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16.11.2009

1:1 gegen Kirchheim

1:1 (1:0) gegen den Tabellenfürer – klingt nicht schlecht. Karsten Maier sprach nach dem Remis seiner TSG Balingen gegen den VfL Kirchheim trotzdem von einem „enttäuschenden Ergebnis“.

Der Spitzenreiter wankte, fiel und stand überraschend wieder auf. Die TSG Balingen hatte den Oberliga-Tabellenführer VfL Kirchheim fast schon am Wickel, ehe die Teckstädter elf Minuten vor Spielende doch noch zum eher schmeichelhaften Ausgleich kamen. „Balingen hat viel Wind gemacht“, sagte hinterher VfL-Coach Rolf Baumann, dessen Elf mit diesem Remis mehr als zufrieden sein konnte. Gegenüber der Vorwoche änderte Karsten Maier sein Team nur auf einer Position: Volkan Candan blieb draußen, Marc Buchstor kam rein. Kirchheim konnte wie die Balinger nicht ganz aus dem Vollen schöpfen. So fiel etwa, wie schon in der Vorwoche, der frühere VfB-Profi Oliver Otto aus. Die TSG startete vor mehr als 900 Zuschauern äußerst schwungvoll und begegnete dem Primus ohne erkennbaren Respekt. Nach einem abgeblockten Dilucia-Freistoß tauchte Clayton mutterseelenallein vor VfL-Keeper Michael Stowers auf, doch versagten dem Brasilianer aus kürzester Distanz wohl die Nerven – Stowers parierte (5. Minute). Wenig später köpfte Martin Taube knapp am Kirchheimer Kasten vorbei (7.). Hauptdarsteller in der bis dahin spektakulärsten Szene einer intensiv geführten Oberligapartie waren nach 29 Minuten Felice Dilucia und Michael Stowers. Dilucia schlenzte den Ball bei einem 20 Meter-Freistoß genau ins linke, untere Eck, doch Teufelskerl Stowers brachte gerade noch die Fingerspitzen dran. Fünf Minuten später der nächste Hochkaräter der Hausherren: Dilucia flankte, Marc Buchstor stieg schulbuchmäßig hoch und verfehlte mit seinem Kopfball das VfL-Gehäuse um Zentimeter (34.). Die Balinger Führung lag förmlich in der Luft – aber sie fiel eben nicht. Noch nicht. Dann kam die 42. Minute: Kevin Ketis flankte, Jörg Schreyeck schraubte sich hoch und bugsierte den Ball via Innenpfosten ins Tor, das 1:0! Nach dem Seitenwechsel deutete Kirchheim allenfalls sporadisch seine Fähigkeiten an. Die Baumann-Elf zeigte sich aber nach wie vor beeindruckt vom forschen Auftreten der Gastgeber. Diese wiederum mussten in den ersten 45 Minuten praktisch keine einzige brenzlige Situation überstehen. Und auch bis zum Ausgleich gab’s wenig Zwingendes vom Spitzenreiter. Einzig Kagan Söylemezgiller versuchte es mit ein paar Distanzschüssen, bei denen TSG-Keeper Sebastian Kellner allerdings kein einziges Mal ernsthaft eingreifen musste. Viel eher schon konnte sich der Balinger Schlussmann auszeichnen, wenn er, klug vorausahnend, Kirchheimer Vorstöße im letzten Moment unterband. Auf der Gegenseite zischte ein Clayton-Freistoß links vorbei (60.), einen Schuss von Schreyeck entschärfte Stowers (65.), bei einer weiteren Möglichkeit von Clayton ließ Stowers den Ball abprallen, rappelte sich aber im letzten Moment vor dem heranstürmenden Levent Üner wieder auf (68.). Es zeichnete sich ein Stück weit ab, dass die Maier-Schützlinge ihrem bis dahin hohen Tempo etwas Tribut zollen mussten. Die aus Balinger Sicht bittere 79. Minute sollte diese Ansicht bestätigen: Der starke Erik Raab hatte sich zunächst das Spielgerät erkämpft, leitete das Leder weiter zu Clayton, doch dem Südamerikaner unterlief im Spielaufbau ein folgenschwerer Ballverlust. Marcel Hofbauer brachte den Ball prompt nach innen und Maximilian Laible köpfte zielsicher und unhaltbar ins linke Eck ein, das 1:1. Karsten Maier setzte in der Schlussphase alles auf eine Karte, wechselte mit Tim Wissmann, Daniel Steinwandel und Fabian Maier gleich drei Offensivkräfte ein – doch zum entscheidenden Gegenschlag sollte es nicht mehr reichen. So blieb es bei diesem Unentschieden, das die Kreisstädter in der Tabelle zwar nicht wirklich weiterbringt, ihnen aber die Gewissheit gibt, dass sie sich in den anstehenden Auswärtsaufgaben in Crailsheim und Bonlanden nicht verstecken müssen. Das nächste Heimspiel bestreitet die TSG erst am 5. Dezember (Spielbeginn 14 Uhr), wenn der FC 08 Villingen zum Derby aufkreuzt.

