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Schlimmer geht's nimmer...  (12.05.07)


Wenn die Saison nur schon zu Ende wäre: Der TSG Balingen geht auf der Verbandsliga-Zielgeraden die Puste aus. Auch beim SV Baustetten gabs eine enttäuschende 1:3 (0:1)-Pleite. „Das war Sommerfußball in Perfektion“, wetterte Balingens Spielleiter Bernd Jetter nach der verdienten 1:3-Niederlage seiner TSG beim abstiegsbedrohten Aufsteiger SV Baustetten. Die Hausherren hatten sich für den „Dreier“ ein simples Erfolgsrezept zurechtgelegt: Im Rahmen der eigenen Möglichkeiten agieren, Einsatz zeigen und auf Torchancen lauern. Und mit Balingen erwischten die Oberschwaben einen idealen Gegner, denn die TSG spielte viel zu bieder, hielt über weite Strecken gar nicht dagegen und erzürnte selbst den eigenen Anhang: „Das war viel zu wenig, teilweise sogar schrecklich“, urteilte Bernd Jetter. Das Unheil nahm früh seinen Lauf. Bereits nach acht Minuten schnippelte Florian Hartmann einen 20-Meter-Freistoß in die Maschen – das 1:0. Balinger Tormöglichkeiten im ersten Durchgang? Fehlanzeige. Nach der Pause bemühten sich die Gäste zwar, kamen aber viel zu selten gefährlich auf. Beinahe logische Folge: Philipp Birk-Braun verwertete eine flache Hereingabe von der linken Seite mit einem beherzten Schuss von der Strafraumgrenze zum 2:0. Der Torschütze flog kurioserweise direkt danach mittels gelb-roter Karte vom Platz, weil er sich beim Jubeln das Trikot über den Kopf stülpte. Die zahlenmäßige Überlegenheit brachte die TSG keinen Deut weiter. Im Gegenteil. Wieder Hartmann war es, der sechs Minuten vor dem Abpfiff einen gut gespielten Baustetter Konter zum 3:0 abschloss. Wenigstens Ergebniskosmetik betrieb Martin Taube, der eine Sahin-Freistoß-Flanke eine Zeigerumdrehung später zum 3:1-Endstand einköpfte.
Nach dem Fehlpass-Festival von Baustetten ruhen die Hoffnungen von TSG-Trainer Karsten Maier nun auf der Rückkehr des zuletzt vier Wochen lang gesperrten Spielführers Nico Willig. In den vier Spielen, in denen der Kapitän fehlte, setzte es drei Niederlagen mit insgesamt zehn Gegentoren. Gegen den Baustetter Mitaufsteiger FC Gärtringen am kommenden Samstag (15.30 Uhr, Au-Stadion) ist Willig erstmals wieder mit von der Partie. Während Baustetten (32 Punkte) nun wieder auf den rettenden elften Rang schielen darf, ist an der Tabellenspitze am zurückliegenden Wochenende eine Vorentscheidung gefallen: Verfolger Schwieberdingen (53) zog überraschend in Illertissen den Kürzeren (2:3), doch Spitzenreiter VfL Kirchheim (2:0 gegen Ludwigsburg) punktete voll und hat nun sechs Zähler Vorsprung. Nach wie vor leise Hoffnungen auf die Vizemeisterschaft hegt der Tabellendritte FV Ravensburg (48), der den TSV Hildrizhausen (3:1) besiegte.
TSG Balingen: Raisch; Bauer, Raab, Cus, Taube, Schreyeck, Foelsch (52. Schelling), Dilucia, Rill, Sahin, Mayer (57. Decortes).
Tore: 1:0 Hartmann (8.), 2:0 Birk-Braun (55.), 3:0 Hartmann (84.), 3:1 Taube (85.).
Besonderheiten: Gelb-rote Karte für Birk-Braun (B., 55.).
Schiedsrichter: Giancarlo De Santis (Mössingen).
Zuschauer: 250.



