



Nach zwölf Minuten war das Verbandsliga-Gipfeltreffen praktisch entschieden. Der FV Olympia Laupheim führte gegen die TSG Balingen schnell mit 2:0 – und siegte am Ende verdient mit 4:0. „Der schnelle 0:2-Rückstand warf unsere Pläne komplett über den Haufen“, analysierte Balingens Trainer Karsten Maier das Spitzenspiel in Laupheim. Seine Mannschaft habe die Gegentore durch „unnötige Aktionen“ selbst eingeleitet – und sich fortan von diesem Schock nicht mehr erholt. Laupheims Sieg, da ließ Maier keinen Zweifel, gehe „auch in der Höhe in Ordnung“. Doch Balingens Coach gibt sich kämpferisch: „Vorige Runde haben wir hier ebenfalls 0:4 verloren, anschließend blieben wir zehn Spieltage unbesiegt – wenn's wieder so kommen sollte, soll's mir recht sein.“ Und ergänzt sei: Am Saisonende stand die TSG einen Platz vor Laupheim. Im Schlagerspiel hatte Balingen wenig bis nichts zu bestellen. Die erste Viertelstunde stand im Zeichen von Karl-Heinz Linder: Der frühere Heidenheimer Oberliga-Torjäger schoss die Olympia mit seinem Saisontreffern elf und zwölf blitzschnell mit 2:0 in Front. In der zweiten Hälfte machten Sachpazidis (64.) und Kuhn (71., Foulelfmeter) den klaren Laupheimer Sieg perfekt. „Balingen ist eine sehr kompakte Truppe mit keinen überragenden Einzelspielern“, zollte Laupheims Trainer Harry Brobeil vor dem Anpfiff durchaus Respekt. Und auch nach dem klaren Resultat verteilte der frühere Ulmer Oberliga-Coach Komplimente: „Die Balinger stehen zu Recht vorne, auch wenn sie heute von meiner Mannschaft verdient bezwungen wurden. Wir haben die beste Saisonleistung abgeliefert.“ Laupheim startete schwungvoll ins Gipfeltreffen. Mit der ersten Chance fiel bereits das 1:0: Nach einer Freistoßflanke köpfte der bullige Linder zur Olympia-Führung ein (9. Minute). Und nur kurze Zeit später war die Vorentscheidung gefallen: Ein Zuspiel aus dem Mittelfeld nahm erneut Linder auf, zog von der Strafraumgrenze ab – und es hieß 2:0. TSG-Torhüter Igor Idjakovic war jeweils ohne Abwehrchance. Die Oberschwaben ließen noch einen Pfosten-Kopfball von Ex-Profi Oliver Unsöld (31.) und einen Lattenkracher von Linder (61.) folgen, während die TSG faktisch nur drei Möglichkeiten hatte: Nach Göbel-Zuspiel scheiterte Sahin am FV-Keeper (31.), Taube verzog knapp (46.) und fünf Minuten vor Spielende köpfte Bezirgianidis vorbei. Ihre beste Phase hatten die Balinger kurz nach der Halbzeitpause. Laupheims Erfolg war spätestens nach Sachpazadis' 3:0 (64.) in trockenen Tüchern. Eine doppelt bittere Notbremse zog Martin Taube: Nach einem Foul am Strafraum sah der Balinger Abwehrspieler die Rote Karte – und den fälligen Elfmeter verwandelte Laupheims Steffen Kuhn zum 4:0-Endstand (71.). „Wir freuen uns nun aufs nächste Spitzenspiel in Ditzingen“, blickte Olympia-Trainer Harry Brobeil bereits voraus – während die TSG eine Woche Zeit hat, um die Wunden zu lecken: Nach einem spielfreien Wochenende sind die Balinger erst wieder am 26. November (Heimspiel gegen Ditzingen) im Einsatz.
TSG Balingen: Idjakovic; Willig, Schelling, Ewert, Taube, Todorovic, Di Lucia, Raab, Göbel (35. Bezirgianidis), Heinrich (71. Cus), Sahin (61. Schippert).
