



Tabellenführer! Pustekuchen. Weil die TSG Balingen gegen den FV Illertissen nur 1:1 (0:0) spielte, verpasste sie den leicht möglichen Sprung an die Spitze der Fußball-Verbandsliga. Schwieberdingen, Laupheim, Ditzingen - alle haben gepatzt am zurückliegenden Spieltag. Eine Super-Chance also für die bis dato viertplatzierte TSG Balingen, den Rückstand auf die führenden Teams zu minimieren. Daraus wurde nichts. Trotz Feldüberlegenheit und der Mehrzahl an zwingenden Torchancen konnte Balingen den FV Illertissen nicht bezwingen. Spielentscheidende Figur war Gäste-Keeper Florian Steeb, der weit mehr als Fünftliga-Niveau zeigte: Stark auf der Linie, im Herauslaufen, in Eins-gegen-Eins-Situationen und im Zusammenspiel mit seinen Teamkollegen avancierte Illertissens Schlussmann zum mit Abstand überragenden Akteur auf dem Platz. Apropos Platz: Die Funktionäre der Gäste und auch deren Trainer Karl-Heinz Bachthaler ereiferten sich mächtig, dass die Begegnung auf dem Kunstrasenspielfeld angepfiffen wurde. Angemerkt sei, dass dies auch den Hausherren ganz und gar nicht schmeckte. Aber so lange das leidige Rasenpflege-Thema im Au-Stadion ungeklärt ist, bleibt den Teams nichts anderes übrig, als das marode Hauptspielfeld zu meiden. Einer Stadt wie Balingen, das gerne mit seiner Wirtschaftskraft wirbt, steht der ligaweit schlechteste Platz nicht gut zu Gesicht. Für Bernd Schelling, der nicht im Kader war, spielte Gerhard Rill - ansonsten vertraute TSG-Trainer Karsten Maier auf jene Elf, die vorige Woche in Ludwigsburg mit 2:1 die Nase vorn hatte. Balingen zeigte insbesondere im ersten Durchgang eine sehr starke Leistung. Aber immer wieder fanden die Kreisstädter im glänzend aufgelegten Florian Steeb ihren Meister. Der Keeper rettete gegen Bezirgianidis (5. Minute, nach Sahin-Zuspiel / zudem 42.), Turan Sahin (16., 30., 31.) und Jörg Schreyeck (35.). Ihre Tormöglichkeiten spielten die Maier-Schützlinge klasse heraus. Meist lief der Ball über mehrere Stationen, ehe in aussichtsreicher Situation abgeschlossen wurde. Doch immer war Teufelskerl Steeb zwischen dem Pfosten auf dem Posten. Die ohnehin sehr gute Verbandsliga-Begegnung sollte in den zweiten 45 Minuten die nötige Würze in Form von zwei Treffern erfahren. Nachdem Schreyeck zunächst noch am Innenpfosten und - natürlich - an Florian Steeb gescheitert war (46, 47.) machte es der Hartheimer nach 56 Minuten besser: Einen bereits abgewehrten Eckball beförderte Gino Palmiero im zweiten Versuch nach innen, Schreyeck kam ans Leder und traf aus zwölf Metern zur längst verdienten 1:0-Führung. Illertissen besaß hingegen nur wenige zwingende Chancen. Einmal rettete Balingens Spielführer Nico Willig per Kopf auf der Linie (70.), elf Minuten später rutschte Martin Cus im Strafraum aus, ermöglichte Saban Genisyürek freie Schussbahn und es hieß urplötzlich 1:1 (81.). In den Schlussminuten versuchten die Gastgeber alles, aber eine Nikolic-Palmiero-Kombination (83.) blieb ebenso ohne den erhofften Erfolg wie Erik Raabs zu schwacher Schuss (85.).
TSG Balingen: Idjakovic; Willig, Raab, Cus, Taube, Schreyeck, Dilucia, Rill (74. Todorovic), Bezirgianidis (61. Göbel), Palmiero, Sahin (81. Nikolic).
Tore: 1:0 Schreyeck (58.), 1:1 Genisyürek (81.).
Schiedsrichter: Köteles, Reutlingen.
Zuschauer: 340.




Gehen die Balinger Fußball- Festwochen morgen weiter? Die TSG trifft in ihrem Verbandsliga-Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr, Au-Stadion) auf den zuletzt sehr starken FV Illertissen. 2:2 gegen Spitzenreiter FV Olympia Laupheim, unter der Woche ein unerwartet souveränes 3:0 gegen die stark bestückten Sportfreunde Dorfmerkingen: Der FV Illertissen spielt momentan glänzend auf. „Zweifellos eine sehr gute Mannschaft“, warnt Balingens Trainer Karsten Maier sein Team vor dem morgigen Kontrahenten – und die Fans vor allzu großer Euphorie. Obwohl (oder gerade weil) die TSG in den letzten sieben Spielen sechs Siege einfuhr, ist das Duell mit den Illertälern von großer Bedeutung: Gewinnt Balingen erneut, würde man sich im Rennen um einen Spitzenplatz mit Nachdruck zurückmelden. Eine Niederlage – wie vor zwei Jahren an selber Stelle (0:1) – wäre das definitive Aus im Kampf um den ohnehin kaum mehr für möglich gehaltenen Aufstieg. Mit Uli Sarmiento, Thomas Przibille, Dominic Selvaggio, Philipp Lang, Reiner Wespel, Klaus Dorn, Stephan Dürr, Heiko Ziegler und vor allem Trainersohn Holger Bachthaler sind die herausragenden Kräfte der Illertisser genannt. Die Mannschaft von Karl-Heinz Bachthaler, der für ein achtes Trainerjahr zugesagt hat, gilt als taktisch gut geschult und ist insbesondere bei Standardsituationen brandgefährlich. Die TSG Balingen, die pikanterweise in den beiden letzten Saisonspielen auf die derzeit führenden Teams aus Laupheim und Ditzingen trifft, wird sich dennoch kaum verstecken. Das jüngste 2:1 in Ludwigsburg lieferte den nachhaltigen Beweis dafür, dass die Truppe ihre Krise zu Jahresbeginn überwunden hat. „Wir haben zuletzt immer weniger gegnerische Torchancen zugelassen“, nennt Karsten Maier den Grund für die wieder erlangte Stärke des Vorjahres-Vizemeisters, den nur noch vier Punkte von der Bestmarke aus der Saison 2004/2005 trennen. „Diese 57 Zähler zu wiederholen sind unser nächstes Ziel“, verrät Balingens Coach – und fügt an: „Dann können wir weitersehen.“ Große Personalsorgen plagen Maier nicht. Nahezu der komplette
Kader ist einsatzfähig – und brennt darauf, den 2:0-Hinspielsieg (Tore durch Heinrich und Dilucia) zu wiederholen. Interessantes Detail am Rande: Gegen den FV Illertissen durfte die TSG noch keinen Heimsieg bejubeln. Maier: „Diese schwarze Serie wollen wir mit aller Macht durchbrechen.“ Am Wochenende stehen weitere vorentscheidende Begegnungen an: Verfolger SV Bonlanden empfängt bereits heute Abend die im Abstiegskampf immens unter Druck stehenden SF Dorfmerkingen, die TSF Ditzingen, derzeit Zweiter, haben es zeitgleich im Derby mit der Spvgg Ludwigsburg zu tun. Als klarer Favorit gilt am Samstag der Tabellenführer Laupheim (gegen Böblingen), ins Straucheln geraten könnte hingegen Pokal-Halbfinalist Schwieberdingen, das beim in der Rückrunde bärenstarken VfL Kirchheim auf dem Prüfstand steht.

