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0:3 Niederlage in Illertissen  (24.08.08)


Alles hat ein Ende. Die Siegesserie des Oberliga-Neulings TSG Balingen riss beim Mitaufsteiger FV Illertissen. Nach drei Erfolgen verlor die Maier-Elf erstmals, und das mit 0:3 (0:2). Nun geht es gegen Gmünd.

Es gibt Tage, an denen nichts läuft. Gar nichts. Im Illertissener Dauerregen hätten die Balinger stundenlang spielen können – ein Tor hätten sie nicht erzielt. Zumindest nicht auf der richtigen Seite. Die ersten beiden Treffer legte sich der entthronte Spitzenreiter selbst ins Netz, das dritte Gegentor fiel nach einem Konter in der 90. Minute. Keine Punkte, drei Verletzte: Das ist die nüchterne Bilanz jener eineinhalb Stunden beim letztjährigen Verbandsliga-Dritten. Nico Willig, Bernd Bauer und Tobias Göbel – alle mit Verdacht auf eine schlimmere Bänderverletzung – humpelten von der Dusche Richtung Mannschaftsbus. Zudem hatten die Kreisstädter Glück, dass Jörg Schreyeck und Rob Miller bei zwei überharten Aktionen nicht die Rote Karte sahen.

Es war eben nicht der Tag der Balinger. Erst recht nicht, wenn dem Gegner noch unter die Arme gegriffen wird – getreu dem Motto: „Hier werden sie geholfen.“ In der zwölften Minute flankte Harald Holzapfel vors TSG-Tor, Kevin Ketis wollte den Ball wegköpfen, überlistete dabei aber seinen eigenen Torhüter – 0:1 aus Balinger Sicht (12.). Auch zum zweiten Gegentor leisteten die Maier-Schützlinge ihren Beitrag. Nach einem Bachthaler-Lupfer auf Christian Sameisla zögerte Keeper Sebastian Kellner, und Illertissen führte 2:0 (31.). Der angeschlagene Tobias Göbel fehlte an allen Ecken und vor allem Enden; jedenfalls war bei gegnerischem Ballbesitz keine echte Zuständigkeit erkennbar, zumal auch Rob Miller und Jörg Schreyeck im zentralen Mittelfeld unter ihren Möglichkeiten blieben. Dennoch gabs Chancen zuhauf für die Balinger, die vorgestern auf den bislang mit Abstand schwächsten Oberliga-Kontrahenten trafen. Nach einem Getümmel wurde ein Bauer-Schuss auf der Linie geklärt (9.), eine Miller-Direktabnahme wurde gerade so abgeblockt (16.) und Schreyeck köpfte nach Dilucia-Zuspiel vorbei (24.). Wenigstens verhinderte Kellner Schlimmeres, als er Kuhn-Freistoß entschärfte (43.).
Im zweiten Durchgang schien es, als ob die Balinger ihre Lehren gezogen hätten. Sahin (63., links vorbei), Üner (80., ebenfalls vorbei), Schreyeck (81., abgefälscht zur Ecke) und Miller (Kopfball, 88.) brachten das Runde aber nichts ins Eckige. Nur für Statistik-Freaks interessant: Michael Hornung passte in der Schlussminute auf Philipp Birk-Braun und der traf ins lange Eck zum 3:0 (90.)

„Vor allem bei Standardsituationen müssen wir auf die Spieler mit Gardemaß höllisch aufpassen“, mahnte der Illertisser Trainer Karl-Heinz Bachthaler noch unmittelbar vor dem Anpfiff. Dass Balingens Arbeitstier Tobias Göbel beim Gegner aber zunächst nicht mitwirken konnte, wusste der FV-Coach zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Besonders bitter, dass sich Göbel kurz nach seiner Einwechslung „Marke Brechstange“ (78.) erneut verletzte – diesmal nicht an der ohnehin lädierten Wade, sondern am Sprunggelenk. Dasselbe Schicksal widerfuhr Nico Willig und Bernd Bauer. Aus diesem Trio dürfte gegen Normannia Gmünd keiner spielen. Ein Positives hat die Pleite: Wie man in der Oberliga gewinnt wussten die Balinger nach den ersten drei Saisonspielen – nun kennen sie auch die Kehrseite der Medaille. Was sie vorher schon wussten, vorgestern aber aus der Erinnerung verloren: Fußball ist ein Mannschaftssport, der nur funktioniert, wenn das Ego hinter dem Kollektiv zurücksteht. Und Fehler machen auch jene, die nichts machen. Denn mit der Laufarbeit steht und fällt das TSG-Spiel – individuelle Aussetzer kamen diesmal erschwerend hinzu.