Tore: 1:0, 2:0 Linder (9., 12.), 3:0 Sachpazadis (64.), 4:0 Kuhn (71., Foulelfmeter).
Besonderheiten: Rote Karte für Taube (B., 70., Notbremse).
Schiedsrichter: Jugel (Senden).
Zuschauer: 1000.
Nächstes Spiel: TSG Balingen – TSF Ditzingen (26. November, 14.30 Uhr, Au-Stadion).


Der Knüller des 15. Verbandsliga-Spieltages steigt in Oberschwaben: Verfolger FV Olympia Laupheim empfängt den Spitzenreiter TSG Balingen zum Gipfeltreffen (Samstag, 14.30 Uhr). Für viele ist es schon das „Spiel der Spiele“ – für andere ein normales Kräftemessen zweier Spitzenmannschaften: „Wir bereiten uns wie auf jedes andere Spiel vor“, lässt Balingens Trainer Karsten Maier wissen. Und auch für Kollege Harry Brobeil geht es in erster Linie um drei Punkte, „die wir in jedem Heimspiel behalten möchten.“ Dennoch: Dass Duell Laupheim (13 Spiele/ 28 Punkte) gegen Balingen (14/ 32) überstrahlt alle bisherigen Begegnungen in der laufenden Verbandsliga-Saison. Schließlich geht es um eine Menge: Nur mit einem Sieg kann sich die Olympia im Titelrennen zurückmelden – wohingegen die Balinger mit einem Auswärtserfolg der Konkurrenz schon ein Stück enteilt wären. Beide Kontrahenten weisen aktuelle Erfolgsbilanzen auf: Fünfmal hat der Tabellenzweite Laupheim zuletzt nicht verloren und in dieser Zeit unter anderem Ludwigsburg (3:0), Metzingen (5:1) und Wangen (4:0) klar abgefertigt. Die TSG reist mit der Empfehlung von vier Siegen in Folge an: Metzingen (2:1), Ludwigsburg (3:0), Illertissen (2:0) und Böblingen (3:0) hielt man in Schach. Gestützt auf eine überdurchschnittlich gute Defensive ragt bei Laupheim das spielstarke Mittelfeld – mit den Ex-Profis Oliver Unsöld und Roland Regenbogen – heraus. Im Angriff eine Klasse für sich ist Karl-Heinz Linder. Der torgefährliche Neuzugang (kam vom Oberligisten Heidenheimer SB) hat bereits zehn Saisontreffer erzielt. „Normalerweise müssten wir gar nicht hinfahren“, scherzt TSG-Übungsleiter Karsten Maier und verweist mit dieser sicherlich nicht ernst gemeinten Feststellung auf den starken Olympia-Kader, aber auch aufs ärgerliche Balinger WFV-Pokal-Aus gegen Laupheim II diesen Sommer (1:2). Frei nach dem Motto: Wer schon gegen die zweite Mannschaft verliert, bekommt von der „Ersten“ richtig Prügel. Freilich rechnen sich die Kreisstädter im Schlagerspiel dennoch etwas aus. „Wir spekulieren nicht auf ein Unentschieden, sondern wollen gewinnen“, macht Maier die tatsächliche Marschrichtung deutlich. Die zu Hause noch unbezwungenen Laupheimer seien nicht unverwundbar, glaubt der TSG-Coach, der auf auf die breite Unterstützung von außen setzt: „Ich rechne damit, dass uns sehr viele Schlachtenbummler anfeuern.“ Balingen bietet voraussichtlich denselben Kader wie beim 3:0 gegen Böblingen auf – muss also weiterhin einige verletzte Akteure und zudem Spielmacher Nenad Nikolic (bis 30. November gesperrt) ersetzen. Schon in der vergangenen Runde zählten die Duelle gegen Laupheim zu den Saisonhöhepunkten. Das Hinspiel in der Vorrunde verlor die TSG mit 0:4, im Rückspiel gelang vor über 1000 Fans ein 2:1-Erfolg.

