



War das 1:1 (0:0) gegen den FV Illertissen schon das Ende aller Träume? Nein. Weil die Konkurrenz mitspielte, bleibt Fußball-Verbandsligist TSG Balingen weiterhin im Rennen um Platz zwei. Die Balinger Fußballer strapazieren die eigenen Nerven - und das Glück: Weil Verfolger Schwieberdingen in Kirchheim mit 0:1 unterlag, behauptete die TSG trotz des mageren 1:1 gegen Illertissen den Relegationsrang. Allerdings müssen die Kreisstädter darauf hoffen, dass sowohl Schwieberdingen als auch Laupheim (beide 42 Punkte) ihre Nachholspiele nicht gewinnen - ansonsten hätten sie die TSG (45) nicht nur ein-, sondern wegen des besseren Torverhältnisses auch überholt. Stichwort Torverhältnis: Balingen erzielte in seinen bisherigen 25 Saisonspielen gerademal einen Treffer mehr als der Tabellendrittletzte (Schorndorf). Und weshalb dies so ist, wurde allen Beteiligten am Samstag einmal mehr klar vor Augen geführt: Ganze vier gute Möglichkeiten spielten sich die Hausherren in 90 Minuten heraus; dass dabei ein Tor heraussprang, ist eine ordentliche Quote - reicht aber in der Regel nicht zum Sieg.
Immerhin: Es war der zuletzt viel gescholtene Peter Kimmerle, der die TSG mit einem tückischen Aufsetzer, bei dem Gäste-Keeper Florian Steeb schlecht aussah, in Führung brachte (63. Minute). Die bis dahin dicksten Möglichkeiten versemmelte Turan Sahin, der nach beherztem Solo den Innenpfosten traf (26.) und zwei Minuten später an Steeb scheiterte. TSG-Keeper Bülent Pesket musste nur bei einem Freistoß von Michael Hornung eingreifen (36.). Die Balinger machten zwar das Spiel, sahen nach der Führung auch wie der sichere Sieger aus, doch überzeugend war der Auftritt des Tabellenzweiten nicht. Die körperlich robusten Illertisser suchten ihr Glück fast ausnahmslos bei Standardsituationen - eigentlich die Spielweise der TSG. Und ein Freistoß sollte schließlich den Endstand bringen: Michael Hornung zog aus halblinker Position aus gut 20 Metern fulminant ab, Bülent Pesket machte sich lang - war aber gegen das Geschoss ins rechte Eck ohne Chance; das ernüchternde 1:1 nach 84 Minuten. Vor den Augen von DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel (Horb), der ein Treffen ehemaliger Balinger TSG-Kollegen zum Spielbesuch nutzte, erwischte auch Referee Dominik Schaal keinen Glanztag. Unter anderem ahndete er drei klare Fouls an Turan Sahin nicht - spielentscheidend könnte der ausbleibende Elfmeterpfiff in der 86. Minute gewesen sein. Bliebe festzuhalten: Verloren ist trotz des Remis' nichts, in der augenblicklichen Verfassung dürfte die TSG jedoch in etwaigen Relegationsspielen chancenlos sein. Der Wurm steckt im Sturm: Wer nur so viele Tore wie ein Abstiegskandidat erzielt, ist nicht reif für den Aufstieg. Von einer Perspektive in der Oberliga ganz zu schweigen.
TSG Balingen: Pesket; Willig, Krämer, Taube, Link, Schreyeck, Sahin, E. Raab, Kimmerle (72. Schelling), Nikolic (68. Lenhart), Heinrich (60. Rill).
Tore: 1:0 Kimmerle (63.), 1:1 Hornung (84.).
Schiedsrichter: Schaal (Mössingen).
Zuschauer: 350.
Nächstes Spiel: Spvgg Au - TSG (Samstag, 7. Mai, 15.30 Uhr).




