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3:0 Heimsieg gegen Baustetten  (04.11.06)


Die TSG Balingen hatte den SV Baustetten sicher im Sack. Der Verbandsliga-Aufsteiger wurde vom Vorjahres-Vizemeister mit 3:0 (2:0)

zerlegt. Sahin, Palmiero und Neagos erzielten die Tore. Kräftiges Stühlerücken bei der TSG Balingen. Trainer Karsten Maier brachte durch drei

„Neue“ frischen Wind in die Stammformation. Turan Sahin, Gino Palmiero und Federico Decortes ersetzen Raab, Schreyeck und Dilucia.

Bester Mann auf dem Platz war aber mit Abstand Ivan Todorovic: Der Mittelfeldspieler agierte im zweiten Durchgang stark und in den ersten

45 Minuten überragend. Der 21-Jährige, der seit frühester Kindheit für die TSG kickt, interpretierte seine Rolle frei nach dem Motto: Egal, wo

der Ball hinkommt, ich bin schon da. Maier setzte gegen Baustetten auf die offensive Variante. Und dieser Mut sollte sich früh bezahlt machen.

Decortes fing nach acht Minuten einen schwachen Lemke-Abstoß ab, spielte zu Göbel, dieser brachte mit einer Kopfballvorlage Turan Sahin

in Position und der 22-Jährige hämmerte den Ball aus 15 Metern volley ins Tor – das 1:0. Eine Palmiero-Ecke touchierte anschließend Neagos mit

dem Kopf, aber Schellings Knaller aus spitzem Winkel streifte nur die Latte (14.). Nach einem weiten Göbel-Einwurf patzte Baustettens

Neuerwerbung Jan Melichercik, der das Leder zu kurz abwehrte und den am zweiten Pfosten lauernden Gino Palmiero genüsslich zum 2:0 vollstrecken

ließ (23.). Dreimal kam der Neuling vor der Pause gefährlich auf. Nach einer seltenen Unsicherheit von TSG-Keeper Igor Idjakovic vergab Erkan Ayten aus kurzer Entfernung (25.). Dann köpfte Dietmar Fresz vorbei (33.) und Aytens Heber wurde von Nico Willig aus der Gefahrenzone geköpft (41.). Baustettens Coach Gursel Purovic reagierte zur Halbzeit und brachte mit Özgür Colak sowie Ante Divic zwei neue Kräfte. Der Aufsteiger konnte aber nur kurzzeitig Druck ausüben und wurde in der 54. Minute zum dritten Mal eiskalt erwischt.

Einen Super-Konter über Tobias Göbel und den flankenden Turan Sahin schloss Alexander Neagos mit einem schulbuchmäßigen Kopfball

aus zehn Metern zum 3:0 ab. Weitere Hochkaräter ließen die Maier-Schützlinge in der Folgezeit aus. Besonders sehenswert war Neagos

25-Meter-Knaller, den Lemke mit allergrößter Mühe zur Ecke lenkte (58.). Göbel köpfte in der 65. Minute haarscharf am Baustetter

Gehäuse vorbei und in der Schlussphase legte der eingewechselte Lukas Foelsch binnen weniger Minuten zweimal einen zu schwachen

Abschluss hin (85., 87.). Zwischendurch hatte Baustettens auffälligster Akteur Florian Hartmann die Gelegenheit, seine Farben noch einmal

heranzubringen. Doch der SV-Kapitän schlenzte einen an ihm selbst verschuldeten Foulelfmeter aufreizend lässig am Tor vorbei (80.).

Baustettens Trainer Gursel Purovic sprach nach dem Schlusspfiff von einem „in allen Belangen überlegenen Gegner, der uns phasenweise

hergespielt hat.“ TSG-Coach Maier wertete den Erfolg als „passende Antwort auf die Niederlage in Kirchheim“ und fand nur ein Haar in

der Suppe: Roman Rudenko, der verletzungsbedingt früh raus musste, dürfte wegen eines Muskelfaserrisses lange ausfallen.

