|
||||||||||||||||||||||||||
|
Kreisstädter vor über 3000 Zuschauern das deutlich bessere Team – Traumtor entscheidet.
Die beste Saisonleistung reichte nicht zum Aufstieg: Die TSG Balingen bleibt nach der 0:1 (0:0)-Niederlage im Relegationsspiel zur Oberliga definitiv Verbandsligist. 3000 Fans sahen einen Emmendinger Dusel-Sieg. Es hat nicht sollen sein: Obwohl die TSG Balingen im Aufstiegs-Rückspiel eindeutig den Ton angab, blieb ihr ein Erfolg verwehrt. Wie schon im Hinspiel (Endstand 1:1) genügte dem FC Emmendingen ein Glückschuss Marke "Tor des Monats", um den Aufstieg perfekt zu machen. Balingen zeigte trotz der Niederlage eine herausragende kämpferische und spielerische Leistung – offenbarte aber zum x-ten Mal seine Achillesferse: Die Mannschaft betreibt einen riesigen Aufwand, erzielt aber viel zu wenig Tore. Keine Frage: Das Sturm-Dilemma kostete der TSG den (in diesem Jahr durchaus möglichen) Aufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg. Trainer Karsten Maier wartete im Breisgau mit drei personellen Überraschungen auf – zwei davon waren gewollt, eine entstand aus der Not heraus. Ausgerechnet "Mister 100 Prozent", Abwehrchef Markus Link, der bis dahin keine Minute versäumt hatte, musste verletzungsbedingt passen. Für ihn rückte kurzfristig Ivan Todorovic in die Startelf. Zudem vertraute Maier auf Oliver Krämer, für den Felice Dilucia weichen musste. Zweimal hinschauen musste die weit über 300 Balinger Schlachtenbummler bei ihrer Nummer eins: Im TSG-Tor stand nach einjähriger Verletzungspause Igor Idjakovic. Fast schon tragisch, dass der Schlussmann kaum geprüft wurde und beim entscheidenden Gegentor chancenlos war.
Balingen startete verheißungsvoll, weil schwungvoll in die Partie, zeigte kaum Nervosität, ließ Ball und Gegner laufen. Bei brütender Hitze gab die TSG die Schlagzahl an, Emmendingen igelte sich in der eigenen Hälfte ein. Erik Raab hatte bei einem Latten-Treffer ebenso Pech wie Turan Sahin, dessen Granate von FC-Keeper Alexander Ernst gerade so pariert wurde (15., 26. Minute). Nach dem Wechsel der große Schock: Emmendingens unermüdlich kämpfender und pfeilschneller Samer Khalil traf aus 25 Metern fulminant in den Winkel (1:0, 47.) – ein Traumtor des 26-Jährigen, der nach sieben Jahren übrigens seine Zelte im Breisgau abbricht und in den bezahlten Fußball wechseln wird. Ein besseres Abschiedsgeschenk hätte er nicht präsentieren können. Die TSG gab sich nicht geschlagen. So lange die Kräfte reichten, beackerte Balingen jeden Zentimeter Rasen. Erneut Raab traf den Pfosten (50.), nach einer Kombination über Kimmerle und Rill verzog Kapitän Nico Willig knapp (61.). FC-Schlussmann Ernst bewahrte seine Elf im Nachfassen nach einem Nikolic-Gewaltschuss vor dem Ausgleich (72.), schließlich köpfte Bernd Schelling nach einem Eckball drüber (80.). Die Zeit rann der TSG davon wie feiner Meersand in einer ausgestreckten Hand. In den Schlussminuten krochen die Kreisstädter auf dem Zahnfleisch daher, warfen alles - inklusive Igor Idjakovic – nach vorne, sanken mit dem Schlusspfiff aber enttäuscht zu Boden: Emmendingen ist nach dem glücklichen 1:0 vierter Oberliga-Aufsteiger (nach Großaspach, Durlach und Linx), Balingen bleibt in der Verbandsliga.
