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Torloses Remis in Villingen  (29.03.09)


Auch zu neunt ist die TSG Balingen nicht zu knacken: Der Oberliga-Aufsteiger kam im Derby beim FC 08 Villingen trotz zweifacher Unterzahl zu einem 0:0. Kapitän Nico Willig flog mit „rot“ vom Platz. „Ganz klar: Ein gewonnener Punkt“, meinte Karsten Maier unmittelbar nach der Nullnummer auf dem in die Jahre gekommenen Kunstrasenplatz in Villingen.

Der Balinger Trainer sah wie die 800 Zuschauer eine leidenschaftlich kämpfende TSG-Elf, die sich den Punkt redlich verdiente. Denn in der Schlussphase rannten elf Villinger gegen neun Balinger an: Nico Willig wurde von Schiri Thomas Bauer mit der roten Karte vom Feld verwiesen, anschließend sah Dominik Stikel gelb-rot. Weil aber die verbliebenen Balinger gut verteidigten und sogar noch einige gefährliche Konter fahren konnten, geht das Remis als in Ordnung. Die TSG kassierte somit dreimal hintereinander (1:0 in Gmünd,  2:0 gegen Hoffenheim, 0:0 in Villingen) kein Gegentor. Am Mittwoch (17.45 Uhr) geht's erneut um Oberligapunkte: Zum Nachholspiel erwartet der Tabellendritte den FV Illertissen im Au-Stadion.
Das Balinger Miniaufgebot – neun Akteure fielen aus – hielt über 90 Minuten gut dagegen. Nur in der Anfangsphase, nachdem Manuel Pflumm mit einem Freistoß (3. Minute) und Turan Sahin mit einem Flachschuss (7.) das Villinger Gehäuse knapp verfehlt hatten, besaßen die Schwarzwälder phasenweise deutliche Feldvorteile. Die größte Möglichkeit für Villingen hatte Tobias Weißhaar auf dem Schlappen. Doch nach einem Schnitzer von Erik Raab scheiterte der 19-Jährige am glänzend reagierenden Sebastian Kellner. Der Balinger Keeper bekam wenig später auch einen Distanzschuss von Mario Ketterer im Nachfassen unter Kontrolle (24.). Kurz vor der Pause drehte Balingen auf. Zunächst köpfte Pflumm nach einer Sahin-Ecke knapp am FC 08-Kasten vorbei (34.), dann schnippelte Dominik Stikel, der ansonsten eher unauffällig agierte, den Ball aus 20 Metern an die Unterkante der Latte (35.). Schließlich tauchte Levent Üner allein vor dem bisweilen unsicher wirkenden Villinger Schlussmann Daniel Miletic auf, doch der nicht immer sattelfeste Torsteher rettete seiner Mannschaft das 0:0 in die Kabine. Im zweiten Durchgang gab es weniger Torraumszenen. Villingens Weißhaar verzog zunächst aus 16 Metern (58.), dann dribbelte sich der starke Levent Üner durch die halbe Villinger Hintermannschaft, legte quer zu Turan Sahin, doch der 13-fache Saisontorschütze traf das Leder nicht richtig (59.).
In der 69. (Willig) und 80. Minute (Stikel) stellte der Referee jeweils einen Balinger vom Platz, aber Villingen wusste mit dieser komfortablen Überzahl wenig anzufangen. Ganz im Gegenteil: Weil es die Gastgeber unsinnigerweise mit langen Bällen und Distanzschüssen versuchten, ergaben sich für die TSG immer wieder Kontermöglichkeiten. Die beste davon pfiff Schiri Bauer ab: In der ersten Minute der Nachspielzeit erlief der eingewechselte Fabian Maier die Kugel, wurde dann gerempelt – und sah dafür die gelbe Karte; das war ganz großes Schiri-Kino. Auf der Gegenseite strapazierten die Balinger noch einmal die Nerven ihres gut 200-köpfigen Anhangs: Villingens Bester, Mario Klotz, köpfte nach einer Hereingabe haarscharf vorbei (85.). Schon am Mittwoch geht's für beide Mannschaften weiter: Die TSG Balingen empfängt im Nachholspiel (Anpfiff 17.45 Uhr, Au-Stadion) den FV Illertissen und der FC 08 Villingen den Bahlinger SC. Am Samstag (jeweils 15.30 Uhr) treten die Villinger beim SGV Freiberg an, während die TSG den Kehler FV zum zweiten Heimspiel in dieser Woche erwartet.
Eines wurde schon vor diesen Duellen geklärt: Die Nummer eins in der Region heißt nicht – wie vom Villinger Funktionär Wolfgang Häßler vor der Partie behauptet – FC 08 Villingen, sondern TSG Balingen. In der Addition aus Hin- und Rückspiel hat die TSG vier Zähler und 2:1 Tore auf dem Konto, Villingen bringt es auf einen Punkt und 1:2 Treffer.



