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Vorbericht

TSG-Perspektivteam trommelt zum Derby

 

Landesliga: Winterlingen heute zu Gast

 

Heute, 19 Uhr, ertönt im Au-Stadion der Pfiff zur Rückrunde in der Fußball-Landesliga und zum Derby der Zoller-Teams. Schlusslicht FC Winterlingen ist bei der TSG Balin-gen 2 zu Gast.

 

Balingen, ZAK, HWe

 

Balingen. In einer unrühmlichen Hinsicht stehen sich die zwei Kontrahenten am heutigen Spielabend in der Landesliga in nichts nach: Jeweils vier Rote Karten sammelte die TSG Balingen 2 und der FC Winterlingen während der Hinrunde. Beim FCW kommen sogar noch vier gelb-rote Pappkärtchen hinzu. Passiert!

 

Zumindest die drittplatzierte Balinger Oberliga-Reserve kompensierte den Verlust der gesperrten Spieler mit einer beachtlichen Bilanz. In Unterzahl schlugen sich die Jungs um TSG 2-Coach Stefan Ermantraut prächtig, jüngst wieder in Schmalbesetzung gegen Rot-Weiß Weiler mit einem 3:2-Sieg. „Ich bin schon erstaunt, wie ein so junges Team eine solche Leistung auf die Beine stellt“, kommentiert der Trainer Ermantraut diesen Umstand und erinnert sich: „In der Hinsaison gab es nie Platzverweise.“

 

Der Blick geht aber nach vorn und in Richtung der nächsten Punktspiele bis zur Winterpause. Der Coach verlangt, dass in Zukunft auch zu elft auf dem Platz derart dominant gespielt werde. Wieder mit von der Partie wird Mario Löckel sein, der beim Derby mit dem TSV Frommern eine Rote kassiert hatte und deswegen vier Spiele aussetzen musste. Zum Glück, denn das Verletzungslazarett, das im Balinger Lager von Anfang an herrsche, leere sich nach wie vor nicht, so Ermantraut. Fabian Maier leide momentan noch an einer schmerzhaften Knochenhautentzündung am Fuß und wird vor der Pause nicht mehr zum Einsatz kommen. Ebenso Philipp Sautter, bei dem sich seine Knieverletzung noch rauszögere .

 

„Das Derby wollen wir genießen“, sagt der TSG 2-Coach, der trotz ihrer jetzigen Tabellenposition die Winterlinger nicht auf die leichte Schulter nehmen möchte. Auf „Harte Fights“, wie sie sich die Teams schon geliefert hatten, stelle man sich ein. Der Favoritenrolle gerecht werden dürfte das Perspektivteam trotzdem, ist es um die Personalsituation beim FCW ebenso mau bestellt. Zu den Langzeitverletzten Gökmen Sanuk (Mittelfußverletzung), Daniel Bach (Rückenprobleme) kommt nun auch noch Patrick Bach (Meniskus) dazu. Der rotgesperrte Marvin Röhm wird das Team während der letzten drei Spiele vor der Pause auch nicht mehr unterstützen. Außerdem fehlen noch Mark Gebhardt und Stefan Moser, die beide Klausuren zu schreiben haben. „Darum ergibt sich die Aufstellung schon fast wie von selbst“, so FCW-Coach Cedo Vujacic .

 

Mit Verstärkung aus der zweiten Mannschaft müsse man das „Beste herausholen“. Deshalb wird der Trainer seine Mannschaft auch nicht rügen, wenn sie heute Abend als Verlierer vom Platz gehe: „Die Jungs brauchen wieder ein Erfolgserlebnis“, nur das helfe, um seinen Kader auf längere Sicht bei Laune zu halten. Das Derby der Hinrunde endete mit einem klaren 5:1-Sieg der Balinger.

Deutliches Derby

Fußball-Landesliga: Balingen 2 schlägt Winterlingen 5:1

Mit 5:1 (1:0) hat die TSG Balingen 2 gestern Abend beim FC Winterlingen gewonnen. Durch den Derby-Sieg sind die Balinger erster Tabellenführer der neuen Saison in der Fußball-Landesliga.

MARCEL SCHLEGEL, ZAK

Winterlingen. Das Derby, es war von Beginn an eine einseitige Sache. Balingen 2 ging vom Anpfiff weg ein hohes Tempo, kombinierte flott und schnürte die Winterlinger in der eigenen Hälfte fest. Nur die letzte Präzision ließen die Gäste in ihren Angriffen anfangs noch vermissen. Zunächst versuchten sie es immer wieder mit weiten, scharfen Bällen in die Spitze. Und die waren nun mal schwer zu verwerten für die Angreifer der TSG.

