



Geht da noch 'was nach oben? Fußball-Verbandsligist TSG Balingen bezwang im Verfolgerduell den FV Olympia Laupheim mit 1:0
(1:0) und zog zumindest an den Oberschwaben vorbei. Vier Punkte aus den ersten beiden Spielen nach der Winterpause: Der Wiedereinstieg in die laufende Saison ist der TSG Balingen gut gelungen. Obwohl die Kreisstädter in den Schlussminuten noch in Bedrängnis gerieten, war der Erfolg gegen Laupheim hochverdient. „Wir hätten den Sack eher zumachen müssen“, lautete Karsten Maiers einziger Kritikpunkt an einer Partie, die von beiden Teams sehr engagiert und couragiert geführt wurde. Im Spitzenspiel musste der TSG-Trainer auf Igor Idjakovic, David Mayer und Sebastian Gekeler (alle verletzt) verzichten. Laupheim trat ohne seinen Topstürmer Karl-Heinz Linder (Bänderdehnung im Kniegelenk) an: „Sechs bis acht Wochen fällt er aus“, berichtete Olympia-Coach Klaus Weisbrich. Die TSG verzeichnete ein eindeutiges Chancenplus. Gemessen an den Einschuss-Möglichkeiten, hätten sich die Balinger locker für die 0:4-Hinspielschlappe revanchieren können. Doch ausgerechnet ein Laupheimer beförderte die Kugel ins eigene Tor: Nach starkem Willig-Zuspiel kurvte Turan Sahin Richtung Strafraum, zog aus spitzem Winkel ab und der Olympionike Martin German lenkte den Ball über die Linie – das überfällige 1:0 (24.). Zuvor und danach sahen die 400 gut unterhaltenen Zuschauer ein Chancen-Festival der Maier-Elf. Taube köpfte rechts vorbei (9.), Dilucia verpasste eine scharfe Hereingabe um wenige Zentimeter (14.), ein Sahin-Schlenzer verfehlte nur knapp das Ziel (33.), Schreyecks Schuss wurde im letzten Moment entschärft (35.), Willigs Distanzhammer strich rechts vorbei (38.), gegen Sahin rettete Keeper Steeb per Fußabwehr (39.), erneut Sahin scheiterte wieder an Steeb (50.), dann köpfte Göbel aus kurzer Entfernung ans Außennetz (59.) und eine Decortes-Hereingabe verpassten Freund und Feind (79.). Äußerst umstritten die Szene
nach 40 Minuten: Laupheims Torhüter Florian Steeb schlug mit der flachen Hand dem köpfenden Tobias Göbel ins Gesicht, der Ball flog Richtung Tor, doch noch vor Überschreiten der Linie pfiff Schiri Carmine Straface Elfmeter. Die Entscheidung war doppelt bitter für die Hausherren: Zum einen verschoss Turan Sahin den Elfer, zum anderen traute sich Straface nicht, Steeb die Rote Karte zu zeigen. „Am besten wäre es gewesen, der Schiri hätte das Spiel einfach weiterlaufen lassen, das Tor hätte gezählt und unser Torhüter hätte anschließend gelb gesehen“, räumte selbst Laupheims Trainer Klaus Weisbrich ein. Apropos Laupheim: Die insgesamt zu emotionslos auftretenden Oberschwaben kamen nur selten gefährlich auf. Ein Aufsetzer von Oliver Seitz streifte dennoch nach 31 Minute das Quergebälk, Joachim Zweifels Knaller hielt Manuel Raisch glänzend (58.), einen Seitz-Schuss köpfte Taube über die Latte (71.). Als das Leder doch noch die Balinger Linie überschritt, pfiff Straface
Abseits: Der Treffer von Erkan Ayten in der vorletzten Minute zählte zum Balinger Glück nicht.
Balingen: Raisch; Willig, Raab, Cus, Taube, Schelling, Sahin (70. Decortes), Todorovic (65. Rill), Göbel (82. Neagos), Schreyeck, Dilucia.
