



Ein energischer Schlussspurt bescherte Verbandsliga-Spitzenreiter TSG Balingen gestern Abend den 2:0 (0:0)-Erfolg beim TSV Schönaich. Markus Link und Neuzugang Peter Kimmerle trafen. Das Balinger Gastspiel am Schönbuchrand stand wie in den Jahren zuvor lange Zeit auf Messers Schneide. Bisher konnte die TSG erst einmal alle drei Punkte aus Schönaich entführen - demgegenüber standen drei Schönaicher Siege und zwei Unentschieden. "In den Heimspielen zählen für uns nur noch Siege, wenn wir noch da hinten rauskommen wollen", sagte Schönaichs Trainer Bernd Hoffmann vor dem Anpfiff - und stellte sogleich klar: "Da ist es egal, ob wir gegen das Schlusslicht oder den Tabellenführer spielen." Zwei Standardsituationen in den Schlussminuten waren schließlich ausschlaggebend für den Balinger Erfolg. In der 88. Minute landete eine Krämer-Freistoßvorlage auf dem Haupt von Markus Link, der zur Gästeführung einnickte. Zwei Zeigerundrehungen später fast dasselbe Bild: Der eingewechselte Oliver Krämer bediente mit einem Freistoß-Flachpass Neuzugang Peter Kimmerle, der sein erstes Pflichtspieltor im Balinger Dress erzielte. Zweifelsohne war der Sieg der Kreisstädter verdient, denn sie zeigten den größeren Siegeswillen und agierten einen Tick aggressiver. Allerdings war auf dem holprigen Untergrund an ein gepflegtes Passspiel nicht zu denken. Chancen hatte in der ersten Halbzeit quasi nur die TSG. Eine erste Kostprobe gab Mario Lenhart in der fünften Minute ab, als sein 20 Meter-Freistoß knapp drüber zischte. Kurz darauf landete nach einer Todorovic-Hereingabe ein Schreyeck-Kopfball am Pfosten (17.). Pech auch drei Minuten vor dem Pausenpfiff, als nach einem Abwehrfehler Kimmerle freistehend den gegnerischen Keeper aus acht Metern anschoss. Die Hausherren hatten nur durch einen Freistoß eine Möglichkeit (29.). Mit viel Elan und druckvoll kamen die akut abstiegsbedrohten Schönaicher jedoch nach der Pause aus der Kabine und bestimmten eine Viertelstunde das Geschehen. Gut, dass Keeper Bülent Pesket nach einer Stunde aus kürzester Distanz stark reagierte. Danach nahmen die Gäste wieder das Zepter in die Hand - abermals musste die Torumdrandung nach einem Kimmerle-Kopfball herhalten (81.). Der Endspurt brachte schließlich doch noch den Sieg - und eine nachdrückliche Empfehlung fürs Spitzenspiel beim Tabellenvierten TSV Schwieberdingen am kommenden Sonntag (Anstoß 15 Uhr). Nächster Heimgegner der TSG ist in einer Woche der aktuelle Tabellenzweite SG Sonnenhof-Großaspach, der nach Laupheims gestriger 2:4-Niederlage gegen Böblingen wohl schärfster Balinger Titelkonkurrent ist.
TSG Balingen: Pesket; Willig, Lenhart (ab 64. Sahin), Schelling, Link, Schreyeck, Todorovic, E. Raab (ab 72. Krämer), Kimmerle, Nikolic, Dilucia (ab 79. Gasparovic).
Tore: 0:1 Link (88.), 0:2 Kimmerle (90.).
Schiedsrichter: Volkmar Stellmach (Bühlerzell).
Zuschauer: 250.
Nächstes Spiel: TSV Schwieberdingen - TSG (Sonntag, 15 Uhr).