Nach sechs Minuten schimmerte die Balinger Torgefahr aber das erste Mal auf, als Akin Aktepe Turan Sahin auf dem Flügel fand, der das Leder von der Grundlinie aus wohl auf Georgios Ioakimidis zurücklegen wollte. Stattdessen fuhr Aktepe dazwischen und zirkelte den Ball über das Gehäuse von FCW-Keeper Max Konzelmann. Die TSG war aggressiver, ballsicherer und setzte immer wieder ihre Nadelstiche. Eine scharfe Mauz-Flanke verfehlte Ioakimidis nur knapp (15. Minute). Eben jener Mathias Mauz passte auf den flinken Ioakimidis, dem, nach starkem Solo, im Strafraum das Leder versprang (18.).

Und ein Angriff der Gäste nach dem anderen rollte auf das Tor von Konzelmann. Bei ihrem Schlussmann konnten sich die Gastgeber bedanken, dass sie nicht frühzeitig hoch in Rückstand gerieten. Erst lenkte der für den verletzten Patrick Bach zwischen die Pfosten gerückte FCW-Keeper einen Müller-Freistoß an die Latte (20.), dann zeigte er gegen Sahin aus der Nahdistanz starke Reflexe (22.). Sahin, welcher neben Karsten Scheu und Riccardo Spataro als einer von drei Spielern aus dem Oberliga-Kader in der Startelf der TSG stand, preschte die Kugel nach feiner Einzelleistung über das Tor (28.).

Der FCW konnte dem hohen Tempo der Gäste kaum Stand halten, es schien nur eine Frage der Zeit, bis die TSG das Tor machen würde. Und so kam es auch: Spataro ließ auf rechts zwei Winterlinger stehen, passte uneigennützig auf Ioakimidis, der vertändelte aus elf Metern zwar den Ball, doch stand da Scheu, der die Kugel zum 0:1 (30.) in die Maschen hämmerte.

Strittig war die Szene in der 36. Minute, als Winterlingens Marvin Röhm Ioakimidis im Strafraum anrempelte und „Schiri“ Christian Günter auf den Punkt zeigte (35.). Ein Wink von Gerechtigkeit aus FCW-Sicht: Sahin drosch den Ball über das Tor (36.). Erneut Sahin, der stark spielte, aber im Abschluss wenig kaltschnäuzig war, schoss nach Ioakimidis-Pass Konzelmann an (35.). Winterlingens Bester lenkte dann einen Mauz-Schuss an den Pfosten (39.) und hielt einen Sahin-Freistoß fest (45.).

Wie sollte dieses Derby in Hälfte zwei eigentlich noch kippen? Nur mit Schützenhilfe der Gäste. Und die kam. Nach einem weiten Ball waren sich Nico Willig und TSG-Torhüter Marc Heckendorf nicht grün darüber, wer das Leder klären sollte, Lars Eschment dankte es ihnen und schob zum 1:1 ein (48.). In der 57. Minute fühlte man sich an die erste Hälfte erinnert: Wieder tauchte Ioakimidis im FCW-Strafraum auf, erneut stellte sich Röhm ungeschickt an, wieder gab es Elfmeter und wieder durfte Sahin sein Glück probieren. Diesmal traf er vom Punkt aus zum 1:2 (59.) und Röhm flog mit Rot vom Platz.

Winterlingens Angreifer Raffael Keinath zirkelte später den Ball arg bedrängt übers TSG-Tor (63.), aber ernsthaft in Bedrängnis konnten die Gastgeber Balingen 2 in Unterzahl nicht mehr bringen. Stattdessen hämmerte Sahin die Kugel von halbrechts zum 1:3 unter die Latte (69.). Der eingewechselte Patrick Butz erhöhte, bedient vom agilen Fabian Mayer, allein vor Konzelmann zunächst auf 1:4 (80.) und dann per Kopf auf 1:5 (86.).

 

So spielten sie

FC Winterlingen: Konzelmann; Bitzer,

C. Rieker (70. F. Roppel), Eschment (89. P. Roppel), Keinath, Sidiropoulos, Röhm, D. Bach, Akbaba, Marc Löckel, Altinok (81. Ruf).

TSG Balingen 2: Heckendorf; Müller, Willig, Ioakimidis (70. Butz), Sahin (84. P. Schreyeck), Scheu (79. Mario Löckel), Sauter, Aktepe, Maier, Spataro, Mauz.

Tore: 0:1 Scheu (30.), 1:1 Eschment (48.), 1:2 Sahin (59., Foulelfmeter), 1:3 Sahin (69.), 1:4 Butz (80.), 1:5 Butz (86.).

Rote Karte: Röhm (W., 57.).

Zuschauer: 250.

Schiedsrichter: C. Günter (Aichhalen).

 

Vorbericht

Fußball-Landesliga: Heute empfängt der FC Winterlingen die TSG Balingen 2

 

Wie könnte die neue Saison in der Fußball-Landesliga schöner beginnen, als so: mit einem Derby, an einem Freitagabend zwischen zwei alten Widersachern, den Aufsteigern FC Winterlingen und TSG Balingen 2.