Für Balingen gehts nun mit einem Heimspiel-Doppelpack weiter. Diesen Samstag (Beginn jeweils 15.30 Uhr) kreuzt der 1. FC Normannia Gmünd auf, eine Woche später (6. September) gastiert der SGV Freiberg im Au-Stadion. Das nächste Auswärtsspiel bestreitet die Maier-Elf beim Liga-Topfavoriten: Am Sonntag, 14. September (15 Uhr) reist die TSG zur zweiten Mannschaft des Bundesliga-Neulings 1899 Hoffenheim, die zuletzt Kirchheim mit 5:0 abfertigte.



Vorbericht FV Illertissen - TSG  (21.08.08)


Beim Mitaufsteiger FV Illertissen steht der Oberliga-Neuling TSG Balingen am Samstag (Beginn 15.30 Uhr) vor einer hohen Hürde: Die Bachthaler-Elf zählt zu den spielstärksten Mannschaften der Liga.

Wenn's läuft, dann läuft's: Im WFV-Pokal schaltete Illertissen den hohen Favoriten SSV Ulm 1846 (Regionalliga) mit 4:3 im Elfmeterschießen aus, im ersten Heimspiel wurde der VfL Kirchheim mit 4:0 förmlich deklassiert. Was aber, wenn's nicht läuft? Beim Kehler FV hatte der Balinger Mitaufsteiger und Vorjahresdritte der Verbandsliga nach verpennter erster Halbzeit mit 1:3 das Nachsehen. Und im jüngsten Auswärtsspiel bei der SG Großaspach ging in der Schlussphase die Konzentration flöten – zwei späte Gegentore bescherten eine 0:2-Niederlage. „Illertissen ist sehr unbequem“, behauptet der Balinger Trainer Karsten Maier, der natürlich weiß, dass sich die Bayern vor Rundenbeginn noch einmal kräftig verstärkt haben. Allein von den aktuellen Regionalliga-Klubs 1. FC Heidenheim und SSV Ulm 1846 holte der Klub vier neue Akteure – namentlich Benjamin Sandmann, Michael Passer, Jochen Schlund und Christian Sameisla. Vom Oberliga-Konkurrenten TSV Crailsheim wurde Manuel Schoppel verpflichtet, vom Verbandsligisten FV Olympia Laupheim kamen Michael Hornung und Steffen Kuhn und vom Verbandsliga-Absteiger SV Baustetten angelte sich Illertissen Philipp Birk-Braun. Zudem spielten bereits in der Verbandsliga mit Christian Weiller, Trainersohn Holger Bachthaler, Stephan Dürr, Klaus Dorn, Philipp Lang und Gerold Skowranek höherklassig erprobte Kicker für den FVI, der im zehnten Jahr vom Trainerfuchs Karl-Heinz Bachthaler (56) betreut wird. „Illertissen ist die nächste große Herausforderung, der wir zwar mit Respekt, aber ohne Angst begegnen“, meint Karsten Maier, der davon spricht, dass der Kontrahent – wie so viele – individuell „deutlich besser bestückt ist als wir.“ Dennoch werde man auf jegliche Chance lauern und hellwach agieren. Im Vorjahr kamen die Balinger beim damaligen Verbandsliga-Rivalen zu einem 0:0. Das Hinspiel im Au-Stadion entschied die TSG sogar mit 1:0 für sich. Als Tabellenführer braucht sich die Maier-Truppe vor dem aktuellen Zwölften sicherlich nicht verstecken. Gleichwohl können die Verantwortlichen des Verbandsliga-Meisters die bisherigen Resultate richtig einordnen. „Auch gegen den Bahlinger SC haben wir ein Spiel gewonnen, das genauso gut der Gegner für sich hätte entscheiden können“, sagt Karsten Maier – wohlwissend, dass dieselbe Feststellung auf die Partien gegen Durlach (4:0) und in Walldorf (2:1) ebenfalls zutrifft. Zum Personal: Tobias Göbel ist zwar angeschlagen, glaubt aber, dass er am Samstag einsatzbereit sein wird. Ob Karsten Maier seinen bisherigen Toptorjäger (drei Treffer in drei Spielen) von Beginn an aufbietet, dürfte sich eher kurzfristig entscheiden. Weitere Änderungen behält sich der Coach vor, denn die Vorstellung gegen Bahlingen stimmte Maier nicht ganz zufrieden. „In manchen Phasen hat die Entschlossenheit gefehlt“, übt der Trainer Kritik. Klar ist: Einem derart spielstarken Widersacher wie Illertissen dürfen die TSG-ler nicht zu viele Freiräume bieten – ansonsten droht die erste Saisonniederlage. Nach Illertissen (Busabfahrt ist am Samstag um 11.30 Uhr) darf die TSG übrigens zweimal in Folge zuhause ran: Die Heimspiele gegen den 1. FC Normannia Gmünd (30. August) und den SGV Freiberg (6. September/jeweils 15.30 Uhr) gehen binnen acht Tagen im Au-Stadion über die Bühne.



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