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Spielbericht

Landesligist TSG Balingen 2 hat die Tabellenspitze auch am vergangenen Wochenende verteidigt. Das Gastspiel beim SV Oberzell gewannen die Balinger mit 2:0, Coach Ermantraut zollte seiner Truppe Respekt.

 

Balingen, ZAK, SMi

 

„Das war ein verdammt hartes Stück Arbeit“, atmete Balingens Übungsleiter Stefan Ermantraut nach dem Abpfiff auf. „Hut ab vor der Leistung.“ Was Ermantraut zum Kompliment an seine Mannschaft veranlasste: gegen den (ehemaligen) Titelanwärter SV Oberzell stand die TSG 2 über 60 Minuten mit lediglich zehn Mann auf dem Feld, Jonas Wiest sah nach einer halben Stunde nämlich die rote Karte. Der Angreifer war bis dato einer der meist gefoulten Spieler auf dem Platz und ließ sich nach einer abermaligen rüden Attacke zu einer Beleidigung seines Gegenspieler hinreißen. „Danach haben die Jungs eine tolle Trotzreaktion gezeigt und unermüdlich gekämpft“, freute sich Ermantraut.

Die Balinger Oberliga-Reserve hielt das Zepter von Beginn an fest in der Hand und ging schon mit der ersten Torchance in Führung. Einen Eckstoß von Fabian Mayer konnte die Oberzeller Defensive nicht entschärfen, Riccardo Spataro war schließlich zur Stelle und drückte das Leder zum 0:1 über die Linie. „Unsere Anfangsphase hat mir sehr gut gefallen“, resümierte der TSG 2-Coach. „Wir haben den Gegner dominiert und immer wieder spielerische Lösungen gefunden.“ Dabei agierten die Hausherren im Abwehrverbund zwar durchaus kompakt, wussten dem schnellen Direktspiel der Gäste aber oft nichts entgegenzusetzen. Das einzige Manko in den Aktionen der Balinger war die mangelhafte Chancenverwertung. In der neunten Minute schoss Wiest aus kurzer Distanz drüber, nach einer Viertelstunde schloss Patrick Butz einen Spielzug zu überhastet ab. In der 17. Minute setzte sich Mayer mit einem sehenswerten Solo in Szene, scheiterte aber an den Fingerspitzen von SVO-Keeper Julian Krelowetz. Apropos Torwart: Balingens Goalie Marc Heckendorf blieb am vergangenen Samstag weitgehend beschäftigungslos. Oberzells beste Möglichkeit war ein 35-Meter-Freistoß, der aber klar am Heckendorf-Gehäuse vorbei flog. Die Ermantraut-Mannen standen nämlich auch nach der roten Karte für Wiest gut geordnet, die Umstellung von ihrem gewohnten 4-2-3-1-System auf das nun praktikablere 4-4-1 funktionierte annähernd reibungslos. „Wenn es mal den Anschein hatte, brenzlig werden zu können, konnten wir schnell klären“, erinnert sich ein zufriedener Trainer. Oberzell trat trotz Überzahl nämlich nur bei Standardsituationen gefährlich in Erscheinung.

Nach dem Seitenwechsel waren die Gastgeber sichtlich bemüht, der Partie ihren Stempel aufzudrücken. Balingen 2 präsentierte sich allerdings gut organisiert, ließ sich bei Ballverlust mit allen Akteuren umgehend hinter den ballführenden Gegenspieler fallen und machte dem SVO das Leben so äußerst schwer. In der Offensive initiierte die TSG 2 zugleich einige vielversprechende Konter, die allerdings der Ungenauigkeit im letzten Pass oder im Abschluss zum Opfer fielen. Wie man es richtig macht, zeigten Georgios Joakimidis, Mayer und der eingewechselte Jonas Henne in der 72. Minute. Joakimidis spurtete auf die gegnerische Verteidigung zu, passte zu Mayer auf die rechten Außenbahn, der von dort Henne im Strafraum bediente. Balingens Stürmer war gedankenschneller als Oberzells Abwehrspieler und sorgte mit dem 0:2 für die Entscheidung.

TSG Balingen 2: Heckendorf; Müller, Mayer, Joakimidis (78. Demirer), Wiest, Butz (66. Henne), Sauter, Aktepe, Spataro, Scheu, Mauz.