 

MARCEL SCHLEGEL, ZAK

 

Winterlingen. Was bringt es denn zu lamentieren, fragt sich Zoran Stanic, eigentlich Coach der zweiten Mannschaft des FC Winterlingen. Doch da Cheftrainer Cedo Vujacic zuletzt im Urlaub weilte, leitete Stanic gemeinsam mit „Co“ Johan Pasternak auch das Vorbereitungstraining der ersten Garde. Nicht immer war er zufrieden. „Sagen wir es so: Die Vorbereitung lief aufgrund von vielen Urlaubern nicht ganz ideal.“ Auch die letzten Testspielergebnisse, das 9:1 gegen Tieringen und das 9:2 gegen Nusplingen (beide Bezirksliga), stellten ihn nicht restlos zufrieden: „Wir konnten halt nie so spielen, wie wir das geplant hatten.“
Heute Abend
im Lokalderby des ersten Landesliga-Spieltags gegen Aufsteigerkollege TSG Balingen2 (18.30 Uhr, Stadion in Winterlingen) werden dem mittlerweile wieder heimgekehrten FCW-Trainer Cedo Vujacic erneut urlaubsbedingt Sanduk Gökmen, Rui Manuel Azevedo, Mark Gebhardt und Marco Maichle fehlen, Daniel Bach plagen zudem Leistenprobleme. „Und die Spieler, die unter der Woche zurückgekehrt sind, sind noch nicht so weit. Da greift noch nicht jedes Rad in das andere“, meint Stanic, der aber auch weiß: „Das Problem haben alle.“ Deshalb kein Lamentieren, vielmehr lebt er Gelassenheit vor: „Ich sehe der Runde nicht pessimistisch entgegen. Wir wollen den Derby-Sieg.“  Vujacic indes wäre bereits mit einem Punkt zufrieden. „Es ist das erste Spiel, man weiß nicht, wo man steht“, begründet der Henes-Nachfolger. Und natürlich sei auch der Gegner nicht von Pappe. „Bei Balingen weiß man nie, auf welche Mannschaft man trifft. Die TSG ist schwer einzuschätzen.“ Auch deshalb passen Vujacic die Zollern-Derbys zum Auftakt (am zweiten Spieltag gastiert der FCW in Frommern) nicht ins Konzept: „Derbys sind halt Derbys.“ Anschließend sei man in Sachen Status quo womöglich nicht schlauer, als zuvor, eben weil Lokalkämpfe, so abgedroschen das klingen mag, eigene Gesetze hätten: „Die Jungs sind motiviert. Wir werden alles geben, um in der Liga zu bestehen.“
Daran hat TSG-Trainer Stefan Ermantraut nicht die
eringsten Zweifel. Er wisse aus der vergangenen Bezirksliga-Spielzeit noch allzu gut, wie schwer es sei, in Winterlingen zu bestehen. „Die haben uns mit dem eigenen Publikum im Rücken schwer zugesetzt“, spielt Ermantraut auf die 1:3-Niederlage beim späteren Vizemeister oder das 2:2 im Heimspiel an. Am Ende hatte das Balinger Perspektivteam im Titelrennen dennoch klar die Nase vorne, mit elf Punkten.  Doch das solle nichts heißen, meint der langjährige Auswahltrainer: „Die Winterlinger sind immer topmotiviert, legen eine hohe Laufbereitschaft an den Tag und gehen äußerst aggressiv in die Zweikämpfe. Wir müssen uns wehren.“ Da könnte es problematisch sein, dass die Balinger „Zweite“ noch recht unerfahren ist, bei einem Durchschnittsalter des Kaders von 20,5 Jahren. Nur gut, dass die TSG nun wieder auf den zuletzt urlaubenden letztjährigen Oberliga-Spieler Nico Willig zurückgreifen kann. „Er hilft uns mit seiner Routine doch weiter“, bekennt denn auch Ermantraut, der darüber hinaus auf Turan Sahin und Karsten Scheu aus dem Oberliga-Kader bauen kann.
Beide war
en lange Zeit verletzt, müssen nun über die zweite Garde den Weg zurück in die „Erste“ finden. Eine Stammplatzgarantie sei die Zugehörigkeit zum Oberliga-Kader allerdings nicht, betont Ermantraut, die Leistung entscheide. Und eine Erfolgsgarantie sind jene Verstärkungen ohnehin nicht. Denn auch am Dienstag beim letzten Test der TSG beim VfB Bösingen (Landesliga3) standen Sahin, Scheu und zudem Riccardo Spataro und Ivan Todorovic in Ermantrauts Aufgebot. Die TSG unterlag mit 2:4 (0:2). Drei Gegentreffer resultierten aus Standardsituationen. „Da war unsere bisher größte Schwäche“, meint der Coach, der von seinen Mannen im Hinblick auf die neue Liga fordert, das Tempo zu erhöhen.  Und ferner: „Wir müssen jetzt immer 100 Prozent geben. Das ist nicht mehr die Bezirksliga. In der Landesliga ist das Spiel schneller, die Gegner verteidigen besser und sind im Angriff gefährlicher. Doch wir freuen uns darauf.“ Na, dann: Heute geht's los.