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2:1 Sieg trotz Unterzahl  (02.04.06)


Nicht schön - dafür erfolgreich: Verbandsligist TSG Balingen setzte sich gegen den Tabellenletzten FC Wangen trotz 50-minütiger Unterzahl mit 2:1 (1:1) durch. Der erste Balinger Heimsieg nach der Winterpause ist perfekt. Nach den bitteren Niederlagen gegen Fellbach (0:2) und Eislingen (0:1) hatte es die TSG erneut mit einem Abstiegskandidaten zu tun. Und über weite Strecken taten sich die Kreisstädter gegen ein engagiert zu Werke schreitendes Schlusslicht sehr schwer. Erst ein Stolper-Tor des eingewechselten Michael Bezirgianidis bescherte der Elf von Trainer Karsten Maier den hauchdünnen Sieg gegen den designierten Landesligisten aus dem Allgäu. Der TSG-Coach überraschte mit der Hereinnahme des 19-jährigen Lukas Foelsch, der sein erstes Spiel von Beginn an machte. Der Youngster war an etlichen guten Aktionen beteiligt, konnte sich aber körperlich nicht immer behaupten. Nach einem abgefälschten Sahin-Schuss (11. Minute) und einem Abseitstreffer von Dilucia (12.) schockte Kellerkind Wangen den Balinger Anhang: Der starke Marco Mayer legte bei einem schulbuchmäßigen Konter quer zu Matthias Martello und der ließ TSG-Keeper Igor Idjakovic keine Abwehrchance - der Außenseiter führte mit 1:0 (26.). Die Hausherren hatten die passende Antwort schnell parat. Nach einem Foul an Tobias Göbel drosch Neuzugang Gino Palmiero den Freistoß zunächst in die Abwehrmauer, den Abpraller versenkte der Italiener unter Mithilfe eines Wangener Abfälschmanövers zum 1:1 (29.). Beide Teams besaßen nach Defensivschnitzern weitere Einschussmöglichkeiten. Etwa der Gast, der im 35-jährigen Seyni Diatta einen Aktivposten hatte. Der Routinier be- wies, dass Schnelligkeit und Spielwitz keine Fragen des Alters sind. Idjakovic rettete gegen den Senegalesen gleich zwei Mal in höchster Not (30., 31.). Auf der Gegenseite handelte sich Turan Sahin den gelb-roten Marschbefehl ein (40.) und bescherte seinen Mannschaftskameraden eine 50-minütige Unterzahl. Nach dem Seitenwechsel verflachte die Begegnung mehr und mehr. Wangen konnte wohl nicht mehr zeigen, bei der TSG setzten die Gelegenheitskünstler und Arbeiter allerdings ebenso wenig Zeichen wie die wenigen Macher. Über 90 Minuten betrachtet, war der gewiss nicht überragende Hartheimer Jörg Schreyeck mit Abstand bester Balinger Akteur. Nachdem Tobias Göbel einen Kopfball gegen das Quergebälk setzte (68.), machte der eingewechselte Michael Bezirgianidis, der in der 69. Minute für Göbel ins Spiel gekommen war, doch noch den "Dreier" perfekt: Im klugen Zusammenspiel hatten Gino Palmiero und der erstmals wieder berücksichtigte Nenad Nikolic die Situation mustergültig vorbereitet, der zuletzt ebenfalls "pausierende" Bezirgianidis stolperte das Leder aus kurzer Distanz gerade so über die Linie (71.) - der zweite Balinger Sieg nach der Winterpause war perfekt. Ein anderes Kaliber ist der nächste Gegner der TSG. Am kommenden Wochenende reist das Team von Trainer Maier zum Aufstiegsaspiranten Schwieberdingen. Der hat zuletzt mit 1:3 beim Tabellenführer Laupheim verloren und steht gegen die Kreisstädter unter Zugzwang. Mal sehen, was die fünftplatzierte TSG aus ihrer Außenseiterrolle macht.
TSG Balingen: Idjakovic; Willig, Raab, Schelling, Taube, Schreyeck, Dilucia, Sahin, Göbel (69. Bezirgianidis), Palmiero (78. Cus), Foelsch (54. Nikolic).
Tore: 0:1 Martello (26.), 1:1 Palmiero (29.), 2:1 Bezirgianidis (71.).
Schiedsrichter: Vielberth, Reutlingen.
Gelb-rote Karte: Sahin (40.).
Zuschauer: 180.
Nächstes Spiel: TSV Schwieberdingen - TSG Balingen (9. April, 15 Uhr).



