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Leider nicht belohnt

Fußball-Landesliga: TSG2 kommt nicht über 0:0 hinaus

 

Am Sonntag empfingen die Landesliga-Kicker von Balingens „Zweiter“ den TSV Allmendingen. In einer sehr spannenden und emotionsgeladenen Partie mangelte es nur an einem – den Toren.

 

Balingen, ZAK, BS

 

Unter strahlender Herbstsonne erlebten die zahlreichen Zuschauer im Au-Stadium gestern ein Novum: Ein Spiel der TSG-Reserve endete erstmals torlos. Das 0:0 der Balinger gegen die Gäste aus Allmendingen war jedoch definitiv keines der langweiligen Sorte: Beide Teams verzichteten auf jegliches Abtasten und versuchten von Beginn an, das Mittelfeld schnell zu überbrücken. Jedoch fehlte nur zu oft dem letzten Pass die Präzision, daher dauerte es fast eine Viertelstunde, bis ernsthafte Torgefahr aufkam. Dann jedoch kam das Spiel in Fahrt: In der 14. Minute drehte sich Georgios Joakimidis schnell um seinen Gegenspieler herum und zwang mit seinem abgefälschten Schuss Matthias Grab, den Keeper der Gäste, zu einer Glanzparade. Sechs Minuten später dribbelte Jonas Wiest, der das erste Mal nach seiner Rotsperre wieder im Kader stand, von links in den Gäste-Sechzehner und flankte, fand jedoch in der Mitte keinen Abnehmer.
In der 25. zeigte dann TSG-Torwart Marc Heckendorf seine ganze Klasse, als er sich gegen den frei zum Schuss kommenden Simon Hoffmann ganz lang machen musste. Wenig später lieferte Nico Willig seinem Team einen Bärendienst, als er wegen Schiedsrichterbeleidigung die Rote Karte bekam. Willig wollte sich nach dem Spiel nicht zur Szene äußern, räumte aber ein, dass der Platzverweis berechtigt gewesen sei.
Die Unterzahl auf dem Platz war den Balingern jedoch zu keinem Zeitpunkt anzumerken, denn die TSG behielt auch zu zehnt ihr kraftaufwendiges Pressing bei und bot dem Gegner kaum Anspielmöglichkeiten. So konnte sich Wiest in der 42. erneut gekonnt in Szene setzen, verzog jedoch im Abschluss deutlich. In der zweiten Spielhälfte bot sich das gleiche Bild.
Die Gäste blieben bei ihren wenigen Kontern ungefährlich und Balingen scheiterte oft mit großem Pech. Toptorjäger Patrick Butz konnte Grab mit einem platzierten Flachschuss (58.) ebenso wenig überwinden wie Jonas Wiest mit seinem Freistoß, der haarscharf am Tor vorbeiging. Man hatte zunehmend den Eindruck, der TSV würde in Unterzahl agieren, das Unentschieden war inzwischen sehr schmeichelhaft. In der 70. Minute erzwang Joakimidis durch starken Einsatz einen Abwehrfehler der Gäste, scheiterte jedoch am glänzend aufgelegten Grab.
In der 74. Minute hatten die Gäste Riesenglück, dass ein Wiest-Freistoß vom Pfosten an den Rücken von Grab abprallte und nicht ins Tor ging. Während bei den Balingern laut Trainer Ermantraut „mehr drin gewesen wäre“, können die Gäste mit dem erreichten Punkt sehr glücklich sein. „Leider wurde unser läuferischer Aufwand heute nicht belohnt, der Gegner hatte keine Mittel gegen uns“, so Ermantraut nach dem Spiel, in dem zeitweise der Schiedsrichter der auffälligste Akteur war.

 

TSG Balingen: Heckendorf, Scheu, Müller (55. Demirer), Willig, Joakimidis, Wiest, Butz (80. Abele), Henne (30. Löckel), Aktepe, Spataro, Mauz.
Rote Karte: Willig (
?27., Balingen).
Gelb-rote Karte: Gumper (90.+1., Allmendingen)
Schiedsrichter: Muhamet Dagistanli (Baiersbronn).
Zuschauer: 160.