Vorbericht FC 08 Villingen - TSG  (26.03.09)


Brisantes Derby: Der Oberligist TSG Balingen kreuzt am Samstag (15 Uhr, Stadion Friedengrund) beim FC 08 Villingen auf. Dessen sportlicher Leiter bezeichnet sein Team als die Nummer eins in der Region.


An Würze fehlt es nicht. Da wäre das spannende Hinspiel, das die TSG vor 1800 Fans für sich entschied, oder der eine oder andere Konflikt zwischen beiden Vereinen bei der Spielersuche, schließlich die stets stimmgewaltige Kulisse im Villinger „Friedengrund“, der seinem Namen beim 1:0 der Schwarzwälder gegen Großaspach nicht gerecht wurde: Schwere Ausschreitungen beschäftigen noch heute die Gerichte. Nicht zuletzt geht es zwischen Villingen und Balingen um die fußballerische Vorherrschaft zwischen Pfullendorf und Reutlingen. „Wir sind die erste Adresse in der Region“, verkündete vor wenigen Wochen Wolfgang Häßler. Der sportliche Leiter beim FC 08 sah sich nach der Verpflichtung von Benedikt Haibt (SV Zimmern o. R.), an dem pikanterweise auch die TSG Balingen ihr Interesse angemeldet hatte, zu dieser interessanten Feststellung veranlasst. Nun: Die Tabelle spricht eine andere Sprache. Denn die personell arg gebeutelten Balinger sind nach dem 2:0 gegen Hoffenheim Zweiter, Häßlers Villinger hingegen – mit drei Spielen im Hintertreffen – liegen auf Rang zehn und dürften die TSG bis zum Rundenende nicht mehr überflügeln. Dabei schienen die Schwarzwälder in der vorigen Runde noch schnurstracks Richtung Regionalliga zu stürmen. Doch nach einem Durchhänger kurz nach der Winterpause trennte sich der Verein zunächst von seinem Erfolgstrainer Kristijan Djordjevic und wenig später auch von seinen hohen Zielen. Seit dieser Saison, schwingt Reiner Scheu das Zepter. Der erfahrene Coach soll einen „Platz zwischen fünf und sieben“ erreichen, wie es Häßler formuliert. Das Sportliche rückte beim FC 08 allerdings etwas in den Hintergrund. Denn der Klub sorgte sich zuletzt primär um seine Finanzen. Mittlerweile sind Spendenaktionen angelaufen, die ersten positiven Botschaften wurden vernommen. Dennoch sagt Wolfgang Häßler: „Die Sache kann immer noch schief gehen. Es gibt gute Signale – aber wir müssen jetzt massiv dran bleiben.“ Im selben Zusammenhang plant Villingen lukrative Freundschaftsspiele. Kontaktiert wurden Borussia Dortmund, Freiburg und Hoffenheim. Balingen kann sich vor dem prestigeträchtigen Duell nicht als Außenseiter bezeichnen, weiß jedoch um die individuellen Stärken der Schwarzwälder. Wie die meisten Ligakonkurrenten haben die Villinger der TSG in Sachen „klangvoller Kader“ einiges voraus. Torhüter Daniel Miletic zählt zu den Besten seines Fachs, David D’Incau spielte schon beim SC Pfullendorf, Mario Ketterer war beim SV Sandhausen, Kapitän Jago Maric versuchte sich als Profi bei den Stuttgarter Kickers und Mario Klotz stand in Diensten des SSV Ulm 1846. Nebenbei erwähnt: Die Villinger A-Junioren kicken in der Bundesliga. Das Kontrastprogramm liefert die TSG: Coach Karsten Maier kann nur noch auf zwölf gesunde Akteure zurückgreifen, Balingen pfeift personell also aus dem letzten Loch. „So eine Situation eröffnet auch Chancen“, gibt sich der Trainer trotzig.
Der Mannschaftsbus fährt am Samstag um 11.45 Uhr ab.



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