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Spielbericht

Mit einem glanzlosen 3:0-Heimsieg gegen den SV Birkenhard verteidigte Landesligist TSG Balingen 2 die Tabellenführung. Der Aufsteiger konnte gegen den SVB nur im Abschluss überzeugen.

 

Balingen, ZAK, SMi

 

„Das war sicherlich unser schlechtestes Saisonspiel“, haderte Balingens Kommandogeber Stefan Ermantraut nach dem Schlusspfiff. Zurecht! Der Übungsleiter konnte mit dem Auftritt seiner Mannen gegen den SV Birkenhard alles andere als zufrieden sein, auch das Ergebnis zauberte Ermantraut nur kurz ein Lächeln auf die Lippen. „In den Schlüsselmomenten waren wir bei der Sache. Ansonsten haben wir viel vermissen lassen.“ Die Balinger Oberliga-Reserve tat sich dabei von Beginn an schwer. Gegen tiefstehende Gäste fand die TSG lange kein probates Mittel, schon im Spielaufbau unterliefen den Hausherren haarsträubende Fehler. „Unsere Passgenauigkeit ist auf jeden Fall ausbaufähig“, meinte Ermantraut diplomatisch. In der Anfangsphase brachte Balingen 2 keine erwähnenswerten Offensivaktionen zustande, besser wurde es auch nach dem Führungstreffer nicht. In der 19. Spielminute vernaschte Mathias Mauz am rechten Strafraumeck zwei Gegenspieler, legte sich das Leder auf den linken Schlappen und schlenzte aus spitzem Winkel erstaunlich abgeklärt zum 1:0 ins lange Eck.

Im Anschluss boten beide Mannschaften ein zerfahrenes Mittelfeldgeplänkel. Birkenhard fehlten die spielerischen Mittel, um sich gegen unterforderte Gastgeber nennenswert in Szene zu setzen. Die TSG machte ihre vielversprechenden Offensivaktionen wiederum mit unzähligen Fehlpässen zunichte. Apropos Fehlpässe: in der 31. Minute führte ein solcher Fauxpas zur besten Gäste-Chance. Fabian Maier passte das Leder von der rechten Außenbahn genau in den Lauf von Birkenhards Angreifer Simon Macht, TSG-Keeper Marc Heckendorf behielt im Duell mit dem Stürmer allerdings die Oberhand. „Wir können froh sein, dass Marc den Ball gehalten hat“, erklärte Ermantraut treffend. „Wer weiß, was passiert, wenn wir das 1:1 kassieren.“ Heckendorf hielt seinen Kasten aber sauber, seine Vorderleute besorgten knapp zehn Minuten später das 2:0. Akin Aktepe spielte Riccardo Spataro auf der rechten Außenbahn schön frei, Spataro legte auf Höhe des Fünfmeterraums quer zu Patrick Butz, der mit der Hacke den Pausenstand markierte.

Nach dem Seitenwechsel zeigte Birkenhard ein kurzes Aufbäumen, brachte das TSG-Gehäuse aber nicht wirklich in Gefahr. Bei drei Fernschüssen war Heckendorf auf dem Posten, ab der 60. Minute wurde es wieder ereignisarm. Die Gäste verteidigten ihren Rückstand und setzten unkonzentrierte Balinger kaum unter Druck. Symptomatisch für ein schwaches Landesligaspiel war schließlich der Schlusspunkt: in der 89. Minute krallte sich Spataro einen Ballverlust des SVB, spielte an der Strafraumgrenze zum mitgelaufenen Butz, der das Leder zum 3:0 ins leere Tor schob.

 

TSG Balingen 2: Heckendorf; Müller (65. Henne),  Spataro, Maier, Joakimidis, Butz, Löckel, Sauter, Mauz (83. Demirer), Aktepe, Scheu (68. Willig).

Tore: 1:0 Mauz (19.), 2:0 Butz (42.), 3:0 Butz (89.).

 

Schiedsrichter: Felipe Merino-Katsaras (Tübingen).

 

Zuschauer: 101.