TSG Balingen: Idjakovic; Willig, Rudenko (21. Raab), Schelling, Taube, Todorovic, Sahin, Decortes (83. Dilucia), Göbel, Palmiero, Neagos (75.

Foelsch).

Tore: 1:0 Sahin (8.), 2:0 Palmiero (23.), 3:0 Neagos (54.).

Schiedsrichter: Reichle (Bad Waldsee).

Besonderheiten: Hartmann (Baustetten) schießt Foulelfmeter am Tor vorbei (80.).

Zuschauer: 400.



Vorbericht TSG - Baustetten  (03.11.06)


Mittelfeld-Duell in der Fußball-Verbandsliga: Die neuntplatzierte TSG Balingen könnte den SV Baustetten mit einem Heimsieg am Samstag (Anpfiff 14.30 Uhr, Au-Stadion) überflügeln. Baustetten ist auswärts noch ohne Erfolgserlebnis, Balingen in Heimspielen bislang ungeschlagen. Trotzdem besteht für Karsten Maier kein Grund, den um einen Rang besser postierten Neuling zu unterschätzen. Denn der Aufsteiger verfüge über „große individuelle Klasse“, wie es der Balinger Trainer formuliert. Hinlänglich bekannt sind die Baustetter Trumpfasse – Florian Hartmann, Erkan Ayten oder Christian Scheffold. „Nachverpflichtet“ wurde einen Tag vor dem historischen 3:0-Derbysieg gegen Olympia Laupheim (vor 1200 Fans!) Jan Melichercik, der zu wirtschaftlich besseren Laupheimer Zeiten auch schon unter Baustettens aktuellem Coach Gursel Purovic als semi-professioneller Kicker auflief. Der Aufsteiger aus dem Laupheimer Vorort wurde vorschnell von vielen als Abstiegskandidat gehandelt. Diese Rechnung geht bislang nicht auf. Insbesondere in den Heimspielen (vier Siege in fünf Partien)

trumpfte der SV Baustetten groß auf. Erst am vorigen Wochenende – beim 1:2 gegen Dorfmerkingen – kassierte die Purovic-Elf die ersten Gegentore auf eigenem Platz. Bei der ersten Heimpleite offenbarten die Oberschwaben Konzentrationsdefizite im Defensivverbund – und zeigten wenig zündende Ideen im Spiel nach vorn. Halbprofi Jan Melichercik gelang zwar kurz vor Schluss das 1:1, aber Dorfmerkingen markierte durch Tobias Ex in der Nachspielzeit das Siegtor. „Eine verdiente Niederlage. Die erste Halbzeit haben wir komplett verschlafen“, ärgert sich Gursel Purovic. Den Grund für den Punktverlust liefert er gleich nach: „Heute hatten wir viele spielerische Ausfälle in der Mannschaft. Wahrscheinlich haben viele die Schwierigkeit dieses Spiels nicht erkannt.“ Die TSG Balingen konnte zuletzt

ebenfalls nicht punkten, zog nach sechs Spielen ohne Niederlage beim Tabellendritten VfL Kirchheim mit 0:2 den Kürzeren. Was Karsten

Maier besonders ankreidet: „Wir standen zu Beginn überhaupt nicht auf dem Platz“, ereifert sich Balingens Coach über die Anfangsphase.

Sein Team hatte bereits nach 21 Minuten beide Gegentreffer kassiert. Im morgigen Heimspiel – Anpfiff ist ab November übrigens um 14.30

Uhr – kann Maier praktisch aus dem Vollen schöpfen. Mit Ausnahme von Martin Cus (Bänderriss im Sprunggelenk/noch zwei Wochen Pause)

stehen dem Balinger Kommandogeber alle Akteure zur Verfügung. Gleichbedeutend mit einer unveränderten Formation ist der geringe

Personalnotstand nicht. „Es wird einige Änderungen geben“, lässt Karsten Maier durchblicken.

 



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