Tor: 1:0 German (Eigentor/24.).
Besonderheiten: Steeb (L.) hält Foulelfmeter von Sahin (40.).
Schiedsrichter: Straface (Singen).
Zuschauer: 400.




Mit einem Sieg könnte der Verbandsligist TSG Balingen den FV Olympia Laupheim hinter sich lassen – und die hochfliegenden Ziele der Oberschwaben wären auf einen Schlag Makulatur. Das Verfolgerduell der Fußball-Verbandsliga hat's in sich: Wenn sich am Samstag (Beginn 15 Uhr, Au-Stadion) die TSG Balingen und der FV Olympia Laupheim gegenüberstehen, ist dies keine Begegnung wie jede andere. Seit einigen Jahren schon liefern sich die beiden Kontrahenten zumeist äußerst intensiv und emotional geführte Duelle – wobei im Regelfall die Heimmannschaft einen Tick besser aussah. Und auch diesmal steckt viel Brisanz im Spiel: Balingen (24 Punkte) könnte mit einem „Dreier“ an Aufstiegsanwärter Laupheim (26) vorbeiziehen. Und die Oberschwaben müssten wieder einmal das Kapitel Oberliga frühzeitig abhaken – und vertagen. TSG-Trainer Karsten Maier erwartet einen spielstarken Widersacher, der „individuell herausragend bestückt ist.“ Der Respekt ist begründet: Fast alle Olympia-Kicker verdienten sich schon in höheren (Amateur-)Ligen ihre Meriten. Mit Kapitän Oliver Unsöld verfügt Trainer Klaus Weisbrich sogar über einen ehemaligen Erstligaspieler (früher Ulm). Toptorjäger Karlheinz Linder, Haudegen Roland Regenbogen und Abwehrchef Udo Schrötter sind markante Eckpfeiler der in den vergangenen Jahren sukzessive aufgerüsteten Laupheimer Elf. „Wie gut die Laupheimer spielen können, mussten wir beim 0:4 in der Hinrunde leidvoll erfahren“, blickt Karsten Maier auf den ersten Vergleich der beiden Teams in dieser Saison zurück. Dennoch gibt es für den Balinger Übungsleiter nur ein Ziel: „Nach dem Unentschieden in Au möchten wir unseren ersten Heimsieg im neuen Jahr landen.“ Dem TSG-Kommandogeber stehen bei diesem Vorhaben aber nicht alle Akteure zur Verfügung. David Mayer fällt mit einem komplizierten Handbruch bis zum Saisonende aus, längere Pausen müssen auch Neuzugang Sebastian Gekeler (Kreuzbanddehnung/voraussichtlich sechs Wochen) und Stammkeeper Igor Idjakovic (Zehenbruch/vier Wochen) einlegen. Alexander Neagos, der sich beim 2:2 in Au eine Rippenprellung zuzog, ist ebenfalls ein Wackelkandidat. Für einen Platz im Sturmzentrum empfahl sich mit seinen drei Treffern im Trikot der „Zweiten“ beim 4:2-Erfolg in Grosselfingen Neuzugang Erkin Kaptan. „Im Training hat es sich diese Woche recht gut angelassen“, macht Karsten Maier eine ebenso konzentrierte wie entschlossene Einstellung seiner Schützlinge aus. Der Trainer selbst kann den Anpfiff kaum erwarten: „Wir freuen uns auf das erste Heimspiel nach der Winterpause“, lässt der Coach wissen. Am liebsten sähe Maier eine Leistung wie beim bis dato jüngsten Auftritt vor eigener Kulisse, als unmittelbar vor der Winterpause die TSF Ditzingen mit 4:1 weggeputzt wurden. Doch auch das Remis in Au wertet der 37-Jährige als positives Signal: „Es war erkennbar, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden – auch wenn in der ersten Halbzeit noch Sand im Getriebe war.“

