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Kraftakt in Unterzahl

Fußball-Landesliga: Balingen siegt nach Rückstand 3:2

 

Mit einer starken Leistung gegen den Tabellennachbarn FV RW Weiler konnte die TSG Balingen 2 ihren Negativtrend stoppen und in Unterzahl einen gelungenen Abschluss der Landesliga-Hinrunde feiern.

 

Balingen, ZAK, BS

 

Mit einem wahren Kraftakt konnte sich die TSG nach zuletzt drei Niederlagen eindrucksvoll zurückmelden. Trotz fast 80-minütiger Unterzahl und einem Rückstand stand am Ende ein 3:2-Sieg über die Gäste aus Weiler zu Buche. Stärkster Balin-ger war einmal mehr Jonas Wiest.

Eigentlich erwischten die Eyachstädter einen wahren Traumstart und erzielten bereits nach einer Minute den Führungstreffer zum 1:0. Georgios Joakimidis ließ nach einem Wiest-Traumpass in den Rücken der Abwehr dem Gästekeeper Andreas Hane mit seinem satten Schuss in den Winkel keine Chance. Und die Landesliga-Reserve drückte weiter. So kamen Karsten Scheu und erneut Joakimidis zu guten Gelegenheiten. Die Gäste wurden vom Balinger Offensivspiel regelrecht überrollt und kamen kaum mit dem aggressiven Pressing zurecht. Dann aber konnte TSG-Keeper Marcel Binanzer nach schlechtem Rückpass von Olcay Akkaya als letzter Mann nur noch mit einem Foul klären und flog mit Rot vom Platz. Den fälligen Freistoß verwandelte Klaus Schlachter unhaltbar für den eingewechselten Jan Jäger, der sogar noch mit den Fingerspitzen dran war, im linken Lattenkreuz. In der 22. Minute kam es noch dicker. Die Rot-Weißen trafen erneut nach einem Freistoß. Diesmal war es Richard Koch, der schneller als die TSG-Abwehr schaltete und den Ball ins Tor zirkelte, während Jäger noch die Mauer stellte. Direkt darauf setzte Jonas Wiest einen Schuss aus gut 25 Metern an die Latte. In der Folge kamen die Gäste zweimal durch Antonio Paturzo zu Chancen, vergaben aber kläglich. In der 37. Minute hatte der bärenstarke Wiest bei seinem Freistoß von rechts Pech, dass er erneut nur die Latte traf. Jedoch sollte er drei Minuten später endlich für seine Mühen belohnt werden: Mit einem klasse Freistoß zentral vor dem Gäste-Sechzehner, den er über die Mauer ins lange Eck zirkelte, erzielte er den Ausgleich zum Pausenstand. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hatte er gar die Möglichkeit zur Führung, rutschte nach eigener Balleroberung jedoch beim Schussversuch weg.

Direkt nach dem Wiederanpfiff machte Akkaya seinen Fehler vor dem 1:1 wieder gut, indem er von rechts mustergültig auf Wiest flankte und dieser mit seiner Direktabnahme ins lange Eck die verdiente Führung erzielte. Die Gäste fanden nach dem Seitenwechsel gar nicht mehr statt und waren mit dem 3:2 noch gut bedient. Denn Riccardo Spataro mit seinem Kopfball knapp neben den Pfosten (62.) und seinem Abseitstor in der 82. Minute, der eingewechselte Patrick Schreyeck und Felix Schaplewski, die beide über das leere Tor schossen, scheiterten nur knapp. „Hut ab! Wir waren trotz Unterzahl sehr dominant und haben verdient gewonnen“, lobte TSG-Coach Stefan Ermantraut sein Team. Mit der Hinrunde zeigt er sich sehr zufrieden: „Wir haben gesehen, dass wir gegen jedes Team gut mithalten können.“ BS

 

TSG Balingen: Binanzer; Scheu, Willig, Joakimidis (84. Henne), Butz (13. Jäger), Wiest, Aktepe, Schaplewski, Spataro, Akkaya (62. Schreyeck), Mauz.

 

Tore: 1:0 Joakimidis (1.), 1:1 Schlachter (15.), 1:2 Koch (22.), 2:2, 3:2 Wiest (40., 47.).

