



Die TSG Balingen ist neuer Spitzenreiter der Fußball Verbandsliga. Im spannenden Gipfeltreffen bezwangen die Kreisstädter den bisherigen Tabellenführer FV Olympia Laupheim mit 2:1 (1:1). Dieser Erfolg hat viele Väter: Den Balinger Bauhof, der mit seiner Räumaktion die Durchführung des Schlagerspieles erst ermöglicht hatte, TSG-Keeper Leo Chatzikiriakos, der einen Elfmeter parierte, die Balinger Torschützen Tobias Göbel und Gerhard Rill, Super-Vorbereiter Oliver Krämer, den vorbildlichen TSG-Kapitän Nico Willig, der sich trotz Verletzung durchbiss -aber auch die große Zuschauerkulisse: 1100 Fans wollten das Topduell auf dem gänzlich von Schnee und Eis befreiten Kunstrasenplatz sehen und beflügelten beide Teams zu einer mehr als ordentlichen Partie. Ohne Zweifel: Dem entthronten Branchenführer aus Laupheim gehörte der erste Durchgang. Die ballsicheren Oberschwaben bestimmten das Geschehen und profitierten von ihrer frühen Führung:
Ex-Profi Oliver Unsöld (u.a. Reutlingen, Ulm, Greuther Fürth) zog in der fünften Minute aus 18 Metern ansatzlos ab und sein Geschoss schlug zum 0:1 ein. Eine entscheidende Szene spielte sich in der 23. Minute ab: Eine Freistoß-Flanke des in der ersten Halbzeit starken, nach der Pause aber untergetauchten Holger Bachthaler wurde per Kopf verlängert und TSG-Hüne Tobias Göbel klärte mit dem Fuß praktisch auf der Torlinie. Balingen mühte sich, verzeichnete aber bis zur 38. Minute keine einzige Torchance. Erst nach einem zunächst abgeblockten Schussversuch hielt Tobias Göbel aus schier unmöglich spitzem Winkel drauf und das Leder zischte zum umjubelten 1:1 in die Maschen. Dieser Treffer kurz vor der Halbzeit kam einer Befreiung gleich. Denn nach dem Wechsel erhöhte die TSG die Schlagzahl. Erst fand der schwache Nenad Nikolic bei einem Freistoß den aufgerückten Markus Link, dessen Kopfball jedoch vorbei strich (47.). Dann die beste, weil entscheidende Balinger Szene im ganzen Spiel: Auf der linken Außenbahn setzte sich der unermüdlich rackernde, zuvor aber oft glücklose Oliver Krämer beherzt durch, trieb den Ball Richtung Grundlinie, umspielte dabei drei Laupheimer, legte schulbuchmäßig zurück auf den soeben eingewechselten Gerhard Rill und der traf mit einem satten Flachschuss zum 2:1 (67.). Held des Nachmittages wurde aber TSG-Keeper Leo Chatzikiriakos. Der 37-Jährige, der vor dieser Saison nie höher als in der Landesliga gespielt hatte, parierte zunächst im Liegen gegen Francis Kwayep (71.) und hielt dann auch noch den Elfmeter von Holger Bachthaler. Nach einem Handspiel von Martin Taube scheiterte Bachthaler mit seinem Strafstoß am glänzend parierenden Chatzikiriakos, der in die vom Schützen aus gesehen rechte untere Ecke abgetaucht war (76.). In der Schlussphase drängte Laupheim mit Macht auf den Ausgleich, Balingen überstand diese brenzlige Minuten mit Glück, Geschick und aufopferungsvollem Einsatz. Bei gelegentlichen Kontern verpassten die Kreisstädter ihrerseits die vorzeitige Entscheidung. Riesenjubel schließlich, als Schiedsrichter Peter Schreiner, der insbesondere die Vorteilsregel gut auslegte, das Gipfeltreffen nach 94 Minuten abpfiff. Balingen ist erstmals in seiner Vereinsgeschichte Spitzenreiter in der Verbandsliga - und klopft vehementer als jemals zuvor an die Tür zur Oberliga.
TSG Balingen: Chatzikiriakos; Willig, Krämer, Taube, Link, Schelling, Sahin (ab der 59. Minute Rill), Heinrich, Göbel (70. Schreyeck), Nikolic, Gasparovic (76. Lanna).
Tore: 0:1 Unsöld (5.), 1:1 Göbel (38.), 2:1 Rill (67.).
Besonderheiten: Chatzikiriakos hält Elfmeter von Bachthaler (76.).
Schiedsrichter: Peter Schreiner (Stuttgart).
Zuschauer: 1100.