Vorbericht SV Baustetten - TSG  (11.05.07)


Gewinnt die TSG Balingen ihr Verbandsliga-Auswärtsspiel beim SV Baustetten (Samstag, 15.30 Uhr), dann erweist sie den Landesliga-Kellerkindern möglicherweise einen Bärendienst. Der Abstiegskampf in der württembergischen Verbandsliga spitzt sich zu. Neben Dorfmerkingen (15 Punkte) und Donzdorf (18), die fünf Spieltage vor dem Rundenende praktisch chancenlos sind, greift ein Trio um den Relegationsplatz. Der FC Gärtringen (25), TSV Hildrizhausen (26) und der morgige TSG-Gastgeber SV Baustetten (29) rangieren derzeit auf den Rängen zwölf bis 14. Zwei von diesen drei Klubs müssen wohl direkt absteigen. Der bestplatzierte Verein, im Moment Baustetten, bestreitet das Relegationsspiel gegen den qualifizierten Landesliga-Vizemeister.
Bliebe Aufsteiger Baustetten der Verbandsliga erhalten, würde sich die Zahl der Landesliga-Direktabsteiger von vier auf drei reduzieren. Somit dürften die Sympathien des FC 07 Albstadt und des SV Rangendingen am kommenden Wochenende nicht der TSG gelten. Denn klar ist: Gewinnt Balingen, dann wirds für Baustetten ganz eng, zumal zumindest Gärtringen (gegen Schlusslicht Dorfmerkingen) eine lösbare Aufgabe vor sich hat. Der SV Baustetten, 1978 Gründungsmitglied der Verbandsliga, zwischenzeitlich aber bis in die Kreisliga A abgerutscht, hat eine höchst illustre Ansammlung von namhaften und weniger namhaften Kickern beisammen. Topscorer ist der Routinier Florian Hartmann, der bereits 14 mal erfolgreich war. Mit Torhüter Marian Fedor und Defensiv-Ass Jan Melicherzik stehen zwei ausländische Topakteure im Aufgebot, die auch schon zu dessen ruhmreicheren Zeiten das Trikot des Lokalrivalen FV Olympia Laupheim übergestreift hatten. SV-Trainer Gursel Purovic, früher selbst Coach in Laupheim, freute sich zuletzt über den ersten Auswärtssieg in der laufenden Runde: „Das war eine tolle Sache. Wir haben dem Gegner Platz gelassen und auf Konter gelauert. Allerdings ist es mir ein Rätsel, warum das nicht schon in früheren Auswärtsspielen der Saison geklappt hat“, sagte der Ex-Profi nach dem hochverdienten 3:1-Erfolg in Dorfmerkingen.
Die TSG Balingen dürfte nach zwei Niederlagen in Folge in erster Linie auf Schadensbegrenzung aus sein. „Wir müssen kompakt stehen und den Gegner zu Fehlern zwingen“, fordert Trainer Karsten Maier, dessen Elf zuletzt gegen Kirchheim (1:3) und in Illertissen (2:4) das Nachsehen hatte, zuvor aber Ex-Spitzenreiter Schwieberdingen (1:0) in die Knie zwang. Zum Personal: Maier kann in Baustetten (Busabfahrt um 12 Uhr) noch nicht auf seinen gesperrten Spielführer Nico Willig zurückgreifen, der bis zum 14. Mai auf Eis liegt. Stammkeeper Igor Idjakovic, der gegen Kirchheim von Manuel Raisch vertreten wurde, kann wieder nur auf der Bank Platz nehmen. Tobias Göbel (Zehenbruch), Erkin Kaptan, Bernd Schelling (beide beruflich verhindert), Ivan Todorovic (Knieverletzung), der suspendierte Roman Rudenko (weigerte sich in der A-Jugend auszuhelfen), Alexander Neagos (Auslandsaufenthalt) und Sebastian Gekeler (Kreuzbandriss) stehen nicht zur Verfügung.



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