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17.05.2010

2:0 Heimsieg gegen Crailsheim

Geschafft! Die TSG Balingen setzte sich gestern nicht nur mit 2:0 (0:0) gegen den TSV Crailsheim durch, sondern sicherte sich mit diesem Sieg praktisch die weitere Zugehörigkeit zur Fußball-Oberliga.

Was für eine Berg- und Talfahrt liegt hinter der TSG Balingen in dieser Runde! Erst startete die Elf ganz schwach in die Runde, rappelte sich dann auf, büßte anschließend aber erneut an Substanz ein und machte schließlich erst auf der Zielgeraden den Klassenerhalt doch perfekt. Gestern bezwang die Mannschaft von Trainer Karsten Maier den TSV Crailsheim. Damit steht fest: Die Kreisstädter dürfen für ihr drittes Oberliga-Jahr in ihrer Vereinsgeschichte planen. In den kommenden Tagen und Wochen wird die sportliche Leitung also allerhand zu tun haben. Die Vorzeichen vor der Partie waren konträr. Obwohl Crailsheim aus den vorherigen vier Spielen nur eine Niederlage zu Buche stehen hatte, konnten die Hohenloher den Abstieg selbst mit einem Sieg nicht mehr verhindern. Balingen wiederum hatte nach drei Siegen in Serie die Spiele gegen Spielberg und in Gmünd jeweils mit 1:2 verloren und damit die Möglichkeit verpasst, in Sachen Nichtabstieg alles klar zu machen. Entsprechend groß war der Druck, der auf der Maier-Truppe lastete. Crailsheim hingegen konnte ziemlich befreit aufspielen. Die TSG begann engagiert, konnte sich in der Anfangsviertelstunde aber nur eine halblebige Möglichkeit erspielen, als eine Flanke von Levent Üner keinen Abnehmer fand (2. Minute). Auf der Gegenseite köpfte Robert Fischer über den Balinger Kasten (15.) – ansonsten neutralisierten sich beide Teams weitgehend, auch wenn die Gastgeber ein optisches Übergewicht besaßen. Zählbares sprang freilich nicht heraus, so dass Crailsheims Keeper Benjamin Gorzawski kaum Möglichkeiten hatte, um sich auszuzeichnen. Gänzlich beschäftigungslos war bis dahin sein Gegenüber Sebastian Kellner. So bedeutete bezeichnenderweise ein Kopfball von Marco DiBiccari ans eigene Außennetz die größte Gefahr für Crailsheim (44.). Auch in den ersten Minuten nach dem Wechsel nahm die Begegnung nur sehr schwer Fahrt auf. Einen DiBiccari-Freistoß aus gut 25 Metern parierte Kellner sicher (50.). Die Balinger leisteten sich im Spielaufbau viele Fehlabgaben und fanden nicht zu ihrer spielerischen Linie. Nach 56 Minuten musste Gorzawski einen Freistoß von Üner abwehren, von einem Torerfolg blieben beide Mannschaften aber weit entfernt. Das schien sich wenig später zu ändern, aber Pflumm köpfte nach einer Dehner-Flanke genau in die Arme des Crailsheimer Torhüters (59.). Weiter 0:0 also. Es sollte aber doch noch klingeln: Levent Üner tankte sich im Eins-gegen-eins durch, behielt die Übersicht, legte quer auf Andreas Kohle und der schob aus kurzer Entfernung souverän ein, das 1:0 (64.). Die Freude über die Führung wäre um ein Haar von kurzer Dauer gewesen, denn der Schuss von Engin Olgun zischte nur wenige Zentimeter am TSG-Gehäuse vorbei (66.). Aber die Balinger legten nach und steigerten sich nun deutlich. Vor dem zweiten Treffer setzte Kohle Üner in Szene, der drang in den Strafraum ein, flankte von der Grundlinie nach innen und Felice Dilucia köpfte das 2:0 (71.). Das dritte Tor verpasste der eingewechselte Daniel Steinwandel knapp, als er bei seinem Schussversuch in Rücklage geriet und der Ball übers Tor strich (73.). Spätestens von jetzt an hatten die Maier-Schützlinge das Geschehen im Griff und verdienten sich den Sieg zunehmend. Schiri Dürr entschied kurz vor Schluss aufs Abseits, als Dilucia mit dem Kopf das vermeintliche 3:0 in die Maschen gerammt hatte; eine umstrittene Szene. Längst war aber klar, dass nichts mehr anbrennen würde: Die TSG spielt auch 2010/2011 in der Oberliga.
Bereits am kommenden Samstag (15.30 Uhr) steht das nächste und zugleich letzte Balinger Heimspiel in dieser Oberligarunde an. Zu Gast ist dann der SV Bonlanden, der, ebenfalls wie Crailsheim, künftig wieder in der Verbandsliga gegen den Ball treten wird. Eine Woche später führt die Reise zum FC 08 Villingen, wo am 29. Mai das allerletzte Punktspiel dieser Saison auf dem Plan steht.