Das Gipfeltreffen der Verbandsliga zwischen dem FV Olympia Laupheim und der TSG Balingen wird wie geplant am kommenden Samstag um 15:00 angepfiffen. Der Kunstrasenplatz beim Au-Stadion wird bis Spielbeginn bestens präpariert, Rasenplatz wie Zuschauer-Ränge werden vom Schnee befreit.


Die Bilder zeigen die Mitarbeiter des Balinger Bauhofs bei den Räum-Arbeiten, aufgenommen 2 Tage vor dem Spiel.
Veröffentlichung der Bilder mit freundlicher Genehmigung des Zollern-Alb Kurier.




Einen besseren Jahresauftakt hätten sich die Fans der TSG Balingen kaum wünschen können: Mit dem seit Wochen mit Hochspannung erwartetenden Topduell gegen Spitzenreiter Laupheim starten die Schützlinge von Karsten Maier auf dem vom Schnee befreiten Kunstrasenplatz ins Punktspieljahr 2005. "Wir wollen gewinnen und die Tabellenführung übernehmen", verspricht Maier eine bis in die Haarspitzen motivierte Gastgeber-Elf. Doch gerade Gegner Laupheim stellt in dieser Rechnung die große Unbekannte dar: Nach einer imposanten Vorrunde wechselte der Klub kurz vor Weihnachten seinen Trainer (Harry Brobeil für Gursel Purovic) und geriet wegen Erlfried König in die Schlagzeilen. Der Vereins-Funktionär soll Firmengelder in Millionenhöhe unterschlagen haben und sitzt seither in Ulm in Untersuchungshaft (wir berichteten). Königs notgedrungener Rückzug hatte große Auswirkungen auf Olympia Laupheim: Der Geschäftsführer von Olympia-Hauptsponsor ISMM, einer Sport-Management- und Marketing-Agentur, hatte bislang quasi in Eigenregie die erste Mannschaft gemanagt. Weil nicht nur er, sondern auch Sponsorengelder ausfielen, musste der Verein binnen weniger Wochen neue Geldquellen auftun. Und dieses Vorhaben konnten die Oberschwaben weit besser als gemeinhin erwartet umsetzen. So musste Laupheim lediglich seine Profispieler ziehen lassen, kann aber nach wie vor über eine überdurchschnittlich bestückte Verbandsliga-Truppe verfügen.
Herausragende Kräfte im Team von Neu-Trainer Harry Brobeil (früher SSV Ulm 1846) sind Torhüter Stipi Grcic, einst bei Hadjuk Split unter Vertrag, die Defensivspieler Wolfgang Huber (früher Biberach, Pfullendorf) und Ex-Profi Oliver Unsöld (Ulm, Greuther Fürth, SSV Reutlingen), sowie die Offensivkräfte Holger Bachthaler (Augsburg, Ulm, Au), Selcuk Sahin (Bayern München und 1860 München/Amateure) und Roland Regenbogen (VfB Stuttgart, Ulm, Memmingen, Biberach, Au). "Keine Frage, dieser Gegner hat Substanz", zollt Balingens Trainer Karsten Maier vor den Laupheimern Respekt. Aber auch seine Mannschaft, in der bisherigen Saison erst zweimal bezwungen (beim Vorrunden-0:4 in Laupheim und beim 1:2 gegen Kirchheim), könne mit breiter Brust auftreten: "Wir haben die Chance, die Tabellenführung zu übernehmen. Diese Möglichkeit wird ungeahnte Kräfte freisetzen", ist Maier felsenfest überzeugt. Bei diesem Vorhaben muss der Balinger Übungsleiter auf einige angeschlagene Akteure verzichten - unter anderem wohl auf Spielführer Nico Willig, der sich in der Winterpause eine Knochenentzündung einfing. Mut ziehen dürfen die Kreisstädter aus der Statistik: Die TSG ist die mit Abstand beste Heimmanschaft der Liga (sieben Siege in acht Spielen). Mit Laupheim reist allerdings die bislang erfolgreichste Auswärtstruppe (fünf Siege, ein Unentschieden, eine Niederlage) an. Aber: Ausgerechnet die beiden letzten Spiele vor der Winterpause (0:1 gegen Au, 0:2 gegen Kirchheim) setzte der Topfavorit in den Sand. Sind aller guten Dinge drei? Der TSG wär's recht.


Am Samstag, 05.03.2005 findet das Top-Spiel der Fussball Verbandsliga im Balinger Au-Stadion statt: Die TSG Balingen, derzeit Tabellenzweiter trifft auf den FV Olympia Laupheim - seit dem zweiten Spieltag der Saison unangefochten Spitzenreiter. Im Moment trennen die beiden Mannschaften ganze 2 Punkte voneinander (s. Tabelle)
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