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Spielbericht

Mit einer deftigen 0:6-Klatsche beim TSV Berg verabschiedete sich die TSG Balingen 2 am vergangenen Wochenende von der Tabellenspitze. Die Oberliga-Reserve fand zu keiner Zeit in die Partie.


Balingen, ZAK, SMi

Ein Spitzenspiel der besonderen Art stand für Landesliga-Neuling TSG Balingen 2 beim TSV Berg auf dem Programm. Das Balinger Perspektivteam gastierte nämlich als Tabellenführer bei Titelaspirant Berg, der bis dato noch nicht wirklich in die Gänge kam. Satte 13 Punkte rangierte die TSG  2 vor dem direkten Duell vor dem Meisterschaftsfavoriten, während der 90 Minuten war davon allerdings nichts zu sehen.
Berg hielt das Zepter von Anpfiff weg fest in der Hand und setzte schon in der dritten Spielminute das erste Ausrufezeichen. Nach einer Flanke von der rechten Außenbahn kam Jürgen Michel frei zum Schuss – Balingens Goalie Marc Heckendorf ließ den Ball nach vorne abklatschen, den Abstauber verwertete Silvio Battaglia zum frühen 1:0. Battaglia war es auch, der die TSG-Reserve darauffolgend ein ums andere Mal schwindelig spielte. „Was Berg in der Offensive zu bieten hatte, war unglaublich“, staunte Balingens Kommandogeber Stefan Ermantraut. Seinen Jungs blieben in der Verteidigung kaum faire Mittel, um die Gefahr zu bannen. In der elften Minute konnte Mario Löckel seinen Gegenspieler Steffen Mayer nur per Foul stoppen, den fälligen Strafstoß verwandelte Battaglia souverän zum 2:0.
Im Anschluss befreite sich das Ermantraut-Ensemble etwas aus der Umklammerung und kam zu ersten eigenen Aktionen. Nach knapp 20 Minuten tankte sich Fabian Maier auf rechts durch, flankte ins Zentrum, wo Georgios Joakimidis per Kopf an Hausherren-Torwart Haris Mesic scheiterte. In der 23. Minute landete ein langer Ball bei Patrick Butz, der aus 20 Metern nur den Pfosten traf.
Besser machte es nach einer halben Stunde Christoph Dzierzawa, der einen Eckball zum 3:0 ins lange Eck nickte. Damit nicht genug: kurz vor dem Pausenpfiff hoben Mayer, Battaglia und Taner Ata Balingens Viererkette mit einer schönen Kombination aus den Angeln, Ata vollendete schließlich zum 4:0.
Im zweiten Spielabschnitt scheiterte die TSG 2 zunächst mit einem Freistoß von Rico Müller nur knapp, ehe der TSV mit seiner bemerkenswerten Chancenverwertung fort fuhr. In der 56. Minute fand eine scharfe Flanke Battaglia, der per Direktabnahme das 5:0 markierte. Der Torjäger war auch für den Schlusspunkt unter eine unterhaltsame Partie verantwortlich. Der eingewechselte Jonas Henne brachte Battaglia in der 72. Minute im Strafraum zu Fall, der Gefoulte besorgte „vom Punkt“ den 6:0-Endstand. Balingens Kommandogeber Ermantraut zollte Berg nach Abpfiff großen Respekt. „In dieser Form sind sie Titelfavorit Nummer ein. Für uns ging leider alles etwas zu schnell. Wir waren nie richtig in den Zweikämpfen“


TSG Balingen 2: Heckendorf; Müller, Mayer, Joakimidis, Spataro, Butz (67. Ott), Löckel (42. da Silva), Sauter, Mauz, Abele (56. Henne), Aktepe.

Tore: 1:0 Battaglia (3.), 2:0 Battaglia (11./Foulelfmeter), 3:0 Dzierzawa (30.), 4:0 Ata (45.), 5:0 Battaglia (56.), 6:0 Battaglia (72.).
Schiedsrichter: Joachim Gutzer (Laupheim).
Zuschauer: 150.