14.05.2010

Vorbericht TSG - TSV Crailsheim

Eine Niederlage ohne Folgen: Weil die Abstiegs-Mitkonkurrenten der TSG Balingen ebenfalls Federn ließen, kann der Fußball-Oberligist am Sonntag (15 Uhr) gegen den TSV Crailsheim erneut alles klar machen.

Es ist seit zwei Wochen ein und dasselbe Spielchen: Ein Sieg noch – und die TSG Balingen würde sich damit die weitere Zugehörigkeit zur Fußball-Oberliga endgültig sichern. Der Haken an der Sache: Sowohl gegen den SV Spielberg als auch beim 1. FC Normannia Gmünd (jeweils 1:2) ging der Vorjahres-Aufsteiger leer aus. Weil aber die Konkurrenten aus dem Tabellenkeller ebenfalls mehr oder weniger geschlossen Federn ließen, wirkten sich die Pleiten nicht allzu dramatisch aus.So ergibt sich nun zum dritten Mal die Konstellation, dass die Balinger mit einem „Dreier“ den Deckel auf den Klassenerhalt drauf machen können. Die Chance dazu besteht am Sonntag im Heimspiel gegen den TSV Crailsheim. Doch Vorsicht: Das bereits als Absteiger fest stehende Team aus dem Hohenlohischen gewann zwei seiner zurückliegenden vier Spiele – und verlor nur einmal. Zuletzt gab's einen 2:1-Erfolg im Kellerduell beim SV Bonlanden, der heute in einer Woche im Au-Stadion gastieren wird. Gewiss: Die Papierform spricht für die TSG, die als Tabellenelfter (39 Zähler) satte 16 Punkte vor Crailsheim (23) rangiert. Das Hinspiel endete trotzdem 0:0 – und war letztlich das Produkt eines, gelinde ausgedrückt, auf bescheidenem Niveau geführten Duells.
Die Talfahrt des TSV Crailsheim war in der jetzigen Form seinerzeit nicht wirklich abzusehen, es deutete aber schon einiges darauf hin, dass es mit dem höherklassigen (Amateur-)Fußball beim TSV so allmählich zu Ende gehen würde. Denn die fetten Jahre, in denen Mäzen Hermann Opferkuch, ein Süßwarenfabrikant, Abertausende in den Klub steckte, sind vorbei. Mittlerweile tritt Opferkuch nur mehr als normaler Sponsor auf und wirft den Großteil seiner Fußballspenden in den Rachen des Drittligisten SV Sandhausen. Den klangvollen Kader verdankt Crailsheim wiederum der Tatsache, dass man vor nicht allzu langer Zeit ernsthaft mit dem Aufstieg in die Regionalliga geliebäugelt hatte. Torhüter Thomas Weiss, die Abwehrrecken Daniel Ilg und Steffen Kocholl, im Mittelfeld Luigi Campagna, Semih Dalyanci oder Mario DiBiccari und im Angriff die Namen Braha, Fischer und Kocak zeugen davon, dass die einstigen Ambitionen durchaus ihre Berechtigung hatten. Denn zum Großteil verfügen die genannten Akteure über reichlich höherklassige Erfahrung. Für die TSG Balingen sind diese Fakten zwar interessant – wirklich von Belang dürfen sie aber nicht sein. Denn immerhin steht der Verbleib in der Oberliga auf dem Spiel. „Und da müssen wir die vollen 100 Prozent geben“, fordert Trainer Karsten Maier, der den Gegner keineswegs unterschätzen wird: „Crailsheim ist sicherlich besser, als es der Tabellenstand suggeriert. Vor allem verfügen sie über einige technisch sehr beschlagene Kicker“, sagt Maier, dem aufgrund des schmalen Kaders nichts anderes übrig bleibt, als auf die Formation vom Vatertags-Spiel in Gmünd zu setzen.
Am Sonntag steht übrigens bereits das drittletzte Saisonspiel an. Denn nach der Begegnung gegen Crailsheim folgen nur noch das neuerliche Heimspiel gegen den SV Bonlanden (22. Mai) und, am letzten Spieltag, das Derby beim FC 08 Villingen (29. Mai; Spielbeginn jeweils 15.30 Uhr).