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Spielbericht
Starke zweite Halbzeit beschert TSG ein 2:1
Landesliga: Gegen ebenbürtige Ravensburger siegt Balingen 2 nach Kraftakt verdient
Balingen, 19.09.2011, ZAK, BS
Die Tabellenführung der Fußball-Landesliga hat die TSG Balingen 2 dank Jonas Wiest gerade noch so verteidigt. Lange Zeit sah es jedoch nach der ersten Heimniederlage der Rot-Schwarzen aus.
Am gestrigen Sonntag gastierte mit dem FV Ravensburg 2 ein ebenbürtiger Gegner im Balinger Au-Stadion. Die Truppe von Trainer Gerhard Rill agierte mit der gleichen taktischen Einstellung, die die Balinger Mannen zuletzt ausgezeichnet hatte: Dem frühen Pressing. Da aber die TSG ebenfalls früh attackierte, ergaben sich vor allem in der ersten Halbzeit wenig klare Torchancen. Eine der besten Möglichkeiten der Gastgeber, die mit Trauerflor aufliefen und zu Beginn des Spiels eine Schweigeminute für ihren verstorbenen Sportskameraden Achim Eppler abhielten, hatte noch Akin Aktepe, der mit einem guten Distanzschuss Gäste-Keeper Dominik Buss prüfte. Ziemlich überraschend kam für die TSG der Rückstand in der 20. Minute: Jan Pfeiffer entwischte seinem Bewacher Mathias Mauz und spielte flach in die Mitte, wo André Kohli – sträflich alleine – gegen den chancenlosen Marc Heckendorf nur noch einschieben musste. Zwei Minuten später musste Nico Willig gegen den Torschützen in höchster Not klären, um einen höheren Rückstand zu verhindern. Defensiv fingen sich die Balinger schnell wieder, jedoch ging offensiv ohne den fehlenden Sahin nur wenig zusammen. Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Ermantraut-Schützlinge jedoch wie ausgewechselt – die Kabinenansprache zeigte offenbar Wirkung.
Die Eyach-Kicker präsentierten sich vom Beginn der zweiten 45 Minuten an zielstrebiger und drängten auf den Ausgleich. Georgios Joakimidis mit einem Drehschuss (50. Minute), direkt darauf Jonas Wiest mit einem Schuss ans Außennetz sowie Karsten Scheu mit einem Volleyschuss aus kurzer Distanz (58.) scheiterten jedoch jeweils aus aussichtsreicher Position. Die Balinger mussten allerdings stets auf die gefährlichen Konter der Ravensburger aufpassen. Der längst überfällige Ausgleich sollte schließlich durch Patrick Butz gelingen. Nach einem guten Freistoß vom besten Balinger Jonas Wiest, musste Butz den Ball aus kurzer Distanz nur noch einschieben. Damit nicht genug: In der 80. Minute kam erneut durch einen Wiest-Freistoß Gefahr im Gäste-Strafraum auf, Buss hielt den verdeckten Schuss jedoch glänzend. Zwei Minuten später zappelte es dann aber nach einem Sonntagsschuss von Wiest erneut im Netz. Wiest hielt vom linken Strafraumeck drauf - wollte wohl flanken - jedoch senkte sich der Schuss unhaltbar hinter dem Gäste-Keeper. In der Nachspielzeit vergab der Balinger zudem noch die Großchance zum 3:1, als er im Eins-gegen-eins scheiterte. „Es war ein sehr interessantes Spiel zweier starker Teams. Es stand lange auf Messers Schneide, doch am Ende hat die Mannschaft gewonnen, die mehr ins Spiel investiert hat. Wir haben uns selbst für die stärkere zweite Halbzeit belohnt“, betonte TSG-Coach Stefan Ermantraut.
TSG Balingen: Heckendorf, Spataro, Willig, Maier, Joakimidis (83. Abele), Scheu, Butz (77. Henne), Sauter, Mauz (87. Müller), Aktepe, Wiest.
Tore: 0:1 Kohli (20.), 1:1 Butz (72.), 2:1 Wiest (82.).
Schiedsrichter: Ruben Gihr (Rottweil).