Nächste Reifeprüfung für die TSG Balingen: Der Fußball-Verbandsligist spielt heute (18 Uhr) beim TSV Schönaich. Die Gastgeber sind akut abstiegsgefährdet, überraschten zuletzt aber in Au. Der TSV Schönaich strampelt heftig im Abstiegsstrudel, um nicht vorzeitig unterzugehen. Und machte zuletzt beim Oberliga-Absteiger Spvgg Au aus einem nahezu hoffnungslosen 0:2 noch ein 2:2. "Die Moral stimmt", sagt Schönaichs Trainer Bernd Hoffmann, der seine Mannschaft in der Winterpause mit fünf hochkarätigen Neuzugängen verstärken durfte. Erst zweimal ging Schönaich in dieser Runde als Sieger vom Platz - beim 2:0 in Frickenhausen und beim 3:1 vor zwei Wochen gegen Wangen. Dass die Hoffmann-Elf überhaupt noch Chancen auf den Ligaverbleib hat, verdankt sie ihren sechs Unentschieden. Dabei sind die Schönbuch-Kicker nominell nicht schlecht bestückt: In der Winterpause wurden mit Matthias Kuhn (TSV Hildrizhausen), Stojan Maric (SV Eintracht Wald-Michelbach/ Oberliga Hessen), Yalcin Sahin (SG Schorndorf) und Michael Weiss (Calcio Leinfelden-Echterdingen) potenzielle Leistungsträger verpflichtet. Bislang erfolgreichster Torschütze ist der Ex-Reutlinger Tufan Balmuk (sieben Treffer). Mit Pietro Conte, Irsen Latifovic und Ex-Bayern-Keeper Sven Scheuer stehen weitere Hochkaräter im Aufgebot. Beim jüngsten 2:2 in Au überzeugte Schönaich nicht zuletzt wegen seines kämpferischen Einsatzes. Und den fordert Bernd Hoffmann mit Nachhalt: "Im Zweikampf muss man dagegenhalten, das Risiko einer gelb-roten Karte muss man eingehen." Mittelfeldspieler Michael Weiss, zuletzt verletzt, strahlt im Abstiegskampf Zuversicht aus: "Das Unentschieden in Au hat gezeigt, dass die Mannschaft lebt." Zufrieden war auch Karsten Maier. Der Trainer der TSG Balingen (40 Punkte), die mit dem 2:0 (0:0) gegen die TSF Ditzingen Platz eins vor den Verfolgern Großaspach (39) und Laupheim (37) behauptete, stellte seinem Team ein gutes Zeugnis aus: "Der Gesamteindruck war sehr ordentlich", urteilte der Coach, der eine große Laufbereitschaft ausmachte und trotz spielerischer Auszeiten von einem "hoch verdienten Sieg" sprach. In Schönaich steht seinen Jungs die nächste Prüfung auf dem Weg zum großen Ziel ins Haus. "Uns erwartet ein tiefer Platz und ein Gegner, der sich mit Mann und Maus in jeden Schuss hineinwirft", weiß Maier. Dennoch glaubt der Balinger Übungsleiter, der auf denselben Kader wie gegen Ditzingen bauen kann, an einen Erfolg - und nicht an eine Wiederholung der Blamage in Frickenhausen, als die TSG beim Tabellenletzten mit 0:1 verlor: "Auch wenn die Schönaicher Qualität hinzu verpflichten konnten, bin ich überzeugt davon, dass wir dort gewinnen." Schon am kommenden Sonntag (15 Uhr) muss Balingen erneut reisen: Dann gastiert der Spitzenreiter, der im Falle einer Niederlage den Sonnenplatz an Laupheim (spielt heute gegen Böblingen) verlieren könnte, beim Tabellenvierten Schwieberdingen. "Damit beschäftigen wir uns nach dem Abpfiff heute Abend", stellt Karsten Maier voreilige Gedanken an das Spitzenspiel zurück. Wohlwissend, dass die Motivation für ein Topduell sowieso aus dem tiefen Inneren kommt.