Hopp oder top: Das Relegations-Endspiel zwischen Emmendingen und Balingen (Samstag, 15.30 Uhr) entscheidet darüber, wer von den beiden Klubs vierter Aufsteiger in die Oberliga ist. Es kann nur einen geben - und der heißt Balingen: Das glaubt TSG-Trainer Karsten Maier, der in seinem Team im Training eine "sehr zuversichtliche Grundhaltung" beobachtet hat. Kollege Joachim Trautwein glaubt: "Der Heimvorteil spricht für uns." Eine enge Geschichte ist zu erwarten - nachdem das Hinspiel (1:1) keinen Sieger hervorbrachte. Für Emmendingen wär's der zweite Aufstieg in die Oberliga, für Balingen der erste in der Vereinsgeschichte überhaupt. Die Ausgangslage ist für die Kontrahenten identisch: Der Sieger steigt als vierter Neuling neben den Verbandsliga-Meistern Großaspach, Linx und Durlach in die vierte Liga auf.
Balingen baut auf seine Defensivstärke, gefährliche Konter und die vielen Schlachtenbummler. Emmendingen setzt ähnliche Trümpfe dagegen: "Kein Tor kassieren, eines erzielen und die Nerven behalten", sagt Joachim Trautwein, der mit 3000 Zuschauern rechnet. Die Erwartungshaltung sei hoch: "Eine ganze Region drückt uns die Daumen", weiß der FCE-Coach, der damit liebäugelt, seinen Routinier Lars Voßler von Beginn an spielen zu lassen. Denn nach der Einwechslung des FCE-Urgesteines lief es im Hinspiel deutlich besser bei den Breisgauern, die durch einen Sonntagsschuss von Martin Schweizer vier Minuten vor Spielende ausgleichen konnten. Balingen war vor 2500 Fans durch Gerhard Rill in der 18. Minute in Führung gegangen. Kaum verändern wird Karsten Maier sein Team - wie auch: Bis auf Peter Kimmerle (Rotsperre abgelaufen) kommt kein Spieler zusätzlich hinzu, das Aufgebot ist also dasselbe wie beim Remis vorige Woche. Maiers Marschplan: Gut stehen, konzentriert spielen, aber auch in der Offensive Akzente setzen. Denn eines ist klar: Ohne eigenen Torerfolg steigt Balingen nicht auf. Kurzum: Die Elf um Kapitän Nico Willig muss noch frecher agieren und jede sich bietende Chance nutzen. Im Hinspiel gelang der TSG trotz vereinzelter Kritik der Spagat zwischen geordneter Defensive und beherztem Vorwärtsgang schon ganz ordentlich. Lediglich das ärgerliche Ausgleichstor brachte Balingen um den Sieg. Karsten Maier weiß aber auch: "Ein 1:0 hätte die Situation vor dem Rückspiel nicht so sehr vereinfacht, wie manche glauben." Ins selbe Horn stößt sein Pendant Joachim Trautwein: "Das wird auch am kommenden Samstag ganz knapp. Es werden nicht viele Tore fallen - erst recht nicht einen deutlichen Sieger geben. Ich persönlich tippe natürlich darauf, dass wir es schaffen." Lautstarke Unterstützung dürfte beiden Mannschaften gewiss sein: Die Emmendinger werden von der Mehrzahl der erwarteten 3000 Fans angefeuert, aber auch Balingen darf an die 300 Schlachtenbummler hinter sich wissen. Übrigens: Die drei Fanbusse verlassen den Treffpunkt am Au-Stadion am Samstag um 11.30 Uhr, werden also spätestens gegen 14.30 Uhr am Emmendinger Elzstadion erwartet. Das Relegations-Rückspiel entscheidet über den vierten Aufsteiger. Steht es nach 90 Minuten unentschieden, erfolgt eine Verlängerung (2 x 15 Minute) - bei neuerlichem Gleichstand ein Elfmeterschießen. |
|