Vorbericht TSG - FC Wangen  (31.03.06)


Der Fußball-Verbandsligist TSG Balingen hat es am Samstag (15.30 Uhr, Au-Stadion) mit dem Tabellenletzten FC Wangen zu tun. Die Allgäuer gewannen das Hinspiel überraschend mit 2:1. Jetzt sind die Balinger soweit wie vorher. Dem 1:0-Erfolg in Dorfmerkingen ließ die TSG eine 1:3-Pleite in Kirchentellinsfurt folgen – die vierte Niederlage im fünften Spiel nach der Winterpause. Der Vorjahres-Vizemeister hat seine Krise also nicht überwunden. Die Serien ähneln sich: Der FC Wangen hat seit dem 3. Dezember (2:1 gegen Dorfmerkingen) nicht mehr gewonnen, zudem die letzten drei Begegnungen allesamt in den Sand gesetzt. Zuletzt allerdings zogen die Allgäuer gegen die Spitzenteams Olympia Laupheim (1:2) und TSV Schwieberdingen (2:3) nur knapp den Kürzeren. Demgegen über steht die maue Balinger Bilanz: Ein einziger Sieg im Jahr 2006 (1:0 in Dorfmerkingen) – dafür Pleiten in Kirchentellinsfurt (1:3), gegen Eislingen (0:1), in Bonlanden (0:1) und gegen Fellbach (0:2). Mit dem FC Wangen kreuzt am morgigen Samstag (Spielbeginn ist ab April übrigens erst um 15.30 Uhr) das Schlusslicht im Au-Stadion auf.
Magere 15 Zähler hat der Vorjahres-Aufsteiger bisher eingespielt, drei davon beim unerwarteten 2:1-Sieg im Hinspiel gegen die TSG Balingen. Routinier Seyni Diatta und Christian Scholz in der vorletzten Minute trafen damals für Wangen – Nenad Nikolic für den Gast. Zur Rückrunde versuchten es die Allgäuer mit dem Allheilmittel Trai nerwechsel. Nach Interimscoach Fredy Huckenbeck übernahm Weltenbummler Daniel Sengewald (mehr als 15 Stationen als Aktiver) das Zepter. Ruhe kehrte mit dieser
Personalentscheidung nicht ein. Ganz im Gegenteil. Von einem „Komödienstadel“ schrieben manche Gazetten, als Sengewald nach heftiger Kritik an der Vereinsführung („amateurhaft“) nach wenigen Wochen den Bettel hinwarf. Zum Erstaunen aller erschien der Ex-Coach zur Mannschaftsbesprechung vor der Partie gegen Laupheim (1:2). Seine Begründung: Er fühle sich als Spieler nach wie vor zum Verein zugehörig. Vorstandsmitglied Dietmar Weber beendete diese Posse und erklärte: „Sengewald spielt nicht mehr für den FC Wangen.“ Als neuerlicher Interimstrainer sprang beim Schlusslicht der frühere Erfolgstrainer Peter Ailinger, mittlerweile seit Geschäftsführer, in die Bresche. Ein solches Durcheinander herrscht bei der TSG Balingen glücklicherweise nicht. Doch der jüngste 1:3-Reinfall in Kirchentellinsfurt treibt die gute Laune nicht gerade auf den Höhepunkt. Der Aufsteiger düpierte den Vizemeister mit großem Einsatzwillen und Leidenschaft. Speziell in der ersten Halbzeit waren die Kreisstädter von der Rolle. Und nach Spielende mischte sich sogar ein gerüttelt Maß an Häme unter die K'furter Siegesfreue, als sich die TBK-Spieler zum Kreis zusammengefunden hatten und aus voller Brust schmetterten: „Wir sind nur ein Baggersee-Verein.“ Als eben solchen hatte auch unsere Zeitung den Klub liebevoll umschrieben und wohl unfreiwillig den Außenseiter zu seiner ehrgeizigen Leistung angespornt. Wolfgang Fogl sorgte mit seinem Doppelpack vor der Pause für den Kirchentellinsfurter 2:0-Vorsprung – und damit für eine frühzeitige Vorentscheidung. Wie entfesselt legten die Balinger zwar nach der Pause los und markierten durch Felice Dilucia den Anschluss. Doch K'furts Eigengewächs Mauro La Forza zerstörte die zarten TSG-Hoffnungen acht Minuten vor Spielende mit dem 3:1 vollends.

 



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