Tore: 0:1 Spataro (7.), 0:2 Henne (72.).

Rote Karte: Wiest (30./TSG).

Schiedsrichter: Uwe Stark (Lauterach).

Zuschauer: 200.

Vorbericht

Tabellenführer gegen Titelaspirant

 

Landesliga-Primus TSG Balingen 2 gastiert am Samstag (15.30 Uhr) beim SV Oberzell. Für TSG-Übungsleiter Ermantraut ist das Duell ein echtes Spitzenspiel.“

 

Balingen, ZAK, SMi

 

Mit seiner Einschätzung trifft Balingens Kommandogeber dabei voll ins Schwarze. Oberzell ist für eine ganze Handvoll Landesliga-Trainer Mitfavorit auf die Meisterschaft, wenngleich aktuell nur Position sechs zu Buche schlägt. Die TSG 2 rangiert hingegen mit fünf Siegen aus sechs Spielen auf Platz eins und blickt dem Topspiel ganz entspannt entgegen. Wir freuen uns auf die Begegnung. Ich denke, das wird eine interessante Partie von zwei spielstarken Mannschaften.“ Eine ähnliche Aufgabe stand für die Balinger Oberliga-Reserve bereits am vergangenen Wochenende auf dem Programm. Das Ermantraut-Ensemble empfing den FV Ravensburg 2, nach anfänglichen Problemen und darauffolgender Leistungssteigerung gelang schließlich ein knapper 2:1-Erfolg. Das Spiel gegen Oberzell könnte genauso laufen“, orakelt Ermantraut. Gegen Ravensburg war es lange sehr ausgeglichen, am Ende haben Kleinigkeiten entschieden.“ Balingens Kommandogeber erwartet zwei gut organisierte Teams, die mit spielerischen Mitteln zu Erfolg kommen wollen. Für den Sieg müssen beide Mannschaften viel investieren.“ Zuletzt waren Balingen 2 und Oberzell kaum zu schlagen. Während sich die TSG 2 gegen den SV Kehlen (6:0), den FC Krauchenwies (2:0) und Ravensburg 2 (2:1) keinerlei Blöße gab, musste sich der SVO neben zwei deutlichen Siegen gegen den TSV Allmendingen (4:1) und den SV Birkenhard (5:0) am vergangenen Spieltag mit einem torlosen Unentschieden gegen den TSV Berg begnügen. Dennoch meint Ermantraut: Nach Startschwierigkeiten hat Oberzell in die Spur gefunden. Die werden über kurz oder lang in den Titelkampf eingreifen.“ Mehr weiß Balingens Übungsleiter über den anstehenden Gegner allerdings nicht aus ganz einfachem Grund. Die räumliche Aufteilung des Landesliga-Spielgebiets ist sehr ungünstig. Man kann nicht einfach mal eine andere Mannschaft beobachten. Da ist man gleich ein paar Stunden unterwegs.“ Deshalb beschäftigt sich Ermantraut auch viel lieber mit seinem eigenen Team. Für den Kommandogeber ist nämlich beileibe noch nicht alles Gold, was glänzt. Wir spielen schon auf einem guten Niveau, können uns aber trotzdem noch steigern. Beispielsweise passieren im Spielaufbau noch zu viele Fehler, auch das Spiel mit und gegen den Ball können wir noch verbessern.“ Ermantraut bleiben die wöchentlichen Fortschritte seines Ensembles aber genauso wenig verborgen. Gegen Ravensburg haben wir uns lange schwer getan, die richtigen Lösungen zu finden. Es zeugt aber von unserer Qualität, dass wir an der Aufgabe gewachsen sind.“ Dass sein Team weiter an der Tabellenspitze rangiert, interessiert den Trainer weniger. Wir freuen uns über unseren tollen Start, wissen das alles aber einzuschätzen.“ Personell muss Ermantraut für den Auftritt in Oberzell wohl einige Änderungen vornehmen. Gleich fünf Ausfälle stehen dem Coach ins Haus. Wir sind in der Breite so gut aufgestellt, dass es keinen Engpass geben sollte. Nun bekommen Spieler ihre Chance, die schon länger darauf warten.“ Die Reise zum SVO nimmt die TSG 2 am Samstag ab 12.15 Uhr in Angriff, Abfahrt ist wie üblich am Stadion.