Vorschau

Fußball paradox! Morgen Nachmittag (15.30 Uhr) gastiert Aufsteiger TSG Balingen 2 bei Titelaspirant TSV Berg. Allerdings unter umgekehrten Vorzeichen: der Landesliga-Neuling ist Favorit.


Balingen, ZAK, SMi

Von der Favoritenrolle will Balingens Coach Stefan Ermantraut selbstredend nichts wissen, das Tabellenbild spricht nach acht Spieltagen allerdings eine deutliche Sprache. Während die TSG 2 als Aufsteiger mit nur einer Niederlage und 21 Punkten an der Spitze thront, rangiert der ehemalige Titelanwärter Berg mit lediglich acht Zählern nur auf dem ersten Nichtabstiegsplatz. „Ich erwarte auf jeden Fall ein interessantes Spiel“, wiegelt Ermantraut alle Fragen nach der Rollenverteilung lächelnd ab. „Die Tabelle ist vielleicht für andere wichtig, wir konzentrieren uns aber auf andere Dinge.“ Gleichzeitig ist für den Balinger aber dennoch überraschend, dass zwischen seiner Oberliga-Reserve und dem TSV zumindest rechnerisch eine so sichtbare Lücke klafft. „Mit der Qualität, die Berg im Kader hat, gehören die sicherlich eher ins obere als ins untere Drittel. Dass das momentan nicht so ist, verwundert schon.“
So gegensätzlich sich die Bilanz der beiden Teams auch liest, zuletzt lief es weder für Balingen 2 noch für Berg nach Plan. Mit einem kleinen Unterschied: das Ermantraut-Ensemble gewann. Die TSG-Perspektive bot am vergangenen Spieltag gegen den SV Birkenhard ihre bislang schlechteste Saisonleistung, behielt am Ende aber dennoch souverän mit 3:0 die Oberhand. Berg hatte es zeitgleich zuhausen mit dem TSV Allmendingen zu tun und unterlag dem Tabellennachbarn knapp mit 0:1. „Das sind schon erstaunliche Ergebnisse, die Berg abliefert“, mag Ermantraut die Schwäche des morgigen Kontrahenten gar nicht so recht glauben. Den eigenen dürftigen Auftritt gegen Birkenhard hat der Übungsleiter derweil abgehakt. „Es gibt manchmal Tage, an denen nicht allzu viel zusammenpasst. Da ist es dann schwierig, von jetzt auf gleich den Schalter umzulegen. Das ist vor allem bei einer jungen Mannschaft nichts Ungewöhnliches. Schön ist, dass wir über ein Spiel reden, das wir trotzdem gewonnen haben. Das bedeutet, dass die Jungs an dieser Herausforderung gewachsen sind.“
Herausforderung ist für Ermantraut auch mit Blick auf das Gastspiel in Berg das richtige Stichwort. „Wenn man sich die Spieler von Berg anschaut, dann sieht man schon herausragende Biographien. Eine ganze Reihe von Spielern hat höherklassige Erfahrung. Das wird wieder ganz interessant für meine Jungs.“ Dabei erwartet Balingens Coach ein anderes Duell als zuletzt gegen Birkenhard. „Ich denke, Berg wird mehr eigene spielerische Akzente setzen und selbst das Spiel machen wollen. Das kommt uns entgegen.“
Personell wird sich bei der TSG 2 hingegen wenig ändern. „Ich rechne mit einem ähnlichen Kader wie letzte Woche“, so Ermantraut.  Nico Willig wird zwar aller Voraussicht fehlen, dafür dürfte Ivan Todorovic zurückkehren. Wie lange Rotsünder Jonas Wiest gesperrt ist, steht derweil noch nicht fest. „Das Urteil müsste demnächst eintreffen.“ Ganz egal, mit welcher Truppe die Oberliga-Reserve in die Partie geht, ihr Kommandogeber gibt sich zuversichtlich. „Die Jungs freuen sich auf jedes Spiel in der Liga, so soll es auch diesmal sein. Wir sind auf jeden Fall gewappnet.“