveau stehende Begegnung endete
schließlich und fairerweise ohne Sieger. Im Gegensatz zur fehlenden technischen Rafinesse ist beiden Mannschaften jedoch der große kämpferische Einsatz anzurechnen. Am kommenden Wochenende gastiert die mittlerweile zumindest dreimal in Serie unbesiegte TSG beim Mitfavoriten TSV Schwieberdingen (Sonntag, 15 Uhr). Möchten die Maier-Schützlinge ihre Aufholdjagd Richtung vorderes Mittelfeld fortsetzen, dürfen sie dabei nicht leer ausgehen. Bei einer Niederlage droht hingegen der neuerliche Abrutsch auf einen Rang bedrohlich nahe der Abstiegsregion.
TSG Balingen: Idjakovic; Rudenko, Raab, Schelling, Taube, Schreyeck, Mayer (55. Sahin), Todorovic (67. Willig), Göbel, Dilucia (67. Palmiero), Neagos.
Tore: 0:1 Genc (3.), 1:1 Göbel (5.).
Besonderheiten: Gelb-rote Karte für Knesevic (L., 82.).
Schiedsrichter: Rodriguez (Singen).
Zuschauer: 320.
Nächstes Spiel: TSV Schwieberdingen – TSG Balingen (15. Oktober, 15 Uhr).




Viel Licht, viel Schatten, hohe Ansprüche: Am Samstag (15.30 Uhr) gastiert die Spvgg Ludwigsburg bei der TSG Balingen. Der frühere Regionalligist hinkt den eigenen Erwartungen hinterher. Mit Ludwigsburg empfängt die zuletzt zweimal in Folge siegreiche TSG Balingen einen Tabellennachbarn im Au-Stadion: Die Barockstädter haben bislang dreimal gewonnen und dreimal verloren, sind derzeit Neunter. Die Hausherren weisen je zwei Siege, Unentschieden und Niederlagen auf – macht unterm Strich Platz elf. Beim morgigen Balinger Kontrahenten stechen bislang die Formschwankungen ins Auge. Zwar wurde der Titelanwärter TSF Ditzingen in einem begeisternden Spiel mit 4:2 geschlagen, doch unterlag die Elf von Neu-Trainer Herbert Bentz beim Neuling Donzdorf (0:1), in Au (2:4) und gegen Laupheim (1:3). Weitere „Dreier“ gab's dafür an den vergangenen beiden Spieltagen gegen Hildrizhausen und Dorfmerkingen (jeweils 3:1). Der Saisonverlauf ähnelt also ein wenig dem bisherigen Auftreten der TSG Balingen: Schwach gestartet – aber im Kommen. „Wir haben gegen Fellbach den ersten Heimsieg realisiert – und wir wollen gegen Ludwigsburg nachlegen“, sagt Karsten Maier, der Kommandogeber der Kreisstädter, die morgen zum zweiten Mal in Folge vor heimischer Kulisse auflaufen dürfen. Die jüngere Statistik spricht für den Vorjahres-Vizemeister: Mit 2:1 und 3:0 hatte die TSG im Vorjahr die Nase vorn. Das Ludwigsburger Aufgebot lässt allerdings für die laufende Spielzeit viel höhere Ambitionen erahnen. Schon mit der Verpflichtung von Herbert Bentz setzte der ehemalige Drittligist ein klares Zeichen: „Die Mannschaft hat ein sehr gutes Potenzial, ist auf jeder Position mindestens doppelt besetzt, so dass jederzeit Konkurrenzkampf herrscht“, resümierte der einstige Meistermacher des SGV Freiberg und der SG Sonnenhof-Großaspach nach der Saisonvorbereitung zufrieden. Seine Aufgabe definiert Bentz darin, „eine Mannschaft zu formen, die in der Verbandsliga-Spitze mithalten kann.“ Die Stärken des ehemaligen Regionalligisten liegen in der Offensive. Mit Christian Seeber führt ein früherer Regionalligakicker (VfB Stuttgart II, VfR Aalen) die „Abteilung Attacke“ an. Die bisher kassierten zwölf Gegentreffer, die nur von Gärtringen (13) und Dorfmerkingen (21) übertroffen werden, lassen allerdings auf Probleme in der Defensive schließen. Die Balinger Marschroute ergibt sich dadurch von selbst: Die TSG muss den Gegner früh stören, unter Druck setzen und zu Fehlern zwingen. Lassen sich die Maier-Schützlinge hingegen zu weit zurückdrängen, könnten sie ein Opfer der zweifellos vorhandenen Spielstärke der Barockstädter werden. Karsten Maier dürfte wenig Grund haben, seine zuletzt zweimal erfolgreiche Elf zu ändern. Die Defensive steht, das Mittelfeld agiert solide und die Sturmpartner Göbel und
Neagos harmonieren immer besser. Knüpft die TSG an die jüngsten Leistungen an, könnte gegen Ludwigsburg durchaus der dritte Sieg in Folge herausspringen.

