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Wahnsinn in Ditzingen!  (27.05.06)


Der pure Wahnsinn. Die TSG Balingen hat erneut die Aufstiegsspiele zur Fußball-Oberliga erreicht. Das „Endspiel“ um Platz zwei gewann die Maier-Elf bei den TSF Ditzingen mit 2:0 (0:0). 450 Balinger Schlachtenbummler unter den nur 900 Zuschauern sorgten für Feststimmung: Die TSG steht nach ihrem Sieg beim bisherigen Tabellenzweiten erneut als Verbandsliga-Vizemeister fest. Bitter ist, dass Trainer Karsten Maier in den Aufstiegsspielen (gegen die Spvgg Oberhausen oder den Bahlinger SC) auf Turan Sahin verzichten muss. Wegen einer geballten Faust sah der Torschütze zum 2:0 die Rote Karte. Die Balinger werden Einspruch gegen diese Entscheidung erheben. Es war ein echtes Finale. Jubel, Trubel, Nervosität und angespannte Nerven. Hüben wie drüber bangten die Fans mit ihren Teams. Zu Beginn der Begegnung hatten die Kreisstädter die besseren Einschuss-Möglichkeiten, als Dilucia (2. Minute), Sahin (28.) und Todorovic (31.) in aussichtsreichen Situationen vergaben.
Bei einem Kopfball von Kuhn hielt TSG-Keeper Idjakovic auf der Gegenseite das 0:0 fest (33.). Nach dem Wechsel nahm die ohnehin sehr intensiv geführte Partie noch mehr Fahrt auf. Und nach einem Eckball war's soweit: Ditzingens Routinier Mario Bross beförderte die Kugel vor dem einschussbereiten Tobias Göbel ins eigene Tor – das von den TSG-Anhängern frenetisch bejubelte 0:1 (47.). Balingen wurde nun immer besser. Dilucia köpfte nach Sahin-Flanke zu unplatziert (57.). Sahin vergab nach Todorovic-Zuspiel freistehend vor TSF-Schlussmann Geser (71.). „Unsere Konter waren allererste Sahne“, freute sich Coach Karsten Maier. Dann das entscheidende und doch bittere 0:2: Nach starker Vorarbeit von Nenad Nikolic traf Turan Sahin ins Schwarze – und nicht nur im Fanblock brachen alle Dämme. Sahin streckte die Faust gen Himmel, was der badische (!) Schiedsrichter Thomas Bauer (Kuppenheim) als Unsportlichkeit auslegte. In Unterzahl hätte die TSG beinahe noch nachgelegt, als Palmiero (84.) und Nikolic (90.) mit Freistößen das Ziel knapp verfehlten. Die einzig nennenswerte Möglichkeit im zweiten Durchgang besaß Ditzingen in der fünften Minute der Nachspielzeit. Doch Andreas Kocijan (21 Saisontreffer) vergab. Am Pfingstmontag reist Balingen nun zum badischen Vertreter. Das Rückspiel steigt im Au-Stadion. Wer der Kontrahent sein wird – der südbadische Bahlinger SC oder die Spvgg Oberhausen (Nordbaden) – entscheidet sich erst am kommenden Donnerstag abend.
TSG Balingen: Idjakovic; Willig, Raab, Cus, Taube, Schelling, Dilucia (64. Bezirgianidis), Todorovic, Göbel (73. Nikolic), Palmiero (84. Schreyeck), Sahin.
Tore: 0:1 Bross (Eigentor, 47.), 0:2 Sahin (76.).
Schiedsrichter: Thomas Bauer (Kuppenheim).
Zuschauer: 900.
Nächstes Spiel: Sieger aus Spvgg Oberhausen/Bahlinger SC – TSG Balingen (5. Juni, 15 Uhr/ Rückspiel am 8. Juni, 18.30 Uhr).



Vorbericht TSF Ditzingen - TSG  (26.05.06)


Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder die Saison ist für die TSG Balingen morgen zu Ende. Oder aber sie geht erst richtig los. Bei den TSF Ditzingen (Samstag, 15.30 Uhr) geht es um Platz zwei. Finale furioso in der Verbandsliga Württemberg: Aus
eigener Kraft können am letzten Spieltag nur noch die TSF Ditzingen (61 Punkte) und die TSG Balingen (60) Vizemeister werden. Und just diese beiden Teams treffen morgen im Ditzinger Trumpf-Stadion aufeinander. Dabei ist klar: Gewinnt Ditzingen, ist der frühere Regionalligist Zweiter. Setzt sich Balingen durch, ist der Vorjahres-Vizemeister der württembergische Teilnehmer
an der Aufstiegsrunde zur Oberliga Baden-Württemberg. Wie im Vorjahr ermitteln die drei Verbandsliga-Vizemeister aus Württemberg, Nord- und Südbaden den vierten Aufsteiger ins Amateur-Oberhaus. Gut für Balingen ist, dass den Ditzingern ein Unentschieden vermutlich nicht reichen wird. Denn der TSV Schwieberdingen dürfte sich beim Absteiger TB Kirchentellinsfurt keine Blöße geben. Der Tabellenvierte könnte also lachender Dritter sein, sollte es an der „Lehmgrube“ keinen Sieger geben. Soweit wollen es beide Kontrahenten im morgigen Gipfeltreffen nicht kommen lassen. „Wir spekulieren nicht auf ein Remis, sondern möchten gewinnen“, sagt Ditzingens Trainer Jens-Uwe Zierer. Dessen Pendant auf Balinger Seite, Karsten Maier, hat gar keine andere Wahl, als die Parole „Sieg“ auszugeben. Trotzdem setzt er seine Auserwählten nicht unter Druck: „Diesen
alles entscheidenden Spieltag mit übertriebener Euphorie anzugehen wäre genauso verkehrt wie zu verlangen, dass die Jungs um ihr Leben rennen müssen.“ In der Hinrunde zeigten die Ditzinger den Balingern deutlich ihre Grenzen auf: Calderon, Kocijan und Klotz trafen für die Gäste zum ungefährdeten 3:0-Erfolg vor 500 Fans, der dem früheren Drittligisten zugleich die Herbstmeisterschaft einbrachte. In der aktuellen Rückrunden-Tabelle nehmen die Turn- und Sportfreunde den fünften Rang ein –
unmittelbar hinter Balingen. Nur Meister Bonlanden, Kirchheim und Illertissen schnitten nach der Winterpause besser als die beiden morgen konkurrierenden Klubs ab. Die TSG Balingen muss im Saisonfinale auf Gerhard Rill (Auslandspraktikum) verzichten, hinter dem Einsatz von Jörg Schreyeck steht ein Fragezeichen. Ditzingen kann aus dem Vollen schöpfen. Mit
Broß, Calderon, Geser und Torjäger Andreas Kocijan (21 Saisontreffer) sind die überragenden Kräfte der Zierer-Elf genannt. „Ich wünsche es der Mannschaft, dass sie von ähnlich vielen Fans wie im Vorjahr in Emmendingen lautstark unterstützt wird“, richtet ein erstaunlich entspannter TSG-Coach Karsten Maier einen Appell an die sicherlich zahlreichen Schlachtenbummler, die sich im Trumpf-Stadion einfinden werden. Mit mindestens 1000 Zuschauern rechnen die Verantwortlichen der Hausherren. Gut möglich, dass es angesichts der Bedeutung dieser Partie aber auch doppelt so viele sein können.



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