10.11.2009

Vorbericht TSG - VfL Kirchheim

Der Spitzenreiter kommt! Und die TSG Balingen möchte den VfL Kirchheim allzu gerne aufs Kreuz legen. Doch der Oberliga-Primus gilt am Samstag (14.30 Uhr, Au-Stadion) natürlich als haushoher Favorit.

Der VfL Kirchheim ist besser als die SG Sonnenhof Großaspach: Diese Erkenntnis liefert nicht etwa das vor kurzem ausgetragene Testspiel zwischen den beiden Klubs (das die Kirchheimer übrigens mit 2:1 gewannen) – sondern der Blick auf die Statistik. Der spätere Meister und jetzige Regionalligist aus Großaspach war zum vergleichbaren Zeitpunkt in der vorigen Runde, also nach 14 Spieltagen, mit 33 Punkten Erster. Der VfL Kirchheim hat bereits 35 Zähler eingespielt. Und die TSG Balingen? Die Kreisstädter wiesen vor zwölf Monaten 26 Punkte auf – sieben mehr als nach dem jüngsten 1:0-Heimsieg gegen Normannia Gmünd. Die markanteste Differenz taucht aber bei den Kirchheimern auf: Der aktuelle Liga-Primus war vor einem Jahr Vorletzter (!) – mit elf Punkten und einem Torverhältnis von 12:35 (heute: 30:8). Unter der Teck hat sich in den zurückliegenden Monaten somit einiges getan. Trainer Rolf Baumann, der den VfL erst nach dem kapitalen Fehlstart im vorigen Herbst übernommen hatte, formte nach und nach ein Spitzenteam, das sich längst zum Titelanwärter gemausert hat. Pikant: Gerade die TSG Balingen spielte bei dieser phänomenalen Entwicklung den Steigbügelhalter. Denn in der Oberliga-Hinrunde der Saison 2008/2009 gelang dem VfL ausgerechnet im Au-Stadion der erste Saisonsieg (3:1) – und am ersten Spieltag der laufenden Runde setzten sich die Kirchheimer gegen die Balinger mit 2:1 durch. Anschließend ging die Schere weit auseinander: Während die TSG erst in den zurückliegenden Wochen Fahrt aufnahm, marschierte Kirchheim von Beginn an vorneweg. Mit sieben Siegen in Serie erwischte die Baumann-Elf einen wahren Traumstart. Erst am achten Spieltag (0:1 gegen Freiberg) folgte die – bis dato immer noch – einzige Saisonniederlage. Zuletzt verbuchte der Tabellenführer wieder drei Siege am Stück – und blieb sowohl gegen den schärfsten Verfolger Hoffenheim (1:0), als auch gegen Denzlingen (5:0) und Kehl (2:0) ohne Gegentreffer. Ohnehin musste VfL-Keeper Michael Stowers erst acht Mal (0,57 Tore/Spiel) in dieser Runde hinter sich greifen, während seine Vorderleute schon 30 Mal (2,15) erfolgreich waren. Kirchheims Antonio Tunjic ist mit elf Saisontreffern der derzeitige Toptorschütze der Oberliga, allerdings ist das Team nicht von einzelnen Spielern abhängig. „Die Unberechenbarkeit ist unsere Stärke“, sagt VfL-Coach Rolf Baumann mit seinem markanten, verschmitzten Lächeln. Ohne eine große Portion Mut und Frechheit ist dem Tabellenführer kaum beizukommen – das weiß auch der Balinger Trainer Karsten Maier. „Wir wollen nachlegen“, kündigt der 40-Jährige nach dem 1:0 gegen Gmünd deshalb keck an. Sein Team habe „ordentlich trainiert“, verrät der Coach, der im Großen und Ganzen wohl den Kader der Vorwoche aufbieten kann. Ein Fragezeigen steht hinter dem Einsatz von Levent Üner, der sich bei einem Zusammenprall eine Halsverletzung zugezogen hat. Mittlerweile wieder ins Lauftraining konnte Andreas Kohle einsteigen. Ein Einsatz am Samstag käme aber sicherlich zu früh.
Die Partie steht unter der Leitung von Schiri Simon Hirzel (Malterdingen/Kreis Emmendingen).