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0:1 Heimniederlage trotz Überzahl!  (18.11.06)


Es bleibt dabei: Verbandsligist Balingen trifft gegen Ravensburg einfach nicht. Die Oberschwaben hingegen düpierten die TSG im Au-Stadion
und siegten trotz Unterzahl mit 1:0 (0:0). Die Bilanz spricht eindeutig für das Team von Trainer Michael Wohlfahrt: Auch im dritten
Vergleich blieb der FV Ravensburg gegen die Balinger ohne Gegentor. 1:0 setzte sich der letztjährige Aufsteiger in Balingen durch und bleibt
weiter im Aufstiegsrennen. Während die Minimalisten aus Oberschwaben ausgelassen ihren sechsten Saisonsieg feierten, schlichen
die Balinger Balltreter betreten vom Spielfeld. Sie wissen nur zu genau: In den nächsten Wochen bleibt für sie nur das triste Tabellenmittelfeld.
Mehr ist für den Vizemeister derzeit nicht drin – das wurde im Verfolgerduell gegen Ravensburg erschreckend deutlich. In einer wenig
spektakulären Anfangsphase sorgte lediglich Tobias Göbel mit zwei langen Einwürfen für Gefahrenmomente. Weitere Aufreger: Fehlanzeige.
Viele Fouls auf beiden Seiten sowie die Beton-Abwehr der Oberschwaben sorgten für wenig Kurzweil. Erst nach 25 Minuten kam die
Mannschaft von Coach Karsten Maier zu ihrer ersten guten Möglichkeit: Nach präziser Ecke von Felice DiLucia köpfte Göbel unbedrängt,
doch FV-Keeper Lennert Bock fischte sich das Spielgerät. Auch in der Folgezeit war Balingen die spielerisch, kämpferisch und läuferisch
bessere Mannschaft – allein zwingend waren die TSG-Aktionen nicht. Auf der Gegenseite köpfte Andreas Braunnagel nach einem Seiler-Freistoß
knapp drüber (30.). Das Verfolgerduell nahm langsam Fahrt auf – und wurde zunehmend härter. Zunächst handelte sich Sebastian
Sailer nach einer rüden Attacke die Rote Karte ein (36.). Der Tabellenvierte wirkte verunsichert und Balingen setzte nach: Nach einer
akrobatischen DiLucia-Einlage lenkte Bock das Leder noch mit den Fingerspitzen über die Latte (41.). Nicht einmal 120 Sekunden später
scheiterte DiLucia frei am Ravensburger Keeper, der geschickt den Einschusswinkel verkürzt hatte. „Wir haben unsere Chancen leichtfertig
vergeben“, haderte Karsten Maier. Der Balinger Coach fügte hinzu: „So viele Möglichkeiten bekommt man gegen solch einen Gegner nicht.“
Nach dem Seitenwechsel schockte der eingewechselte Harun Toprak die TSG. Nach einem kapitalen Stellungsfehler von Erik Raab nutzte der
FVR-Angreifer die kurzzeitige Orientierungslosigkeit der Balinger Defensivabteilung, umkurvte Keeper Igor Idjakovic und schob zum 0:1
ein. Pech für die TSG: Fast im direkten Gegenzug spitzelte DiLucia das Leder an Bock vorbei, doch Bernd Schmid klärte (60.). In der Folgezeit
fehlten den Kreisstädtern gegen die ebenso kompakte wie kompromisslose Abwehr der Ravensburger einfach die kreativen Momente, sodass
die Oberschwaben auch nach einem weiteren Platzverweis (Toprak nach Gegenspieler-Beleidigung/78.) die Führung mühelos verteidigten und
durch Andreas Braunnagel (75.) und Daniel Rößler (88.) die besseren Einschussmöglichkeiten besaßen.
TSG Balingen: Idjakovic; Willig, Raab (60. Palmiero), Cus, Schelling, Schreyeck, Todorovic, DiLucia, Göbel (67. Bezirgianidis), Sahin,
Neagos.
Tor: 0:1 Toprak (57.).
Besondere Vorkommnisse: Seiler (36.) wegen groben Foulspiels, Toprak (78./beide Ravensburg) wegen Gegenspieler-Beleidigung
Schiedsrichterin: Beck (Magstadt).



Vorbericht TSG - FV Ravensburg  (17.11.06)


Wer bleibt dran? Im Verfolgerduell zwischen der TSG Balingen und dem FV Ravensburg werden die Weichen gestellt. Beide Teams
sind am Samstag (14.30 Uhr, Au-Stadion) im Zugzwang. Die TSG beklagt einen personellen Engpass: Martin Taube und Tobias Göbel konnten in dieser
Woche nicht trainieren – das Duo droht gegen Ravensburg auszufallen. „Beide klagen über Schmerzen im Knie“, berichtet Balingens Trainer
Karsten Maier, der zugleich aber die frohe Kunde vermeldet, dass Martin Cus nach seinem Bänderriss wieder in den Trainingsbetrieb
eingestiegen ist. Leichtes Lauftraining absolvierte auch Roman Rudenko. Balingen, das sich den Kunstrasenplatz in dieser Trainingswoche
zeitweilig mit 50 Jugendspielern teilen musste, und Ravensburg kämpfen morgen um den Anschluss an die vordere Tabellenregion. Die
Hausherren rangieren mit 17 Punkten auf Platz sechs, die Oberschwaben, im Vorjahr erst aufgestiegen, sind mit 19 Zählern starker Vierter.
Mit einem Sieg könnte die TSG zwei Plätze gutmachen, zumal den fünftplatzierten TSF Ditzingen (in Laupheim) ein schweres Auswärtsspiel
bevorsteht. Der FV Ravensburg reist mit breiter Brust an: Seit fünf Spieltagen ist die Elf von Ex-Profi Michael Wohlfarth (u.a. Hertha BSC Berlin)
ungeschlagen, seit vier Spielen sogar ohne Gegentor. Auf der anderen Seite sticht allerdings die magere Trefferbilanz ins Auge: Erst elf Tore haben
die Ravensburger in zwölf Begegnungen erzielt – nur Donzdorf (10) unterbietet diesen Wert. Wohlfarths Defensive steht aber: Ganz neun
Gegentreffer handelte sich der ehemalige Oberligist ein (im Schnitt also nur 0,75 Tore pro Spiel). Der FV-Trainer hat die Ursache
des Offensiv-Problems mittlerweile ausgemacht: „Wir haben keinen Spieler, der ganz vorne zu guten Einzelaktionen fähig ist", bedauert
Michael Wohlfarth. Solange sich daran nichts ändere, müsse man eben auf die Abwehr bauen: „Mit null Gegentoren verliert man kein Spiel.“
Siege springen allerdings auch nicht zwangsläufig heraus. Jüngstes Beispiel: Das 0:0 gegen die SF Dorfmerkingen, deren Keeper Martin
Krusche einen Glanztag erwischt hatte. Ravensburgs Vorsitzender Frank Walser mochte trotz des Unentschiedens keine Kritik aufkommen lassen:
„Das hat mir gut gefallen heute, und dass wir nicht gewonnen haben, war einfach nur Pech.“ Die Statistik spricht für Ravensburg: Die Balinger
erzielten in der zurückliegenden Saison gegen den damaligen Neuling in zwei Spielen nicht einmal ein Tor (0:0, 0:1).



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