



Aus. Vorbei. Die zarten Aufstiegsträume der TSG Balingen platzten bei der Spvgg Ludwigsburg. Der Fußball-Verbandsligist bezog beim herben 1:4 (1:2) seine erste Rückrundenniederlage. Das war heftig. Gleich mit 4:1 bekam die TSG Balingen bei der in der Hinrunde noch so schwächelnden Spvgg Ludwigsburg das Fell über die Ohren gezogen. Für die Elf von Trainer Karsten Maier wars die erste Pleite in der Rückrunde – und zugleich natürlich das Ende aller zarten Aufstiegs-Hoffnungen. Denn nur bei einem Sieg hätten sich die Eyachstädter noch vage Chancen auf einen der ersten beiden Tabellenplätze ausrechnen können. Was zusätzlich bitter aufstößt: Kapitän Nico Willig kassierte nach einem Foulspiel kurz vor der Pause die Rote Karte – und fällt die nächsten Wochen natürlich aus. „Der Rückstand kam aus dem Nichts und stellte den Spielverlauf auf den Kopf“, ärgerte sich Balingens Trainer Karsten Maier, dessen Mannschaft in den ersten halben Stunden bei sommerlichen Temperaturen tonangebend war. Eine gute Schreyeck-Hereingabe verpasste Gerhard Rill (5. Minute), nach Dilucia-Flanke zog Turan Sahin direkt ab, aber Spvgg-Torhüter Robert Belosevic rettete spektakulär (15.) „Eine Wahnsinnstat des Keepers“, zollte Maier zähneknirschend Respekt. Nach der flotten Anfangsphase wurden die Kreisstädter eiskalt erwischt. Routinier Christian Seeber zirkelte einen Freistoß mit seinem starken linken Fuß an Freund und Feind vorbei zum 1:0 ins TSG-Tor (34.). Und noch ehe die Hausherren im Anschluss an einen umstrittenen Eckball zum 2:0 (Hirsch, 45.) kamen, mussten die Gäste zu zehnt auskommen: Kapitän Nico Willig hatte Christian Seeber auf Höhe der Mittellinie unfair gestoppt und sah die Rote Karte. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff verkürzten die Maier-Schützlinge wenigstens. Turan Sahin verwandelte einen an Bernd Bauer verursachten Elfmeter sicher zum 2:1. Nach dem Seitenwechsel verusuchten die Balinger alles, allein der Ausgleich wollte nicht gelingen. Zwei, drei strittige Abseits-Entscheidungen und eine vertane Großchance von Gerhard Rill (53.) wurden im Ludwigsburger Fanblock mit Wohlwollen registriert. Auf der anderen Seite monierte Maier: „Wir hatten heute leider nicht das notwendige Quäntchen Glück. Kämpferisch kann ich meiner Elf nicht den geringsten Vorwurf machen.“ Die Entscheidung fiel mit dem 3:1 (60.). Knezevics Traumtor war selbst für die TSG-Schlachtenbummler eine Augenweide. Das 4:1 (87.), wieder durch Haudegen Seeber (Maier: „Er hat heute den Unterschied ausgemacht“) notierten allenfalls noch die Statistiker.
TSG Balingen: Idjakovic; Willig, Raab, Schelling, Taube, Todorovic, Sahin (76. Kaptan), Bauer (55. Göbel), Rill, Schreyeck (68. Rudenko), Dilucia.
Tore: 1:0 Seeber (34.), 2:0 Hirsch (45.), 2:1 Sahin (45./Foulelfmeter), 3:1 Knezevic (60.), 4:1 Seeber (87.).
Besonderheiten: Rote Karte für Nico Willig (43., Balingen/grobes Foulspiel).
Schiedsrichter: Sascha Wirth (Neckarsulm).
Zuschauer: 300.




Die Saison schien abgehakt. Verbucht unter: „Durchwachsen“. Doch nach dem fulminanten Rückrundenstart schielt der Verbandsligist TSG Balingen urplötzlich wieder nach vorn. Am Samstag (Beginn 15.30 Uhr) läuft die TSG Balingen im 20 000 Zuschauer fassenden Ludwigsburger Jahnstadion auf. „Wir haben uns auf dieses Spiel sehr gut vorbereitet“, verspricht der TSG-Trainer Karsten Maier, dessen Auserwählte zuletzt viermal in Folge gewannen und insgesamt fünf von sechs Rückrundenpartien für sich entscheiden konnten. Selbst die bis dato heimstärkste Elf der Liga konnte den Vorjahres-Vizemeister nicht stoppen: Beim SV Fellbach setzte sich Balingen zuletzt mit 3:1 durch. Für Karsten Maier besteht also kaum Anlass, seine Formation zu ändern. Oder etwa doch? „Ich lasse mir ungern in die Karten schauen“, sagt der ehrgeizige Coach, der vor kurzem seinen Vertrag um weitere zwei Jahre verlängerte. Aber er fügt an: „Gut möglich, dass Gerhard Rill eine Chance von Beginn an erhält.“ Wer für den Stürmer weichen müsste, teilt Maier freilich nicht mit. Kandidaten kommen im Prinzip nur aus der Offensive in Frage. Eine weitere Personalie: Stammkeeper Igor Idjakovic, zuletzt von Manuel Raisch klasse vertreten, meldete sich gesund zurück. Ob er spielt? „Die Entscheidung steht noch aus“, meint Maier.
Balingens Übungsleiter wähnt die TSG übrigens nicht unbedingt in der Favoritenrolle. „Ludwigsburg hat sich zuletzt sehr stark präsentiert“, hat Karsten Maier festgestellt. Wohl war: Das 4:0 (1:0) im Nachholspiel gegen den TSV Hildrizhausen feierte die heimische Presse wortgewaltig als „Frühlingserwachen am Fuchshof“ und zitierte Spvgg-Trainer Markus Fendyk mit den Worten: „Jetzt zeigt sich endlich, dass wir besser sind, als es der Tabellenstand vermuten lässt.“ Mit mittlerweile positivem Torkonto (42:40) haben sich die Barockstädter auf den zehnten Tabellenplatz (27 Punkte) vorgeschoben, weisen nun fünf Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz auf. Zuvor hatten sich die Ludwigsburger bereits gegen Laupheim (4:3) und in Dorfmerkingen (3:0) die Gegner vom Leib gehalten – empfangen die TSG also mit drei Siegen und 11:3 Treffern in Folge. Dass der einstige Drittligist überhaupt im unteren Tabellendrittel landete, überrascht sehr. Denn im Jahr des 100. Vereins-Geburtstages hatte die Sportvereinigung eigentlich die Rückkehr in die Oberliga fest eingeplant. Nach mäßiger Hinrunde musste Trainer Herbert Bentz schließlich mitsamt den hochfliegenden Aufstiegs-Plänen seine Koffer packen. Übrig blieb ein nach wie vor klangvoller Kader: Christian Seeber beispielsweise kickte einst bei den VfB-Amateuren und beim VfR Aalen in der Regionalliga, viele andere Akteure spielten bereits in der Oberliga. Balingens Fußball-Abteilungsleiter Uwe Haußmann lässt sich von den jüngsten Ludwigsburger Erfolgen nicht sonderlich beeindrucken: „Wenn wir gewinnen, blicken wir ganz nach vorn“, meint der Funktionär, dessen Team derzeit acht Punkte hinter Kirchheim und Schwieberdingen rangiert. „Noch“, fügt Haußmann an.