Vorbericht

Mit einer Menge Wut im Bauch blickt die TSG Balingen 2 dem Heimspiel am Sonntag (15 Uhr) gegen den TSV Allmendingen entgegen. Zuletzt blieb das Perspektivteam nämlich hinter seinen Möglichkeiten zurück.

 

Balingen, ZAK, SMi

 

Wir wollen die richtigen Lehren aus der Niederlage ziehen und den Auftritt vergessen machen“, gibt sich Balingens Coach Stefan Ermantraut vor dem Duell mit Allmendingen angriffslustig. Die jüngste 0:6-Klatsche gegen Titelaspirant TSV Berg hinterließ bei der Balinger Oberliga-Reserve zwar keine bleibenden Schäden, das Ermantraut-Ensemble fühlt sich aber dennoch am Ehrgeiz gepackt. Vor der Partie in Berg hatten wir nur vier Gegentreffer. Die Niederlage war verdient, soll aber in der Form natürlich eine Ausnahme sein“, hofft Ermantraut, der augenzwinkernd hinzufügt: Leider hatten wir ausnahmsweise keine Videokamera dabei. Die Analyse wäre sicher lehrreich gewesen.“ Warum am vergangenen Wochenende beim Tabellenzweiten wenig zusammenlief, kann sich der Übungsleiter durchaus erklären. Der Großteil unserer Spieler ist unter 20 Jahre alt. Wenn man dann so furios in die Runde startet, dir jeder auf die Schulter klopft und man auf einmal auf einen Gegner trifft, der eine wahnsinnige Qualität im Kader hat und diese auch noch abruft, kann so eine Vorstellung leicht passieren.“ Kopfzerbrechen bereitete Ermantraut die zweite Saisonniederlage allerdings nicht. Wir haben das Spiel aufgearbeitet und abgehakt. Es ist normal, dass die Jungs Leistungsschwankungen zeigen. Das ist zunächst nicht schlimm. Wir schauen auf die mittel- und langfristige Entwicklung.“ Am kommenden Spieltag soll wieder alles besser werden. Der TSV Allmendingen gastiert am Sonntag in Balingen, Ermantraut richtet eine unmissverständliche Marschroute an seine Truppe. Wir wollen zuhausen unsere weiße Weste behalten und Allmendingen schlagen.“ Bislang gewann die TSG 2 ihre vier Heimspiele mehr oder weniger problemlos, der Trainer gibt sich auch vor der Begegnung mit Allmendingen zuversichtlich. Wir haben bis auf die Partie in Berg in jedem Spiel gezeigt, dass wir allen Mannschaften auf Augenhöhe gegenüberstehen können. Das heißt, wir haben die Qualität, jeden Gegner zu schlagen. Dafür müssen wir uns aber wieder auf unsere Stärken besinnen.“ Diese sieht Ermantraut sowohl in der Offensive, wo wir durch unsere Kombinationen jederzeit für Gefahr sorgen können“, als auch in der Defensive, wo wir die Gegenspieler durch kompaktes Verschieben und aggressive Verteidigung immer gut unter Druck setzen.“ Das wird die Balinger Oberliga-Reserve auch gegen Allmendingen dringend benötigen. Der TSV rangiert aktuell zwar nur auf Position acht, feierte zuletzt aber einen eindrucksvollen 5:1-Kantersieg gegen den Drittletzten TSG Achstetten. Das Ergebnis lässt natürlich aufhorchen“, so Ermantraut. Überhaupt ist Allmendingens bisherige Bilanz äußerst bemerkenswert. Fünf Siegen stehen vier Niederlagen gegenüber, Balingens Kommandogeber weiß: Allmendingen ist alles andere als berechenbar. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir auf uns und unsere Leistung schauen und nicht so sehr auf den Gegner.“ Welches Personal Ermantraut am Sonntag zur Verfügung steht, ist noch unklar. Wir warten die Trainingseindrücke ab.“