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Pleite unterm Fernsehturm
Nur im Abschluss hapert es
Fußball-Oberliga: TSG gegen Kickers zwar spielbestimmend, aber erfolglos
Mit 0:3 (0:1) unterlag die TSG Balingen gestern bei den Oberliga-Fußballern der Stuttgarter Kickers. Die Maier-Elf dominierte den Gegner phasenweise nach Belieben, kam aber nicht zu Zählbarem.
MARCEL SCHLEGEL
Stuttgart. Verkehrte Welt unterm Fernsehturm: Die TSG stellte gestern die bessere Mannschaft, sie schaffte es allerdings nicht, den überragenden Gäste-Keeper Gülay Güvenc zu überwinden. Stattdessen rannte Balingen dem 0:1-Pausenrückstand hinterher.
Die TSG setzte die Kickers früh unter Druck und das konsequent. So kamen die Gäste zu vielen Ballgewinnen, die Stuttgarter hatten Mühe, sich zu befreien. Nur im Abschluss haperte es. Nach Madegwa-Zuspiel versuchte Balingens Andreas Kohle statt den Ball aufs Tor zu bringen vergeblich, Kevin Keller anzuspielen (13. Minute). Beim zweiten schönen Angriff brachte das Duo Güvenc aber erstmals ernsthaft in Bedrängnis: Keller schickte Kohle auf halblinks, der ließ zwei Gegenspieler aussteigen, doch im Torabschuss fehlte ihm aus spitzem Winkel die Kraft (17.).
Die Maier-Elf blieb spielbestimmend, war präsent in den Zweikämpfen und kombinationssicher. Die Degerlocher konterten allenfalls gelegentlich. Markant: Nach einem dieser schnellen Angriffe geriet die TSG in Rückstand. Doppelt bitter: Dem 0:1 (22.) durch Plattek war wohl ein Handspiel von Stuttgarts Sarajlic vorausgegangen. Dieser hatte von der Strafraumgrenze aus draufgehalten, TSG-Kapitän Manuel Pflumm blockte den Schuss ab, dem Stuttgarter sprang das Leder an die Hand, doch die Pfeife von Dominik Schaal (Tübingen) blieb stumm. Stattdessen spielte Sarajlic Plattek am linken Strafraumeck frei und der ließ Julian Hauser, in der ersten Hälfte nahezu beschäftigungslos, im Balinger Tor mit einem platzierten Flachschuss keine Chance.
Die Gastgeber kamen nun stärker auf, echte Torgefahr strahlten aber auch sie nicht aus. Die Chancen gab es auf der Gegenseite. Lukas Foelsch hätte nach langem Sololauf wohl besser selbst den Abschluss gesucht, anstatt Felice Dilucia anzuspielen (33.), dessen Schuss abgeblockt wurde.
Zum Ende des ersten Durchgangs spielte wieder nur die TSG. Pflumms Freistoß ließ Güvenc abprallen, Fabian Kurths Nachschuss parierte der Stuttgarter Goalie ebenfalls stark (41.). Der Ausgleich lag in der Luft. Fecker schob nach Akkaya-Flanke ins Kickers-Tor ein Abseits (45.+2).
Furios kam die TSG aus der Kabine. Einzig Keeper Güvenc stand immer wieder im Wege. Spätestens bei Madegwas Kopfball aus der Nahdistanz hätte es 1:1 stehen müssen. Stuttgarts Schlussmann parierte nun zwei Angriffe in Serie, ein jeder hätte drin sein können: Erst hielt er Güvens Volleyschuss aus wenigen Metern (49.), dann bekam Güvenc gegen Madegwa aus wenigen Metern irgendwie noch eine Hand an den Ball (52.). Brandstetter stellte Hauser mit einem Distanzschuss vor die erste echte Prüfung, die der TSG-Keeper locker bestand (71.). Sein Gegenüber musste sich bei einem Fecker-Freistoß ganz lang machen (73.).
Es blieb dabei: Die TSG machte das Spiel, die Kickers aus dem Nichts die Tore. Per Freistoß erzielte Sarajlic das 0:2 (86.), Leuten-ecker traf gegen eine nun offene TSG noch den Pfosten (89.) und Brandstetter legte in der Nachspielzeit das 0:3 nach (90.+3). Und trotzdem: Dieses Spiel hätte die TSG Balingen nie verlieren dürfen.
Björn Hinck sah dies ein wenig anders. „Man muss auch die Qualität der Chancen betrachten“, meinte der Kickers-Trainer. Während die TSG ausschließlich nach Standardsituationen gefährlich gewesen sei, habe sich seine Mannschaft auch spielerisch Torchancen erarbeitet.
TSG Balingen: Hauser; Fecker, Raab, Keller, Kohle (73. Buchstor), Dilucia (60. Üner), Pflumm (47. Güven), Foelsch, Madegwa, Akkaya, Kurth.
Tore: 1:0 Plattek (22.), 2:0 Sarajlic (86.), 3:0 Brandstetter (90.+3).
Schiedsrichter: Dominik Schaal (Tübingen).
Zuschauer: 150