Zuschauer: 130.
Vorschau
Spitzenreiter TSG Balingen 2 empfängt am Sonntag (15 Uhr) den FV Ravensburg 2 zum Landesliga-Topspiel. Coach Ermantraut erwartet „einen offenen Schlagabtausch zweier offensiver Mannschaften.“
ZAK, SMi
Seit nunmehr fünf Spieltagen sorgt das Balinger Perspektivteam in der Landesliga für ordentlich Furore. Der Aufsteiger rangiert zum Einen mit vier Siegen und nur einer Niederlage punktgleich mit Ex-Verbandsligist FV Biberach an der Spitze des Tableaus, zum Zweiten stellt die TSG 2 mit lediglich drei Gegentoren die beste Defensive und mit 18 eigenen Treffern die zweitbeste Angriffsreihe der Liga. Balingens Übungsleiter Stefan Ermantraut lässt die bemerkenswerte Statistik seiner Truppe allerdings kalt. „Wir wollen immer das nächste Spiel gewinnen und uns weiterentwickeln. Was das dann für die Tabelle bedeutet, ist zweitrangig. Wir haben in diese Richtung kein Saisonziel ausgegeben, daher stehen wir diesbezüglich auch nicht unter Druck.“ Zuletzt gewann das Ermantraut-Ensemble beim FC Krauchenwies mit 2:0 und bewies während der 90 Minuten bei all seinem spielerischen Potenzial großes Kämpferherz. „Das war sicherlich keine Glanzleistung“, wie Ermantraut rückblickend meint. „Wir haben uns gegen einen tiefstehenden Gegner sehr schwer getan. Aber auch solche Spiele muss man gewinnen. Wir haben uns durchgebissen, Kompliment an die Jungs.“ Gegen Krauchenwies hatte Balingen 2 zwar schon ab der ersten Halbzeit ein optisches Übergewicht und hielt das Zepter weitgehend fest in der Hand, musste allerdings bis zur 69. Minute warten, ehe der Treffer zum erlösenden 1:0 fiel. Das 2:0 folgte in der 84. Minute. „Wir haben Geduld bewiesen und sind an der Aufgabe gewachsen“, schloss Balingens Kommandogeber das Krauchenwies-Kapitel.
Am Sonntag wartet auf die Oberliga-Reserve nämlich schon der nächste dicke Brocken. Der FV Ravensburg 2 gastiert ab 15 Uhr in Balingen, auf das Duell mit dem Verbandsliga-Perspektivteam freut sich Ermantraut ganz besonders. „Ravensburg 2 hat ähnliche Ziele wie wir. Das ist eine junge Mannschaft mit einer Reihe von Spielern, die Ambitionen und Potenzial nach oben haben. Es wird eine interessante Partie, einen richtigen Favoriten gibt es nicht.“ Zuletzt ließen die Oberschwaben mit einem 3:0-Erfolg gegen den schwächelnden Meisterschaftsfavoriten TSV Berg aufhorchen, mit drei Siegen und zwei Niederlagen hält sich der FV aktuell auf Position sieben. „Ravensburg 2 hat seine Qualität bereits in der letzten Saison unter Beweis gestellt. Das wird für uns ein echter Gradmesser“, erklärt Ermantraut.
Taktisch wie personell wird es bei der TSG 2 wohl eher keine Änderungen geben, Balingens Coach vertraut weiter auf sein bewährtes System. „Unsere taktische Grundausrichtung steht, unabhängig vom Gegner“, versichert Ermantraut. „Wir gehen grundsätzlich offensiv ins Spiel. Sollten sich aber Probleme ergeben, werden wir natürlich an den Stellschrauben drehen.“ Über die Spielweise der Ravensburger weiß der TSG 2-Trainer derweil noch nicht allzu viel. „Ich habe Ravensburg 2 bislang nicht spielen sehen. Das macht aber gar nichts, da wir uns ohnehin mehr auf uns konzentrieren. Ich denke, beide Mannschaften werden ihre Chancen im Angriff suchen. Deshalb erwarte ich einen offenen Schlagabtausch.“































