



Balingen spielt um den Aufstieg in die Fußball-Oberliga. Mit einem deutlichen 4:0 (2:0)-Sieg gegen den SV Böblingen sicherte sich die TSG am Samstag die Verbandsliga-Vizemeisterschaft. Nach dem letzten Punktspiel geht für die TSG Balingen die Saison erst richtig los: In Hin- und Rückspiel gegen den südbadischen Vizemeister FC Emmendingen (11. und 19. Juni) peilen die Eyachstädter den Aufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg an. Die Klasse-Vorstellung gegen Böblingen kann ein Fingerzeig zur rechten Zeit sein.
Eine Woche nach dem Fehltritt in Metzingen (0:2) beherrschte die TSG Ball und Gegner und spielte sich vor 1000 begeisterten Zuschauern förmlich in einen Rausch. Der bärenstarke Turan Sahin (2), Gerhard Rill und Bernd Schelling trafen für den frischgebakenen Vizemeister, der am Samstag (15.30 Uhr, Au-Stadion) im Aufstiegs-Hinspiel zur Oberliga den FC Emmendingen empfängt. Fürs Rückspiel im Breisgau (Sonntag, 19. Juni, 17 Uhr) erhielten die Balinger Verantwortlichen übrigens spontan zwei Fanbus-Spenden. Anmeldungen sollen im Laufe dieser Woche möglich sein.
Der Sieg über Böblingen war zugleich ein Triumph über Konkurrent Olympia Laupheim (4:1 in Kirchheim) – aber auch über das Umfaller-Urteil des WFV. Denn selbst ohne Laupheimer Punktabzug hätte Balingen nun den zweiten Platz sicher gehabt – ein vor Rundenbeginnkaum für möglich gehaltener Erfolg.
Gegen Böblingen erwischte die Elf von Trainer Karsten Maier einen Traumstart. Der erneut gut aufgelegte Jörg Schreyeck spielte in der dritten Minute den Ball in den Lauf des pfeilschnellen Turan Sahin und der drosch die Kugel zum frenetisch umjubelten 1:0 ins Netz. Sahin vergab in aussichtsreichen Situationen den möglichen zweiten Treffer (20., 34.), doch nach einer Klasse-Kombination über Schreyeck und Sahin traf Gerhard Rill aus 18 Metern fulminant zum 2:0 (40.). Zum Zunge schnalzen war der Auftakt in die zweite Halbzeit: Nenad Nikolic bediente vom Anspiel weg Turan Sahin und nur sieben Sekunden nach Wiederanpfiff hieß es nach Sahins gefühlvollem Heber 3:0 (46.). Das Balinger Scheibenschießen ging weiter – auch, weil Keeper Bülent Pesket, der in der ersten Halbzeit zweimal wackelte, gegen Christian Hayer glänzend parierte (47.). Als Sahin für Bernd Schelling auflegte, war der Käse gegessen: Der Ex-Rottenburger traf mit einer satten Direktabnahme zum hoch verdienten 4:0 (52.). Der Rest war Balinger Schaulaufen – und Kräfte sammeln fürs erste Aufstiegs-Hinspiel zur Oberliga. Dennoch hätte die TSG durch Dilucia (70.) und Nikolic (73.) noch erhöhen können. Diese Treffer sparten sich die Kreisstädter stattdessen für Emmendingen auf.
TSG Balingen: Pesket; Willig, E. Raab (68. Krämer), Taube, Link, Schelling, Dilucia, Schreyeck, Sahin (75. T. Raab), Nikolic, Rill (58. Lenhart).
Tore: 1:0 Sahin (3.), 2:0 Rill (40.), 3:0 Sahin (46.), 4:0 Schelling (52.).
Schiedsrichter: Fritz, Winnenden.
Zuschauer: 1000.
Nächstes Spiel: TSG – FC Emmendingen (Aufstiegs-Hinspiel zur Oberliga, Sa., 4. Juni, 15.30 Uhr).




Der Fahrplan zur Oberliga steht - doch um auf den Zug aufzuspringen, benötigt Fußball-Verbandsligist TSG Balingen im Saisonfinale (Samstag, 15.30 Uhr, Au-Stadion) noch einen Punkt. "Wir spielen nicht auf ein Unentschieden", kündigt Balingens Trainer Karsten Maier vor dem letzten Saisonspiel gegen den bereits geretteten SV Böblingen an - und ergänzt: "Wir wollen unbedingt gewinnen." Die Ausgangslage ist eindeutig: Balingen (54 Punkte) benötigt im Fernduell mit Laupheim (51) einen Punkt - und stünde dann als Verbandsliga-Vizemeister fest. Besondere Aktionen planen die Verantwortlichen am letzten Spieltag nicht: Es wird zwar wie gewohnt Musik und Bewirtung geben, allerdings keine Spielerverabschiedungen oder gar eine Saisonabschluss-Hockete. Denn die Balinger gehen fest davon aus, dass für sie die Runde am Samstag nicht beendet ist. Schließlich sollen die beiden Aufstiegsspiele zur Oberliga erreicht - und möglichst auch erfolgreich bestritten werden.
Die Termine der Relegationsrunde teilte nun der Südbadische Fußballverband mit - und legte das entscheidende vierte Aufstiegsspiel auf den 19. Juni fest, obwohl der württembergische Verband den 18. Juni ausgewiesen hatte (wir berichteten). Sollte die TSG Balingen der württembergische Teilnehmer an der Relegationsrunde sein, wollen sich die Verantwortlichen um eine Verlegung auf den ursprünglichen Termin, also 18. Juni, bemühen. Doch zuallererst gilt das Hauptaugenmerk dem Saisonfinale gegen den SV Böblingen, der sich am zurückliegenden Wochenende mit einem 3:0-Sieg gegen den VfL Kirchheim in Sicherheit brachte. Einen gemütlichen Saisonabschluss mag Böblingens Trainer Eberhard Carl, der gegen Kirchheim selbst als Ersatzspieler auf der Bank saß, seinen Mannen im Au-Stadion nicht gönnen. "Meine Mannschaft ist intakt und wird auch in Balingen noch einmal alles geben, um einen Sieg einzufahren." Pikanterweise muss Balingens Konkurrent Laupheim am Samstag beim zuletzt in Böblingen unterlegenen VfL Kirchheim antreten - und die auf den Relegationsplatz abgestürzten Teckstädter benötigen zur Sicherung des Klassenerhaltes ebenfalls einen Sieg. Ungeachtet der eher geringen Chance auf Platz zwei zeigt sich Olympia Laupheim auf dem Transfermarkt stark aktiv: Die Oberschwaben angelten sich bereits sieben Neuzugänge und kündigten für den Fall des Oberliga-Aufstieges weitere Nachbesserungen an.