Vorschau

Ohne Druck und mit einer Menge Spielfreude blickt die TSG Balingen 2 dem Duell (Samstag, 15.30 Uhr) mit dem SV Birkenhard entgegen. Auf heimischem Feld ist der Spitzenreiter erstmals Favorit.

 

Balingen, ZAK, SMi

 

Aufsteiger hin, Perspektivteam her – alles andere als ein Sieg der Balinger morgen Nachmittag gegen den SV Birkenhard wäre eine faustdicke Überraschung. Während die TSG-Reserve mit erst einer Niederlage und zwei Punkten Vorsprung von der Tabellenspitze grüßt, stecken die Gäste nämlich im Abstiegskampf. Aus sieben Spielen gelangen Birkenhard lediglich sechs Punkten, zudem stellt der SVB mit 24 Gegentoren aktuell die schlechteste Defensive der Liga. Schuld daran ist unter anderem die deutliche 1:6-Heimklatsche am vergangenen Spieltag gegen den TSV Berg. Der ehemalige Meisterschaftsfavorit Berg kam bis dato in dieser Spielzeit überhaupt noch nicht in die Gänge und bediente sich an Birkenhard als Aufbaugegner. Balingens Coach Stefan Ermantraut will daraus aber keine allzu eindeutigen Vorzeichen für das morgige Duell ableiten. „Natürlich wollen wir jedes Spiel gewinnen, vor allem zuhause. Aber Birkenhard wird sich gleichzeitig anders präsentieren wollen als zuletzt gegen Berg. Die werden besonders in der Verteidigung anders auftreten. Daher sage ich, dass die Aufgabe schwierig ist, aber machbar.“ Trotz Tabellenführung und Heimvorteil und daraus resultierender Favoritenrolle schickt Ermantraut seine Truppe gegen Birkenhard aber gänzlich ohne Erfolgsdruck aufs Feld. „Von gewinnen-müssen kann keine Rede sein. Das sagen vielleicht andere, wir lassen uns davon aber nicht beirren“, versichert der Übungsleiter. „Wie in allen bisherigen Spielen wollen wir auch gegen Birkenhard Spaß haben und auf spielerischem Wege zum Erfolg kommen. Dabei schauen wir nur auf uns und nicht darauf, was andere von uns erwarten.“ Zuletzt setzte Balingens Oberliga-Reserve mit dieser Maxime neue Maßstäbe. Beim SV Oberzell agierte die TSG nach einer roten Karte für Jonas Wiest über eine Stunde nur zu zehnt, gewann aber mit 2:0. „Wir haben eine überragende Geschlossenheit an den Tag gelegt, die ich so bei uns noch nicht gesehen habe. Das spricht für den Teamgeist“, schwelgte Ermantraut in höchsten Tönen. „Der Wille der Mannschaft war enorm. Es ist erstaunlich, wie wir die Unterzahl so gut kompensieren konnten.“ Was Balingens Kommandogeber besonders freut: für ihn war Oberzell nicht irgendein Gegner, sondern „ein richtiger Prüfstein. Die Jungs haben gezeigt, dass sie mit den Topteams der Liga auf Augenhöhe spielen können.“ Hilfreich ist dabei unter anderem die jugendliche Frische der Oberliga-Reserve. „Die Unbekümmertheit macht sich auch in unserer Spielweise bemerkbar. Wir machen uns oft keine Gedanken, sondern haben einfach Spaß an den Kombinationen.“ Für das Duell mit Birkenhard erwartet Ermantraut dennoch höchste Konzentration: „Bis jetzt können wir absolut zufrieden sein. Wir müssen allerdings aufpassen, dass unsere guten Leistungen nicht als Bumerang zurückkommen. Wir dürfen ein vermeintlich leichtes Spiel nicht zu leicht nehmen.“ Personell hat sich die Lage bei der TSG 2 derweil etwas entspannt. Nachdem zuletzt lediglich zwei Einwechselspieler zur Verfügung standen, bieten sich Ermantraut für Samstag wieder „mehr Alternativen.“