



Die TSG Balingen bleibt im neuen Jahr ungeschlagen. Gestern gewann der Fußball-Verbandsligist beim Neuling TSV Hildrizhausen auch in der Höhe hochverdient mit 4:0 (0:0). Balingen musste beim Aufsteiger auf Martin Cus, Igor Idjakovic, David Mayer und Sebastian Gekeler (alle verletzt) verzichten. Gegenüber dem 1:0 gegen Laupheim änderte Trainer Karsten Maier seine Elf auf einer Position: Für Cus rückte Bernd Schelling in die Innenverteidigung, neu ins Team kam Bernd Bauer. Bei äußerst widrigen Bedingungen - Dauerregen und Sturmböen - entwickelte sich ein kampfbetontes, intensiv geführtes Duell. Schiri Benjamin Butz (Rottweil) griff äußerst konsequent durch und verteilte zahlreiche gelbe sowie zwei gelb-rote Karten. Im ersten Durchgang waren Torchancen noch Mangelware. Die TSG verzeichnete durch Jörg Schreyeck eine gute Möglichkeit (24. Minute), auf der Gegenseite rettete Bernd Bauer auf der Linie (44.). Nach der Pause drehten die Balinger fulminant auf, drückten die Hausherren permanent in die eigene Hälfte. Nach einem groben Abwehrschnitzer der Gastgeber tauchte Alexander Neagos in der 46. Minute frei vor dem TSV-Kasten auf und brachte die Kreisstädter mit einem unhaltbaren Schuss ins lange Eck in Führung. Erneut Neagos scheiterte nach Schreyeck-Zuspiel am TSV-Keeper (60.), doch lange sollte es nicht mehr bis zum 0:2 dauern: Nach einer Sahin-Flanke staubte Martin Taube aus kurzer Entfernung ab und drosch das Leder in die Maschen (70.). Die TSG blieb am Drücker, hatte nun den Gegner voll im Griff und erspielte sich hochkarätige Chancen beinahe im Minutentakt. Einen Muster-Konter schloss Turan Sahin, von Erik Raab toll in Szene gesetzt, mit dem 0:3 ab (80.). Weitere viermal vergab Neagos in bester Position (84., 85., 86., 90.), doch fand Gerhard Rill nach einem beherzten Alleingang aus spitzem Winkel eine weitere Lücke - das 0:4 (88.). Mit dem deutlichen Erfolg katapultierte sich die TSG Balingen auf den fünften Tabellenplatz vor und bescherte ihrem neuen Fußball-Abteilungsleiter Uwe Haußmann, der am Freitag als Nachfolger von Wolfgang Stahl gewählt wurde, einen idealen Einstand in sein Amt. Diesen Samstag trifft die TSG im zweiten Heimspiel nach der Winterpause auf Dorfmerkingen, die in der Hinrunde sensationell klar mit 8:1 abgefertigt wurden. In der Verfassung von gestern Nachmittag sind die Balinger erneut Favorit, auch wenn ihnen dann Alexander Neagos wegen eines Auslandsaufenthaltes nicht zur Verfügung stehen wird.
TSG Balingen: Raisch; Willig, Raab, Schelling, Taube, Todorovic (81. Rudenko), Sahin, Bauer, Göbel (32. Neagos), Schreyeck (71. Rill), Dilucia.
Tore: 0:1 Neagos (46.), 0:2 Taube (70.), 0:3 Sahin (80.), 0:4 Rill (88.).
Schiedsrichter: Butz (Rottweil).
Besonderheiten: Gelb-rote Karten für Bauer (50./Balingen) und Wagner (61./Hildrizhausen).
Zuschauer: 300.
Nächstes Spiel: TSG Balingen - SF Dorfmerkingen (24. März, 15 Uhr, Au-Stadion).




Am ungeliebten Sonntag (Beginn 15 Uhr) muss diesmal der Fußball-Verbandsligist TSG Balingen ran. Die Kreisstädter gastieren beim bislang frech aufspielenden Neuling TSV Hildrizhausen. Viele Chancen – aber kein Tor: In der Hinrunde trennte sich Balingen von Hildrizhausen 0:0. Damals wie heute gilt: Die TSG hat es mit einem kecken Aufsteiger zu tun, der zu Saisonbeginn sogar über´mehrere Spieltage die Tabelle anführte und mittlerweile als Zehnter immer noch ein gutes Stück von der Abstiegsregion entfernt ist. Die Elf von Uli Eipper ist mit sieben Punkteteilungen der Remis-König der Verbandsliga und hat erst sechs ihrer bis dato 18 Spiele verloren. Wer Fußball und Hildrizhausen in einem Atemzug nennt, kommt um den Namen Helmut Hörmann nicht umhin. Der Vorsitzende ist der unumstrittene Macher beim TSV – und zugleich dessen größter Mäzen. Der Flaschner gründete vor 30 Jahren einen kleinen Familienbetrieb, der mittlerweile 3500 Kunden in seiner Kartei hat. Das zum modernen Heizungsanlagen-Hersteller gereifte Unternehmen installierte die Rasenheizungen in den WM-Stadien in Nürnberg und Stuttgart. Vor neun Jahren gewann Hörmanns TSV die Meisterschaft in der Bezirksliga – argwöhnisch belächelt von der damals noch großen Konkurrenz im „Gäu“, die dem kleinen Klub keine lange Verweildauer in der Landesliga prophezeite. Hildrizhausen blieb neun Jahre „drin“ – und verabschiedete sich erst im vorigen Sommer. Allerdings nicht zurück in die Bezirksliga – sondern nach oben, in die Verbandsliga. Zwischenzeitlich lächelt keiner mehr über den Verein aus der 3500 Seelen-Gemeinde, der neun Abteilungen unter seinem Dach vereint. „Das ist sicherlich alles andere als ein klassischer Neuling“, urteilt Karsten Maier über den sonntäglichen Balinger Gastgeber. Der TSG-Trainer zieht insbesondere vor den TSV-Toptorjägern Florian Eipper und Andre Gonsior den Hut: „Diese beiden stellen ein kongenial harmonierendes Angriffs-Duo.“ Maier fügt respektvoll an: „Hildrizhausen spielt schnörkellos und sehr effektiv.“ Die TSG möchte sich am Rande des Schönbuchs aber nicht verstecken. Ganz im Gegenteil: „Wir nehmen den Rückenwind vom Sieg gegen Laupheim mit“, gibt sich Karsten Maier zuversichtlich. Beim
jüngsten 1:0-Erfolg attestierte der Trainer seiner Mannschaft über „60 Minuten eine sehr gute Leistung“. Diese Form gelte es zu konservieren – wenngleich in punkto Chancenverwertung Nachholbedarf besteht: „Wenn wir unsere Möglichkeiten auch nur annähernd genutzt hätten, wären wir gegen Ende nicht mehr in Bedrängnis geraten“, weiß Maier. Die verletzten David Mayer, Igor Idjakovic und Sebastian Gekeler stehen – wie schon gegen Laupheim – nicht zur Verfügung. Sehr wahrscheinlich dürfte die TSG in derselben Startformation wie am zurückliegenden Spieltag auflaufen – also mit Manuel Raisch im Tor, Martin Cus und Martin Taube in der Innenverteidigung, Nico Willig und Erik Raab auf den Außenbahnen, Bernd Schelling, Ivan Todorovic (eher defensiv), Felice Dilucia und Jörg Schreyeck (offensiv) im Mittelfeld sowie den beiden Spitzen Tobias Göbel und Turan Sahin.