Die TSG Balingen biegt mit klarer Vorgabe auf die Zielgerade der Fußball-Verbandsliga-Saison ein: Im Heimspiel gegen den FV Illertissen (Samstag, 15.30 Uhr, Au-Stadion) zählt nur ein Sieg. Nach drei Spielen ohne eigenen Torerfolg und zwei Niederlagen in Folge entscheidet sich für die TSG Balingen möglicherweise schon morgen der weitere Saisonverlauf: Gewinnt der Tabellenzweite gegen den FV Illertissen (9.), bleiben die Aufstiegschancen intakt. Setzen die Kreisstädter die Partie in den Sand, dürfte fürs Erste Rang zwei futsch sein. Denn auf einen Ausrutscher von Verfolger Schwieberdingen (in Kirchheim) darf Balingen nicht setzen. Und Spitzenreiter SG Großaspach haben die Kreisstädter nach dessen 3:0-Nachholsieg in Au ohnehin aus den Augen verloren. "Wichtig ist, dass wir endlich wieder ins Tor treffen", formuliert Karsten Maier das primäre Ziel für die morgige Hausaufgabe. Ein Treffer gelang seinem Team zuletzt weder in Wangen (0:1), noch gegen Großaspach (0:2) zuvor oder in Schwieberdingen (0:0). Hoffnung schöpft der Balinger Trainer aus der Tatsache, dass Kreativspieler Nenad Nikolic zurückkehrt: Nach seiner Rotsperre ist der torgefährliche Mittelfeldakteur gegen Illertissen erstmals wieder spielberechtigt. "Er könnte unser entscheidender Mann in den restlichen sechs Spielen sein", glaubt der TSG-Coach, der im Training etliche gute Aktionen sah: "Bei vielen Spielern zeigt die Formkurve wieder nach oben", freut sich der 35-Jährige, der vor kurzem für weitere zwei Jahre zugesagt hat und damit Spekulationen um seine Person im Keim erstickte (wir berichteten). Gegner Illertissen ist nicht von Pappe: Voriges Wochenende beendete die Elf von Trainerfuchs Karlheinz Bachthaler die Siegesserie der SG Großaspach. Nach zehn "Dreiern" in Folge musste sich der Tabellenführer in Illertissen mit einem 0:0 begnügen. Quicklebendig im Offensivspiel - und mit einer hervorragend agierenden Defensive präsentierten sich die Illertaler. "Über eine Niederlage hätten wir uns nicht beschweren können", gestand Großaspach-Coach Herbert Bentz ein - und erklärte: "Illertissen hatte die klareren Chancen. Wir verdanken den Punkt unserem überragenden Torhüter." Die Generalprobe verpatzte Illertissen allerdings: Im mittwöchlichen Nachholspiel beim FC Wangen kassierte das Team eine 0:2-Niederlage und muss trotz seines Mittelfeldplatzes wieder etwas um den Klassenerhalt bangen. Herausragende Kräfte beim FVI sind Keeper Florian Steeb, Abwehrchef Kai Fink, Mittelfeldrenner Werner Schuster und die gefährlichen Sturmspitzen Thomas Przibille und Heiko Ziegler. Die meisten Akteure sammelten in den zurückliegenden Jahren reichlich Ober- und Verbandsliga-Erfahrung und schnürten ihre Kickstiefel schon in Au, Laupheim, Memmingen oder Ulm. In der Wintervorbereitung setzte sich der aktuelle Tabellenneunte unter anderem gegen die Oberligisten Gmünd und Ulm durch. Die TSG Balingen bietet gegen die Bachthaler-Truppe fast die volle Kapelle auf: Die Personallage entspannt sich nach Nenad Nikolic' Rückkehr weiter - sodass Karsten Maier überzeugt ist: "Wir bleiben mit einem Sieg weiter bei der Musik." Ein Vorteil für die Hausherren könnte sein, dass der Gegner wegen seines Mittwoch-Einsatzes eine kürzere Erholungsphase hatte. Übrigens: Das Hinspiel gewann die TSG mit 2:1. Die Illertisser 1:0-Führung drehten Nenad Nikolic per Foulelfmeter und Tobias Göbel mit ihren Toren noch um. Der Siegtreffer fiel erst in der 89. Minute. Wenn das kein gutes Omen ist.