 

Rote Karte: Binanzer (12., Balingen).

 

Gelb-rote Karte: Miller (83., Weiler).

 

Schiedsrichter: Ralf Lalka (Schön-aich).

 

Zuschauer: 120.

 

Krisen-Gipfel in Balingen

Die TSG 2 empfängt am Sonntag (14.30 Uhr) den FV Rot-Weiß Weiler. Beide Teams kassierten zuletzt drei Pleiten in Folge. Wem gelingt die Trendwende?

 

Balingen, ZAK, SMi

 

„Ich denke, wir haben das Tal durchschritten“, gibt sich Balingens Kommandogeber Stefan Ermantraut optimistisch. Was der Coach meint: das enge Personalkorsett dürfte fortan der Vergangenheit angehören. „Mathias Mauz, Orhan Demirer, Jonas Henne und Nico Willig sollten wieder an Bord sein. Tendenziell sieht es gut aus.“ Endgültige Klarheit wird aber erst das Abschlusstraining bringen. Die personellen Alternativen sollen den Abwärtstrend stoppen, in dem sich die Balinger Oberliga-Reserve spätestens seit ihrem Derby-Sieg gegen den TSV Frommern vor rund drei Wochen befindet. Dennoch zieht Ermantraut nach den knappen Niederlagen gegen den SV Baltringen (0:1), den FV Biberach (2:3) und den SV Reinstetten (1:3) ein positives Fazit. „Trotz wahnsinnig vieler Ausfälle haben wir in jedem Spiel einen Kader auf die Beine gestellt, der die Chance gehabt hätte, zu punkten. Wir waren nirgends hoffnungslos unterlegen, sondern haben uns leider jeweils Kleinigkeiten geleistet, die schließlich entscheidend waren. Ansonsten haben wir gezeigt, dass wir mit dem Niveau der Liga Schritt halten können.“ Am kommenden Sonntag soll dies auch endlich wieder punktemäßig zur Geltung kommen. Zum Abschluss der Vorrunde gastiert der ebenfalls kriselnde FV Rot-Weiß Weiler in Balingen. Ermantraut weiß, was ihn erwartet: „Ich habe Weiler noch nie live gesehen. Aber die Mannschaft ist sehr ambitioniert, spielstark und mit großer Erfahrung in der Landesliga. Es wird mit Sicherheit ein interessanter Vergleich.“ Balingen 2 ist Fünfter, Weiler Sechster. Und das, obwohl die Rot-Weißen zuletzt ebenfalls drei Klatschen einstecken mussten. Der FV verlor gegen den SV Oberzell (0:3), den SV Birkenhard (1:5) sowie den TSV Berg (1:4) und sprach nach der Heimpleite gegen Berg am zurückliegenden Wochenende auf der Vereins-Homepage vom „falschen Gegner zum falschen Zeitpunkt.“ Damit spielten die Rot-Weißen auf ihre angespannte Personalsituation an, die sich gegen den mit Vertragsspielern gespickten TSV nie wirklich in Szene setzen konnten. „Wir wollten dagegenhalten. Aber wenn du solche individuelle Fehler machst, wird es schwierig“, offenbarte Weilers Trainer Werner Tangl. Dem Übungsleiter standen gegen Berg nur noch zwölf Akteure aus dem eigentlichen 20-Mann-Kader zur Verfügung, auf der Bank nahmen zwei B-Liga-Kicker und ein AH-Spieler Platz. Sein letztes Aufgebot hatte der Coach sehr defensiv aufs Feld geschickt. „Sicherheit zuerst“, lautete Tangls Motto. Die Rechnung ging nur in der ersten halbe Stunde auf, Offensiv blieb Weiler gänzlich blass. Mit zunehmender Spieldauer summierten sich mehr und mehr kleinere Fehler, Bergs Torjäger Silvio Battaglia nutzte schließlich zwei Abwehrschnitzer per Doppelschlag zum 0:2. „Wir hatten zu viele Fehler im Spielaufbau. Die klaren, einfachen Dinge – die machen wir derzeit einfach nicht richtig“, haderte Tangl, dessen Elf nur eine Handvoll Torschüsse während der gesamten Spielzeit zu verzeichnen hatte.